Baugesuch abgelehnt trotz Einhaltung aller Bauvorschriften?

8 Antworten

Nun ja, die Firstrichtung ist das eine, die Ausrichtung des Hauses etwas anderes aber genau das war wohl gemeint, als man die Firstrichtung vorschrieb. Man wollte ein einheitliches Bild, wo keiner "aus der Reihe tanzt".

Ich selbst habe so ein Haus, das ziemlich aus der Reihe tanzt und auch bei mir ist das der Topographie geschuldet. Es sähe übrigens wegen der leichten Hanglage auch völlig blöde aus, hätte ich das Haus in einer Reihe zu den Nachbarn gebaut... die Fassade würde seltsam verschoben wirken.

Genau so würde ich auch gegenüber der Baubehörde argumentieren: Du hast ein Zeltdach, damit es weniger auffällt, dass das Haus aus der Reihe tanzt und mit anderer Ausrichtung würde die Fassade "schief" was optisch viel störender wäre, als die abweichende Ausrichtung. Ich würde versuchen, persönlichen Kontakt zur genehmigenden Person aufzunehmen und einen Ortstermin zu bekommen (ansonsten Fotos mitbringen, die die Problematik verdeutlichen).

Ja genau das ist der springende Punkt. Mein Bauträger hat sich mit dem Herr vom Amt jetzt darauf geeinigt das wir nur den Antrag nochmal ändern und somit den roten Punkt beantragen. Die Kosten hierfür werde wohl ich tragen müssen die Pille muss ich jetzt wohl schlucken, mich ärgert halt das wir noch nicht mal angefangen haben und ich jetzt 15TE mehr ausgegeben habe als geplant, und ich weiß das da noch mehr kommt.

Meiner Ansicht nach kannst du beim zuständigen Verwaltungsgericht klagen auf Erteilung der Baugenehmigung und Schadenersatz. Aber vorher würde ich eine Mediation durch einen auf Baurecht spezialisierten Anwalt ansetzen; das macht sich etwas besser, denn du möchtest ja nachher in der Gemeinde wohnen :-)

Für eine Klage wird mir die zeit fehlen.... Das dauert denke ich uzu lang.

@Misomaniac

erstmal kommt der Widerspruch und die Widerspruchsentscheidung - dann die Klage

@frodobeutlin100

Und wie lange dauert das ganze Prozedere?

@Misomaniac

kommt drauf an ... Widerspruch und Widerspruchsentscheidung geht vielleicht noch - bei den Gerichten kommt es auf die Belastung an ... also wann das Verfahren "dran" kommt

@frodobeutlin100

Da wird mir die zeit dafür fehlen....

Wenn aber der Bauantrag formell keinen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung beinhaltete, wird das VG sich damit nicht beschäftigen. Das Gericht sollte immer der letzte Weg sein. Vorher sollten alle anderen Mittel ausgeschöpft werden.

Wäre das Baugesuch unter Einhaltung aller Bauvorschriften erfolgt, gäbe es keine Ablehnung.

Meines Erachtens hätte der Bauträger prüfen müssen, ob sein Bauantrag, der ja offenbar vom Bebauungsplan abweicht, überhaupt eine Chance auf Erfolg hat. Es ist gemeinhin bekannt, dass man mit einem Bauantrag auch eine Ausnahmegenehmigung beantragen kann. Dies funktioniert in der Regel immer dann ganz gut, wenn, wie in Ihrem Fall, die Dachkonstruktion anderer Häuser von der eigentlichen Vorgabe im B-Plan abweicht.

Einen Widerspruch halte ich für zwecklos. Hier muss ein ordentlicher Architekt ran. Sinnvoll ist es auch, mit dem Bauamtsleiter ins Gespräch zu kommen. Nur so erfahren Sie, was der Grund für die Ablehnung war und welche Forderungen er hätte, um das Projekt genehmigen zu können.

Ob Sie den Bauträger nun haftbar machen wollen, sollten Sie mit einem Fachanwalt entscheiden. Sie müssen aber bedenken, dass Sie mit dem noch bauen wollen. Ich würde zunächst einmal das Problem mit dem Bauantrag lösen und dann vielleicht im Rahmen einer Mediation über Schadensersatzforderungen sprechen.

Das Problem einer Klage ist, dass Sie sehr viel Zeit und Geld investieren müssen, während der Bauträger das ziemlich relaxt aussitzen kann. Vielleicht gewinnen Sie ja auch und dann kommt das 2. Problem: Sie müssen Ihre Kosten und den Schadensersatz beitreiben. Ich erlebte es oft, dass der Beklagte sich in die Insolvenz flüchtete, bevor der Kläger überhaupt eine Chance hatte, an sein Geld zu kommen. Aus diesem Grund bin ich ein Verfechter der Mediation bei Bautreitigkeiten. Siehe auch https://www.hausbauberater.de/mediation-streitvermittlung-am-bau

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Danke für die ausfürlich Antwort, ich denke das ich dem Bauträger nicht an den Karren fahren kann da es nicht vertraglich geregelt ist. Es steht nur drin das er die Pläne für das Baugesuch erstellt. Und ja, ich muss mit ihm noch bauen deswegen sollte ich wegen den Kosten der Ausnahmeregelung nicht rum machen und die einfach bezahlen. Es geht einfach darum dass unser Haus schräg im Baufenster steht und die gemeinde das so nicht genehmigen will. Der Bauamtleiter hat aber schon siegnalisiert das es wohl durch den Gemeindrat durch geht weil das grundstück anderst nicht zu bebauen ist. Wir weren jetzt einfach den roten Punkt beantragen und schauen was dabei raus kommt, wenn es nicht durch geht haben wir sowieso ein Problem.

@Misomaniac

Nun ja, wenn er die Pläne für das Baugesuch erstellt, dann haftet er nicht unbedingt für den Erfolg, jedoch sollte einem Bauträger klar sein, dass Abweichungen vom B-Plan mit einer Ausnahmegenehmigung bzw. mit einem Bauantrag (roter Punkt) einzureichen sind. Faktisch ergäbe sich da wahrscheinlich schon ein Anspruch...

@Frank Hartung

Ich habe in den Vertägen nachgelesen, die Kosten für die Baugenehmigung grün oder rot muss der Bauherr selbst tragen, somit ist das klar.

@Misomaniac

Das wird sich aber eher auf die Genehmigungsgebühr selbst beziehen. Was genau für eine Planungsleistung ist denn vereinbart?

Ohne Rechtsanwalt wirst du kaum eine Chance haben, gegen den Beschluss anzugehen. Außerdem wird es wertvolle Zeit kosten, die du so nicht hast, denn du hast fest an die Erteilung der Baugenehmigung geglaubt und daher vorschnell dein altes Haus verkauft.

Genau, weil wir nach Kenntnisgabe Verfahren Bauen und uns voll an die Bauvorschriften halten. Wer konnte das Ahnen? Und die begründung ist auch vollkommen haltlos.....

@Misomaniac

nützt alles nichts - was der Bauträger und der Antragsteller so "meinen" ist völlig belanglos - die Entscheidung liegt woanders ---

@frodobeutlin100

Wo liegt sie den? Es kann doch nicht sein das der Herr vom Bauamt das Baugesuch ablehnt und dafür einen verstoß gegen die Bauvorschriften nennt die gar nicht vorliegen. Da muss man doch was gegen tun können???

@Misomaniac

der Verstoß liegt doch vor - falsches Dach (!)

das Haus soll sich einpassen, deswegen ist der Dachtyp vorgegeben

falls man etwas anderes möchte gibt es die Möglichkeit der Beantragung einer Ausnahmegenehmigung

@frodobeutlin100

Das ist nicht richtig, Zeltdächer sind laut Bebaungsplan erlaubt. So steht es geschrieben.

Möglicherweise würdest Du ja mit der Beantragung einer Ausnahmegenehmigung (dazu mit ungewissem Ausgang) Deine bisherige Rechtsauffassung, dass Deinerseits alle Vorschriften eingehalten wurden, aufgeben.

Bei dieser Konstellation (inkl.Zeitdruck) würde ich mich an einen Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht wenden.

Das sehe ich ähnlich, zumal mich mal interessieren würde für was ich eine Ausnahmegenehmigung benötige? Wie gesagt, Zeltdächer sind erlaubt und es gibt keine Regelung die verbietet das Haus schräg ins Grundstück zu stellen.

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