Azubi Steuererklärung. Was muss ich wissen?

5 Antworten

Deine Bahnkosten kannst du absetzen bekommst aber nicht den vollen Preis zurück erstattet. Dein Laptop allerdings nicht aus mehreren Gründen, ich geh aber nur auf einen ein. Da du ihn höchstwahrscheinlich Privat benutz und selbst wenn er für deine Arbeit zwingend notwendig ist, sollte dein Betrieb dir einen Stellen. Deine Brille wird dir ebenfalls nicht zurück erstattet da eine Brille so bescheuert es auch klingt als Verbrauchsgut gilt. ( Argument z.B des Finanzamts währe, das du dir auch ein billigeres Model hättest aussuchen können).

Man bekommt gar nichts zurück erstattet.

Abzugsfähige Aufwendungen mindern das zvE. Berufliche Nutzung des Notebooks mit 50 % wird i.d.R. akzepziert. Was du mit Verbrauchsgut meinst, erschließt sich mir nicht - selbst wenn, wüsste ich nicht, was das mit einer etwaigen Abzugsfähigkeit zu tun haben sollte. Es sind, sofern medizinisch notwendig, außergewöhnliche Belastungen. Unabhängig, ob du nun 200,- oder 2.000,- EUR gezahlt hast.

Besorg Dir eine geeignete Software (z.B. WISO Steuertipps) über die Du Deinen Lohnsteuerjahresausgleich machen kannst. Dort findest Du eine ganze Palette an steuerlich Absetzbarem - auch die Software selbst...

... oder geh zur Lohnsteuerhilfe! Die sind günstiger als ein Steuerberater und kennen sich in deinem Fall meist gut aus. Jahresbeitrag LOHI von ca. 60EURO kannst du dann evtl. auch noch absetzen.

Vielen Dank für die vielen Antworten. Ich habe nachgeschaut insgesamt handelt es sich um 20,9 km (einfache Fahrt).

Lehrbücher, Arbeitsschuhe etc kann ich wohl auch absetzen.

Leider bin ich bezüglich des Laptops der selbstverständlich auch Privat genutzt wird und auch wegen der Brille nicht schlauer. Wäre nett wenn mich jemand aufklären kann.

Dankeschön

also, wenn du dann wirklich Steuern zahlst, kannst du alles, was du für deinen Beruf nutzt als Werbungskosten absetzen:

  • entweder komplett (Bücher, Bewerbungskosten) - hier die Belege aufheben und mitschicken oder
  • nur die AfA (Abschreibung = Wertverlust) z.B. vom Laptop: ein Laptop hat eine Nutzungsdauer von 3 Jahren, d.h. du kannst ab Kaufdatum 36 Monate vom Wert abschreiben. In jedem Jahr soviele Monate, wie du ihn hast (also wenn du ihn z.B. im März kaufst, dann im 1. Jahr 10 Monate, im 2. und 3. Jahr 12 Monate und im 4. Jahr 2 Monate) >> davon dann aber nur den Prozentsatz, den du ihn beruflich nutzt!

allgemein lohnen sich diese Werbungskosten nur anzugeben, wenn du mit den Fahrtkosten (das ist der fetteste Brocken) über die Werbungskosten-Pauschale (zur Zeit 1000€/Jahr) kommst - also: Entfernungs-km x Tage x 0,30€.

Diese 1.000€ bekommt jeder. Nur wenn du darüber liegst, bekommst du eben mehr abgezogen und kannst somit Steuern zurück bekommen, weil dir zu wenig WK angerechnet wurden.

Außerdem kannst du noch Sonderausgaben = Versicherungen ansetzen (Haftpflicht, Unfall, Berufs-Unfähigkeit, Lebensvers... - keine Sachversicherungen, Rechtschutz) und Spenden.

und dann noch außergewöhnliche Belastungen: das sind Kosten, die die Mehrheit eben nicht hat, z.B. Scheidung, Beerdigung, Krankheit... Hier musst du aber über eine zumutbare Belastung kommen... das ist meist ziemlich viel und somit braucht man auch hier, wie bei den WK erst anzufangen Kosten zu "sammeln", wenn man eine große Ausgabe (z.B. Zahnersatz) hatte.

So jetzt hattest du eine kleine Nachhilfe im Steuerrecht :-)

schau dir mal diese Antwort von mir an: https://www.gutefrage.net/frage/einkommenssteuer-selbststaendig-ledig-1-kind?foundIn=answer-listing#answer109873140

das sieht man das Prinzip der Einkommensteuer, vlt. hilft es dir...

@antola61

noch eine kleine Ergänzung: die verschiedenen Einkünfte berechnet man immer durch die Einnahmen (bei §19/ Arbeitnehmer ist das der Bruttolohn) minus die Ausgaben (hier die Werbungskosten)...

Dankesehr. Ich bekomme 781€ Brutto. Steuern zahle ich lauf Lohnabrechnung keine. Meine Hin & Rückfahrt kostet mich monatlich 120€.

Und laut der Rechnung Entfernung x Tage x 0,30 bin ich bei 664,62€

also das Wichtigste wär mal zu schauen, ob du überhaupt Steuern zahlst ( das siehst du auf deiner Lohnabrechnung), sonst kannst du auch nichts absetzen! Die wenigsten Azubis verdienen so viel, dass überhaupt Steuern anfallen!

Ganz wichtig aber ist die Steuererklärung in dem Jahr, in dem du auslernst, wenn du dann unterjährig eine Stelle aus Ausgelernte/r annimmst. Denn dann verdienst du mehr und zahlst monatlich so viel Steuern, als würdest du das ganze Jahr so viel verdienen. Und das ist ja dann zu viel, denn du hast ja noch einige Monate als Azubi weniger verdient. Und diese zuviel bezahlten Steuern kannst du dir durch eine Erklärung zurückholen.

Ein Steuerprogramm brauchst du dazu eigentlich nicht... es ist ganz einfach: du brauchst nur den Mantelbogen ausfüllen ( einfach alles genau lesen und was eintragen, wo was zutrifft), evtl. die Anlage Vorsorgeaufwand (= Versicherungen) und die Anlage N: dort deine Lohnsteuerbescheinigung übertragen und Fahrtkosten etc.

Falls du doch ein Programm möchtest: immer in der Woche nach Weihnachten gibt es ein gutes Programm ("Taxman") bei Aldi für 5€ - dort heißt es allerdings einfach "Steuer 2013/2014/2015..."

Hi Zlataniced,

Ich selbst hatte die selbe Situation wie du: Brillenträger, Technikzeug und 50km Bahn in meinem Fall zur Arbeit.

Brille und Laptop irgendwie abzusetzen lohnt sich nicht, denn du kannst nicht mehr rausbekommen als du Steuern bezahlt hast. Das Finanzamt verschenkt leider kein Geld. Gerne kannst du das wegen der Brille probieren, aber wende dich doch da besser an deine Krankenkasse, in manchen Fällen wird ein Teil zur Brille beigesteuert.

Das Finanzamt akzeptiert deinen Versuch den Laptop abzusetzen am ehersten, wenn du wirklich nachweisen kannst, dass er für deine Ausbildung unverzichtbar ist, D.H. wenn du z.B. die Meisterausbildung machst. Da wird ein neuer Laptop vorrausgesetzt. Der ist dann ohne weiteres steuerlich absetzbar.

So, jetzt zu dem Teil dem ich die meiste Aufmerksamkeit gewidmet habe:

Du als Azubi brauchst einmal vom Finanzamt den Bogen "Lohnsteuererklärung" und "Anlage N".

Wieso den Lohnsteuerbogen? Man bezahlt ja garkeine Lohnsteuer, das ist richtig, aber auf dem Bogen gibst du deine persönlichen Daten an, wie Adresse und Kontodaten.

Anlage N ist rein für deine Fahrt, ab 20km täglicher GESAMTFAHRT (bei dir sinds 32km, das heißt 12km sind pro Tag absetzbar, aber das errechnet das Finanzamt selbst) gibts für jeden KM darüber 0,2€ oder so. Zum ausfüllen solltest du den elektronischen Lohnsteuerbescheid zur Hand haben, der dir von deinem Arbeitgeber regelmäßig zugeschickt wird. Dort steht z.B. drauf wieviel Beiträge du im Jahr bezahlt hast und was du Brutto verdient hast. Außerdem musst du auch Krankheitstage und Berufsschultage angeben. Die Zugtickets musst du nicht vorweisen.

Außerdem kannst du bis zu 120€ für Arbeitsutensilien absetzen. Damit sind Sachen wie das Waschpulver gemeint wenn du selber waschen musst oder die Arbeitsschuhe. Ich habe im Jahr 105€ angegeben für meine 2 Paar Arbeitschuhe und Reinigung. Es ist nicht zu empfehlen 120€ anzugeben, lieber etwas weniger, auch wenns über 120€ waren.

Ebenfalls helfen dir die Angestellten vom Finanzamt auch. Mittlerweile mach ich meine Steuern in weniger als 30 Minuten. Das alles hab ich vor 5 Jahren das letzte mal gemacht. Heute beschäftige ich mich mehr mit der Einkommenststeuererklärung. puh. ^^

Beste Grüße und viel Erfolg

PS: brech ja nicht ab, nichtmal daran denken, egal wie blöd es ist. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, die kommen danach ;)

Der Absatz ab Anlage N stimmt nicht mit dem aktuellen Rechtstand überein. Gesamtfahrt wurde noch nie berücksichtigt, sondern nur die einfache Fahrt also 16km. Der Abzug von 20km war mal, wurde aber im Nachhinein berichtigt, gilt also auch nicht. Pro km werden 0,3Euro angesetzt, nicht 0,2.

Lasse mich gern eines Besseren belehren, bitte mit Quellenangabe.

@v1kt0r

Im Rahmen der Entfernungspauschale die einfache Entfernung, richtig. Sollte es sich beim Fragesteller jedoch um Reisekosten handeln, sind die tatsächlichen Kosten abzugsfähig. Pauschale beträgt dann 30 ct pro gefahrenen km. Gegebenenfalls sind dann noch VMA abzugsfähig.

@tt290

Der Fragesteller hat "zur Arbeit" geschrieben, deswegen habe ich die einfache Entfernung genommen. Natürlich kann es sich auch um Reisekosten handeln! Eine Ferndiagnose ist halt schwierig. :)

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