Autokennzeichenhalterung

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Es gibt genaue Vorschriften darüber, wo und wie die Kennzeichen am Fahrzeug anzubringen sind. Diese Vorschriften findet man in § 10 der Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV), insbesondere im Absatz 5 . Hier ein Link zu § 10 FZV:

http://www.gesetze-im-internet.de/fzv_2011/__10.html

Ein Verstoß gegen diese Ausgestaltungs- und Anbringungsvorschriften kann gemäß BKat.-Nr. 179 mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 10 (zehn) Euro geahndet werden, sofern das Kennzeichen vorhanden und nicht mit Glas, Folien o.ä, abgedeckt ist.

Fehlt es völlig, dann kann ein Bußgeld von 60 Euro verhängt werden (BKat.-Nr. 179a)

Ist es mit Glas oder Folien abgedeckt, dann beträgt das Bußgeld sogar 65 Euro (BKat.-Nr. 179b

Wird ein Bußgeld (also nicht nur ein Verwarnungsgeld) verhängt, dann gilt:

1) Die Ordnungswidrigkeit wird in das Fahreignungsregister in Flensburg eingetragen.
2) Sie wird jedoch nicht mit Punkten bewertet, da es sich bei ihr nicht um eine verkehrssicherheitsbeeinträchtigende Zuwiderhandlung handelt.
3) Für Fahranfänger auf Probe ist der Verstoß eine weniger schwerwiegende Zuwiderhandlung ("B-Verstoß").

Wird das Kennzeichen hinter der Scheibe mitgeführt, so kann die Polizei prüfen, ob eine Straftat vorliegt. In § 22 StVG wird im Bereich Kennzeichenmißbrauch ausgeführt, dass dieser Tatbestand vorliegen könnte, wenn das an einem Kfz angebrachte amtliche Kennzeichen verdeckt oder sonst in seiner Erkennbarkeit beinträchtigt wird.

Objektiv wird dieser Tatbestand erfüllt, die subjektive Seite ist dann auch noch zu prüfen (es fehlt regelmäßig an der rechtswidrigen Absicht). Es bleibt dann allerdings noch die Ordnungswidrigkeit..

Eine andere Rechtsprechung gibt es im Bezug von Roten Kennzeichen hinter Front-/ bzw. Heckscheiben. Hier hat das OLG Koblenz (Az. 10 U 1258/10) geurteilt, dass ein Verstoß nach dem Pflichtversicherungsgesetz vorliegt (Straftat), wenn das Kennzeichen nicht am Fahrzeug befestigt ist. Es besteht laut OLG Koblenz für diese Fahrt kein Versicherungsschutz und die Versicherungsgesellschaft sei leistungsfrei.

Nummer 3 zum Schluss versteh ich nicht wirklich (für Fahranfänger)

@Fragekoala

Die Nummer 3 bezieht sich auf Fahranfänger auf Probe, also auf solche Fahrerlaubnisinhaber, die sich noch innerhalb der Probezeit befinden.

Für diese gilt u.a. die Anlage 12 der Fahrerlaubnisverordnung, in der jeder Verstoß gegen eine verkehrsrechtliche Vorschrift in einem von zwei Abschnitten aufgeführt ist, nämlich entweder im Abschnitt A. schwerwiegende Zuwiderhandlungen oder im Abschnitt B. weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen. Dementsprechend werden die jeweiligen Verstöße im Volksmund abkürzend auch als A-Verstöße bzw. als B-Verstöße bezeichnet.

Ein Fahranfänger auf Probe muss mit der Ergreifung von Probezeitmaßnahmen rechnen, sobald er einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begangen hat, für die jeweils ein Bußgeld von mindestens 60 Euro verhängt worden ist.

Ein Verstoß gegen die Ausgestaltung oder Anbringungsvorschriften des amtlichen Kennzeichens ist gemäß dieser Aufteilung ein B-Verstoß, sodass also bei einmaliger Begehung noch keine Probezeitmaßnahmen ergriffen werden.

Danke!

Ich meine gelesen zu haben das, Oberkanne Schild Vorne 70cm vom Boden und Hinten 90cm und nicht höher seien darf. Der Kippwinkel ist Begrenzest und es dürfen keine Scheiben oder Folien vor dem Schild sein.

Anbringung am Fahrzeug Vorschriftsgemäß angebrachtes Kennzeichenschild sowie (unzulässigerweise) in alter DIN-Schrift ausgeführtes Wiederholungskennzeichenschild am Fahrrad-Hecktragesystem

Die Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummern sind mit schwarzer Beschriftung auf weißem schwarz gerandetem Grund auf ein Kennzeichenschild aufzubringen (jedoch Kennzeichen für Probe-, Überführungs- und Werkstattfahrten: rot; steuerbefreite Fahrzeuge: grün), welche in Leserichtung waagerecht und gut erkennbar sauber und nicht umgedreht an der Fahrzeugaußenseite angebracht sein müssen. Es sind Mindest- und Höchstgrenzen hinsichtlich der Anbringungshöhe zu beachten; auch dürfen Kennzeichenschilder nur einen gewissen Neigungswinkel (max. 30°) aufweisen. Sie dürfen nicht überdeckt (transparenter Plastikschutz) oder verdeckt (Anhängerkupplung, Reserverad) sein. Sie müssen fest mit dem Fahrzeug verbunden sein, außer die Kennzeichen für Probe-, Überführungs- und Werkstattfahrten. Rechtlich stellt das amtliche Kennzeichen eine zusammengesetzte Urkunde dar. Manipulationen sind u. a. als Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauch strafbar.

Bei Anhängern, die kein eigenes Kennzeichen führen müssen (z. B. Anhänger landwirtschaftlicher Fahrzeuge), muss der Anhänger mit einem Kennzeichen versehen sein, das der Halter des Zugfahrzeugs für eines seiner Zugfahrzeuge verwenden darf. Wird das hintere Kennzeichen des Kfz durch einen Ladungsträger oder mitgeführte Ladung teilweise oder vollständig verdeckt (z. B. Fahrradträger auf der Anhängerkupplung), so muss am Fahrzeug oder am Ladungsträger das Kennzeichen wiederholt werden. Eine Abstempelung ist in beiden Fällen nicht erforderlich (§ 10 Abs. 8 und 9 FZV).

kennzeichen muss sichtbar befestigt sein. hinten mit beleuchtung.

fensterscheibe zählt nicht. wirste angehalten und bekommst im blödsten fall ne verwarnung und musst 10 euro zahlen. daher befestigung vorne an der stoßstange und hinten ebenfalls stoßstange oder heckklappe. wie dus befestigst is egal. ich habs hinten mit klettband von conrad, vorne mit saugnäpfen. am anderen fahrzeug ises unten ins gitter geschraubt. gibt auch noch ne möglichkeit mit magneten.. wie du willst.

Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV), Abschnitt 2 Zulassungsverfahren

§ 10 Ausgestaltung und Anbringung der Kennzeichen

...

(5) Kennzeichen müssen an der Vorder- und Rückseite des Kraftfahrzeugs vorhanden und fest angebracht sein. Bei einachsigen Zugmaschinen genügt die Anbringung an der Vorderseite, bei Anhängern und bei Krafträdern die Anbringung an deren Rückseite.

...

(7) Das vordere Kennzeichen darf bis zu einem Vertikalwinkel von 30 Grad gegen die Fahrtrichtung geneigt sein; der untere Rand darf nicht weniger als 200 mm über der Fahrbahn liegen und die sonst vorhandene Bodenfreiheit des Fahrzeugs nicht verringern. Vorderes und hinteres Kennzeichen müssen in einem Winkelbereich von je 30 Grad beiderseits der Fahrzeuglängsachse stets auf ausreichende Entfernung lesbar sein.


Solange Du diese Vorschrift einhältst, kannst Du das Kennzeichen auch an anderer Stelle montieren, als die vorgesehene Halterung. Es gibt z. B. keine Vorschrift, das Kennzeichen in der Mitte zu montieren - sonst hätten z. B: viele Alfa Romeo auch ein Problem ;-)

Genaue Konsequenzen bei Nicht-Beachtung kann ich Dir jetzt nicht sagen. Ich nehme aber an, wenn Du das Kennzeichen in irgendeinem Notfall (z. B. Halterung kaputt gegangen) ins Fenster legst und das schnellst möglich wieder in Ordnung bringst, werden die meisten Polizisten ein Auge zudrücken oder Dir vielleicht 10 Euro abknöpfen. Besser wäre vielleicht, das Kennzeichen (notfalls mit Klebeband oder so) an der vorgesehenen Stelle provisorisch zu befestigen. Aber das zählt dann vermutlich wieder nicht als "fest angebracht" und kostet ggf. auch Geld. Teuer wird es wahrscheinlich, wenn Du das Schild vorsätzlich fest anders als vorgeschrieben anbringst.

In Deutschland müssen die Kennzeichen fest vorne und hinten am Fahrzeug befestigt sein...in die Scheibe legen ist soweit ich weiß nicht erlaubt!!

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