Autohaus hat Fakten zum KFZ verschwiegen

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es dürfte ratsam sein, hier unverzüglich einen Anwalt zu konsultieren. Und nein - hier ist noch keine Verjährung eingetreten, weil diese Frist (3 Jahre) erst mit der Kenntnisnahme des Käufers von der arglistigen Täuschung (§ 434 BGB) zu laufen beginnt. Und Arglist dürfte wohl der naheliegende Hebel sein. Das Autohaus hätte ein solches Fahrzeug nie als betriebsbereit verkaufen dürfen, kann sich seinerseits aber ebenso darauf berufen, getäuscht worden zu sein. Dem gegenüber wäre aber m.E. zu prüfen, ob das Autohaus seine Sorgfaltspflichten verletzt hat.
NB.: War der Verkäufer das Autohaus oder war es ein Verkauf über das Autohaus in Kommission?

Als Verkäufer tritt das Autohaus auf. Kaufvertrag zwischen Autohaus .... und Frau .... Und die haben eine Meisterwerkstatt im Haus, welche den Missstand mE hätte erkennen müssen

@FordPrefect

Bei dem Zeitwert des A3 und dem ungewissen Ausgang eines Rechtsstreites wird das aber eng.

@Lotte4

Ja. Einer der seltenen Fälle, in denen sich eine Privatrechtsschutzversicherung mal lohnen würde.

@FordPrefect

Wenn die Chancen sieht, dass der Prozess gewonnen wird: ja. Bei hohem Prozessrisiko übernimmet die Rechtsschutz nicht.

Die sogenannte Arglistige Täuschung muß aber hier der Käufer Nachweisen und da reicht es nicht einfach nur zu sagen ich habe das Fahrzeug vor 6JAHREN so bei ihnen gekauft. Da wird das Autohaus sagen das wird so nicht gewesen sein und schon steht Aussage gegen Aussage. Beweispflicht nach so langer Zeit liegt beim Käufer. Bleibt noch der Anruf beim Vorbesitzer und dem Vorbesitzer, vielleicht sagen die was, damit wäre das zu beweisen.

@Thunder1262

Hat funktioniert. Danke vielmals. Hier der verdiente Stern

@FreeQ1580

Oh - Danke. Den sollten sich aber etliche Beteiligte untereinander teilen, das war eine bemerkenswert sachliche und fachkundige Diskussion!

@FordPrefect

Seh ich auch so, leieder kann ich nur einen vergeben. Verdient hätten ihn fast alle

Die Schwierigkeit dürfte sein, zu beweisen, daß Du das Fahrzeug so gekauft und nicht selber dran rumgebastelt hast. Da waren schon mindestens 2 TÜV-Termine, bei denen nichts aufgefallen ist. Und 5 Jahre ist eine ziemlich lange ZEit. Aber fahr mal zu dem Händler und sprich mit denen. Vielleicht findet Ihr ja eine Lösung, die beide zufriedenstellt. Das Risiko, bei Gericht zu unterliegen und auch noch auf diesen Kosten sitzenzubleiben, ist wohl ziemlich hoch. 

Viel Lärm um Nichts??

Zunächt einmal muss geklärt werden, wie alt der A3 nun wirklich ist. Schließlich baut Audi das Modell seit 1996.

Dann muss die Gesetzeslage geklärt werden. In §72StVZO steht "§50Abs. 10 ist anzuwenden auf KfZ, die nach dem 1.4.00 nachgerüstet oder neu zugelassen werden.

§50 Abs. 10 bezieht sich auf die Xenonlampen.

Der TüV-Prüfer muss Mängel am Fahrzeug, die er feststellt, beantsanden!

Das ist die Leuchtweitenregulierung und die ASR,soweit sie eingebaut sind. Teile, die im Auto eingebaut sind, mussen auch funktionieren!

Baujahr 1998. Definitiv ohne Xenon. Wann der Umbau stattgefunden hat kann ich natürlich nicht sagen. Aber irgendwann zwischen 1998 und Kauf 2004. Aber das Problem liegt ja darin, dass die XenonSW ohne ASR und LWR nicht in Betrieb genommen werden. Auch wenn die XSW funktionieren. So ist zumindest mein Wissensstand.

@FreeQ1580

Also vor dem 1.4.2000! Da war Scheinwerferreinigung und automatische Leuchtweitenreg. noch nicht vorgeschrieben. Nachrüstung veralngt die StVZO auch nicht.

@Lotte4

Hutzieh
Gut geschlussfolgert. Dumm ist nur, dass aufgrund nicht vorhandener Eintragung und vermutlich nicht verfügbarer Werkstattrechnungen ein Einbau vor dem 1.4.2000 auch nicht nachweisbar ist (denn §50 Abs. 10 bezieht sich ja auch bei Nachrüstungen auf eben diesen Stichtag). Die Behörde kann (und wird vermutlich) auf einer Eintragung bestehen - und diese wiederum erzwingt eine Nachrüstung. Da dürfte es billiger sein, auf das Xenon zu verzichten, zumal bei einem 12 (!) Jahre alten Fahrzeug.

Zustimmung. Nichtsdestotrotz ist schon das Vorliegen eines nicht eingetragenen Fahrwerks ein erheblicher Eingriff in die StVO, die zur Stilllegung führen kann. Und eine nicht vorhandene ASR in einem Modell, in dem sie nach meiner Kenntnis zumindest seit 98 zur Serienausstattung gehört, führt ebenfalls zum Erlöschen der BE!

Ohne genauer nachgelesen zu haben sage ich mal, dass nur auf strafrechtlichem Weg gegen das Autohaus etwas möglich sein dürfte. Zivilrechtlich, fürchte ich, sind frühere Ansprüche verjährt. Vielleicht hilft ja schon die Androhung eines Strafverfahrens, denn man könnte dem Autohaus durchaus Betrugsabsicht unterstellen. Zumal "Fachleute" damals die eindeutigen Mängel des Fahrzeugs hätten erkennen müssen...

Es wird sicherlich schwierig werden, zu beweisen, dass die Teile schon beim Kauf eingebaut waren. Schau mal an den Scheinwerfern nach, da sind immer Produktionsdaten einstanzt bzw. Aufkleber drauf, woraus man das Baujahr der Teile bestimmen kann. Geh mit diesem Wissen mal zum Verkäufer und erkläre ihm den Sachverhalt. Wünsch dir viel Erfolg.

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