Autofahrer wegen Nötigung anzeigen, möglich?

5 Antworten

Spar Dir das, denn wenn Du Deine Anschuldigungen nicht beweisen kannst, steht Aussage gegen Aussage und damit im Zweifel für den Angeklagten.

Du kannst die "Truller" jedoch nicht für Deine Unachtsamkeiten und Fehlverhalten verantwortlich machen. Ob sie nun gehupt hat oder nicht - wenn Dich das aus der Fassung bringt, in Verbindung mit Deiner Schilderung hier, bist vielleicht Du auch nicht unbedingt für das Autofahren geeignet.

Einfach mal gelassener bleiben und das Motto nehmen "Du hast es vielleicht eilig und ich blockiere dich, aber ich fahre vor dir"

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Du wärst besser ausgestiegen und zu der Dame hin mit der Frage, ob Du für sie weiter hupen solltest.

Natürlich kannst Du sie jetzt anzeigen, aber die Beweislast liegt bei Dir und wenn Du keine Zeugen hast, wird da nicht viel passieren.

Bei Deiner aggressiven Ausdrucksweise und Schilderung der alltäglichen Situation, die normalerweise nicht zum Hupen anregt, kommen mir allerdings auch ein paar Bedenken bezüglich Deines Fahrstils.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich hab's mir tatsächlich überlegt auszusteigen, aber hinter ihr waren weitere Auto Fahrer, weshalb ich's dann gelassen habe. Ich weiß nicht, was die Ausdrucksweise über meinen fahrstil Aussagen soll.

@jonas304

Nichts, er denkt nur immer alles besser zu wissen und lässt es sich nicht nehmen ins Fettnäpfchen zu treten, um seine eigenen niederen Gelüste zu stillen.. mal mehr mal weniger

Das läuft ganz einfach ab. Du gehst zur Polizei, machst eine Anzeige, und schilderst den Fall ähnlich wie hier. Die Polizei leitet die Anzeige an die Staatsanwaltschaft weiter und die prüfen, ob tatsächlich der Verdacht auf Nötigung begründet ist. Das dürfte in dem Fall so sein, denn dieses hartnäckige Hupen und Drängeln lässt eindeutig auf eine Absicht schließen und du fühltest dich nach deiner Schilderung auch tatsächlich unter Druck gesetzt.

Deshalb leitet die Staatsanwaltschaft ein Vermittlungsverfahren gegen die Dame ein und die bekommt erst mal die Chance auf eine Darstellung aus ihrer Sicht. Die hier geäußerte Behauptung, es stünde Aussage gegen Aussage ohne Beweis und daher würde gar nichts passieren, ist allerdings falsch. Du machst deine Aussage als Zeuge und bist zur Wahrheit verpflichtet, während die Dame die Beschuldigte in einem Strafverfahren ist und hemmungslos lügen darf. Der Staatsanwalt bzw. der Richter entscheiden dann selber, wessen Aussage sie mehr Glaubwürdigkeit schenken und da bist du als Anzeigender schon mal im Vorteil, weil erstmal grundsätzlich unterstellt wird, dass niemand eine Anzeige ohne Grund aufgibt und dabei eine uneidliche Falschaussage macht, was ebenfalls eine Straftat wäre.

Was am Ende dabei rauskommt, ist offen. So oder so hat die Dame aber erstmal ziemlich Stress und wenn sie Pech hat auch eine Geldstrafe in 4-stelliger Höhe und ein Fahrverbot als Ergebnis zu verkraften.

Sehe ich ähnlich, jedoch mit der Anmerkung, dass auch eine nicht zu unterschätzende große Wahrscheinlichkeit besteht, dass das Verfahren eingestellt wird. Gerade bei ersttätern ist das ein beliebter Schritt, außerdem handelt es sich bei Nötigung mittlerweile um ein Delikt, dass man auf den privatklageweg verweisen kann. Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch konstellationen, in denen der Fahrer nicht ermittel werden kann. Wie bspw wenn das Auto dem Ehemann/Vater/Bruder gehört.

@EphraimUlk

Das ist zwar möglich aber nicht sicher. Aber zumindest wäre dann alleine durch die Ermittlung gegen die Dame ein Warnschuss erteilt. Für den Anzeigenden ist das ja auf jeden Fall mit keinen Kosten verbunden.

@Hamburger02

Ich hab ja auch gesagt, das es eine große Wahrscheinlichkeit gibt. Und in dem Falle, dass es nicht ihr Auto ist und man sie nicht ermitteln kann, ist da auch kein Warnschuss-Effekf. Im Übrigen dürfte das ganze von der Polizei nicht gerade Priorität behandelt haben, sodass es erst mal ne ganze Weile dauern dürfte.

Hupen stellt keine Nötigung dar. Auch nicht Dauerhupen.

Siehe auch OLG Düsseldorf Beschluss 5 Ss 383/95

Kann man eigentlich auch bereits aus dem § 240 StGB herauslesen ebenso aus der Schilderung des Fragestellers.

@qugart

In diesem Urteil steht aber auch:
"Zwar könne das aktive Herbeiführen einer Gefahrenlage im Straßenverkehr, welches auf den Genötigten einen unwiderstehlichen, körperlicher Einwirkung vergleichbarer Zwang ausübt, eine Gewaltanwendung gemäß § 240 Abs. 1 StGB darstellen. Dazu zähle etwa das andauernde besonders dichte und bedrängende Auffahren unter Betätigung von Hupe und Lichtzeichen. Empfindet der Genötigte das Hupen dagegen nur als Belästigung, liege kein der körperlichen Zwangseinwirkung vergleichbarer Grad an psychischer Beeinflussung vor."

Genau darauf bezog sich auch meine Bemerkung: "Das dürfte in dem Fall so sein, denn dieses hartnäckige Hupen und Drängeln lässt eindeutig auf eine Absicht schließen und du fühltest dich nach deiner Schilderung auch tatsächlich unter Druck gesetzt."

@Hamburger02

Unerheblich. Hupen ist KEINE Nötigung.

@qugart

Hast du den Text nicht gelesen oder nicht verstanden?

Da wird eindeutig festgestellt, dass das "andauernde besonders dichte und bedrängende Auffahren unter Betätigung von Hupe und Lichtzeichen." durchaus den Tatbestand "eine Gewaltanwendung gemäß § 240 Abs. 1 StGB " darstellen kann, wenn der betroffene das als Zwang empfindet.

Außerdem wird ausdrücklich festgestellt, dass das Hupen nur dann nicht als Gewaltanwendung einzuordnen sei, wenn der Angehupte das lediglich als Belästigung und nicht als Zwang empfindet.

Welcher der Fälle vorliegt, wird die Staatsanwaltschaft entscheiden müssen.

Deine Behauptung, Hupen sei grundsätzlich keine Nötigung ist daher schlichtweg falsch und juristisch nicht haltbar. Korrekt ist, dass Hupen und Drängeln eine Nötigung sein kann, aber nicht muss und es dabei auf die konkreten Begleitumstände ankommt.

@Hamburger02
Kann man eigentlich auch bereits aus dem § 240 StGB herauslesen ebenso aus der Schilderung des Fragestellers.
Vermittlungsverfahren

Putzig :-)

Klingt doch schon mal ganz gut:) danke dir

Das ist wirklich ziemlich nervig...Aber bei einer Anzeige wird es vermutlich auf Aussage gegen Aussage hinauslaufen und das Verfahren eingestellt.

Lass dich von sowas einfach nicht nerven und wenn du jemandem die Vorfahrt genommen hast, bist du dran. Da musst du definitiv drüber stehen.

Woher ich das weiß:Beruf – Automotive embedded Softwareentwickler

Aussage gegen Aussage. Es ist leider so. Natürlich ist das für Deine Gegenspielerin erstmal nervig, wenn eine Aussage bei der Polizei gemacht werden muss usw.

Leute, die sich so benehmen, sind aber meistens so abgebrüht, dass sie sich davon nicht beeindrucken lassen. In der Anzeige, die an sie gehen würde, stehst Du als Zeuge mit Namen und Anschrift drin. Damit müsstest Du zurechtkommen.

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