Auskunftspflicht zur Unterhaltsberechnung?

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Im Regelfall bewirkt nur ein ausdrückliches Auskunftsverlangen die wahrheitsgemäße Auskunftspflicht. Der Rechtsanspruch für Dich ergibt sich aus § 1305 BGB:

§ 1605 BGB

Auskunftspflicht

(1) 1Verwandte in gerader Linie sind einander verpflichtet, auf Verlangen über ihre Einkünfte und ihr Vermögen Auskunft zu erteilen, soweit dies zur Feststellung eines Unterhaltsanspruchs oder einer Unterhaltsverpflichtung erforderlich ist.

2Über die Höhe der Einkünfte sind auf Verlangen Belege, insbesondere Bescheinigungen des Arbeitgebers, vorzulegen.

3Die §§ 260, 261 sind entsprechend anzuwenden.

(2) Vor Ablauf von zwei Jahren kann Auskunft erneut nur verlangt werden, wenn glaubhaft gemacht wird, dass der zur Auskunft Verpflichtete später wesentlich höhere Einkünfte oder weiteres Vermögen erworben hat.

BGB

Sollte die erbetene Auskunft innerhalb einer von Dir zu setzenden Frist nicht erteilt werden kann der Auskunftsanspruch gerichtlich durchgesetzt werden. So lange den Unterhalt unter dem Vorbehalt der Rückforderung/Verrechnung zahlen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Ich dachte "Unterhalt unter Vorbehalt" hat keine Auswirkung auf einen evtl rechtsstreit und könnte mir im schlimmsten Fall nachteilig ausgelegt werden. So hab ich das eben gelesen?

Und verrechnet werden darf Kindesunterhalt doch auch in gar keinem Fall

Gibt es keinen Unterhaltstitel, sollte der Unterhalt unter Vorbehalt in bisheriger Höhe weitergezahlt werden und der Auskunftsanspruch mit dem Vorbehalt der Rückforderung überzahlten Unterhalts verbunden werden. Die Unterhaltszahlung darf nicht eingestellt werden.

Wird keine Auskunft erteilt, kann der Anspruch gerichtlich geltend gemacht werden.

https://www.frag-einen-anwalt.de/Kann-ich-den-Kindesunterhalt-unter-Vorbehalt-einbehalten-und-wird-nicht-eine-eventuelle-Ausbildungsv--f147914.html

@DogDiego

Zahlung "unter Vorbehalt" gilt als Nicht-Zahlung. Davon rate ich ab.

Falls es keinen Unterhaltstitel gibt, kannst Du den Unterhalt erst einmal einstellen. Du musst dann aber zeitnah die Auskunft fordern. Wird die Auskunft erteilt und ergibt, dass du weiterhin Unterhalt zahlen musst, so musst Du den Rückstand nachzahlen. Falls bereits ein Unterhaltstitel besteht, darfst Du die Zahlung nicht einfach einstellen. In diesem Fall musst Du, wenn keine Auskunft erfolgt, beim Gericht eine Aufhebung des Unterhaltstitels beantragen.

zuviel gezahlter Unterhalt gilt als verbraucht und kann nicht zurück gefordert werden ..... es liegt an dir das es gar nicht erst dazu kommt zuviel zu zahlen ......du weißt ja in etwa wann der Junge die Schule fertig hat und eventuell eine Ausbildung beginnt , dann muß dein Anwalt halt Auskunft fordern was er nun macht nach der Schule ...... da die Mutter ja scheinbar nicht zugänglich ist für dein Anliegen geht es eben nur über Anwalt ...

Zuviel gezahlter Unterhalt gilt als verbraucht.

Selbstredend besteht eine Auskunftspflicht. Wenn keine Auskunft kommt, den Unterhalt nicht zahlen.

Dann ist die Auskunft ganz schnell da. Oder besteht ein Titel? Dann zuerst auf Abänderung klagen. Sonst kannst Du gepfändet werden.

Nein, so eine Auskunftspflicht besteht nicht. Aber eben die Auskunftspflicht nach § 1605 BGB.

Bei näheren Fragen diesbezüglich wende dich an das zuständige Familiengericht oder kontaktiere einen Anwalt.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

https://www.familienrecht.de/unterhalt/auskunftspflicht-freiwillig-kindesunterhalt/

Lies mal hier. Vielleicht ist da die richtige Antwort für dich dabei.

Hab es nur kurz überflogen

Hm,ehr weniger. Kann mit diesem Anwaltsdeutsch nicht viel anfangen. Danke trotzdem

@DerBoH

Da ist die Rede davon, daß der Unterhaltspflichtige nicht Auskunftspflichtig sei, wenn er den Unterhalt für das Kind aus freien Stücken (von sich aus) bezahlt...

Bei dir ist der Fall umgekehrt gelagert, der Text trifft also nicht zu...

Aber du hast trotzdem Umgangsrecht. Das Kind wird dich sowieso eines Tages kennenlernen wollen, egal was die Mutter gesagt hat... Solange er unter deren Fittiche steht, ist aber wenig zu erwarten (Besuch), das Kind wird die initiative nicht ergreifen! Aber ein Umgangs- oder Besuchsrecht könntest du durchaus bekommen, wenigstens eine Zeitlang, während der Ferien, z.B.

Emmy

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