Ausbildungsplatz bekommen und insolvent - erfährt der Arbeitgeber von der Privatinsolvenz?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Freunde, das Bild von Insolvenzverwaltern scheint erschreckend schlecht zu sein. Das ist schade und vor allem ein Irrglaube. Und es bestätigt mich darin, dass es sinnvoll ist, hier mit zu schreiben. Ich bin Insolvenzverwalter.

Natürlich geht mit einer solchen Situation nicht jeder Kollege genauso um wie ich oder meine Partner in meiner Kanzlei, aber ich kenne verdammt viele Insolvenzverwalter und kann Euch sagen, mit fast allen kann man vernünftig reden und eine besondere Situation besprechen. Ich würde definitiv nicht einen Arbeitgeber eines insolventen Auszubildenden während der Probezeit auf das Insolvenzverfahren hinweisen, wenn es ein glaubwürdiger und nicht schlitzohriger Insolvenzschuldner ist. Mir ist doch klar, dass ich da nichts pfänden kann. Weder die Masse, noch die Gläubiger noch ich haben was davon, hier den Ausbildungsplatz zu gefährden. Also: Offenheit gegenüber dem Treuhänder, ihn lückenlos informieren, jede Gehaltsabrechnung sofort an den Treuhänder weiterleiten, Kontoauszüge des Girokontos (auch wenn es ein P-Konto ist) an den Treuhänder in Kopie schicken. Dann weiß er, dass hier nichts an der Masse vorbei läuft. Das sollte dann gut klappen!

Die Insolvenzverwaltung wird sich an deinen Arbeitgeber wenden, aber erst dann, wenn du den Ausbildungsvertrag schon unterschrieben hast.

Die Unterlagen zu deiner Privatinsolvenz gehen an das Lohnbüro und werden dort entsprechend bearbeitet, auch wenn dein Einkommen den Pfändungsfreibetrag nicht übersteigt.

Du solltest deinen Insolvenzverwalter auf jeden Fall über die Ausbildungsstelle informieren, damit du dich an die Vorgaben der Privatinsolvenz hältst.

Was bei deinem Arbeitgeber passieren wird, ist schwer zu beurteilen. Du kannst ja in der Probezeit auch ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Allerdings würde ich eine Privatinsolvenz bei einem Azubi nicht als Kündigungsgrund sehen. Möglicherweise würde ich meiner Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachkommen und mit dir ein Gespräch führen zu dem Thema Finanzen. Pfändungen und Privatinsolvenzen gibt es öfter, nicht unbedingt bei einem Azubi, aber auch das hat es gelegentlich mal.

Habe nml tierisch Angst das zu sagen und dann die Ausbildung wieder loszusein ;/

@magiclady93

Ich bin im Personalbereich. Das einzige was immer hilft, ist Ehrlichkeit. Zu dem stehen, was falsch gelaufen ist oder man falsch gemacht hat und daraus lernen zu wollen.

An deiner Stelle würde ich das nach Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages selbst ansprechen und ankündigen, dass Unterlagen vom Insolvenzverwalter kommen.

Du bist vermutlich 21 und hast irgendwelchen Mist gebaut früher finanziell. Jetzt bist du älter, vernünftiger und willst eine Ausbildung machen und dein Leben in den Griff bekommen. Das wird dein Arbeitgeber sehen. Er stellt dich für die Zukunft ein und nicht für die Vergangenheit.

@holunder61

Hab gerade oben deinen Kommentar gelesen: Du bist alleinerziehende Mutter und hast trotzdem einen Arbeitgeber überzeugt. Die wissen, dass du vermutlich alles dafür geben wirst, diese Ausbildung zu machen und dein Leben in Ordnung zu bringen.

Dazu gehört dann auch die Privatinsolvenz. Geh ehrlich damit um. Angeschrieben werden die doch sowieso.

@holunder61

stimmt auch wieder , danke .

ja sobald die unterlagen da sind werde ich mich bei dem herrn melden und hoffen das alles so bleibt =)

ja stimmt genau viel mist sachen auf meine namen für andere und jaaa ziemlich doof aber rückgängig machen kann ichs nicht mehr

@magiclady93

Nein rückgängig machen geht nicht mehr, aber in Ordnung bringen und da bist du ja dabei mit der Privatinsolvenz! Andere würden vielleicht anfangen und es kämen irre viele Lohnpändungen, weil nichts geregelt wurde.

Steh dazu. Ich wünsch dir, dass alles klappt!

der insolvenzverwalter ist gehalten möglichst viel geld einzunehmen

er wird daher deinen ag anschreiben mit dem ziel der lohnpfändung

Wieso liegt dein Pfändungsfreibetrag bei 1600.- € der liegt normalerweise mal bei knapp 1000 €....

Ansonsten wird dein Arbeitgeber das erfahren, wäre es nicht besser wenn du deinen Vertrag unterschrieben hast mit offenen Karten zu spielen? Sprich dem Arbeitgeber bescheid zu geben?

da ich alleinerziehende mutter bin

ja klar sagen muss ich es

aber das ausbikdungsverhältnis könnte dadurch auch wieder gecancelt werden ;/

@magiclady93

es könnte auch aus anderen Gründen innerhalb der Probezeit gekündigt werden....

Und ganz ehrlich was würdest du denken wenn dein neuer Azubi sich gleich als Problemazubi herausstellt der noch nicht mal mit offenen Karten spielt?

Das Gericht usw. teilt dem AG hierzu nichts mit. Es können aber natürlich Lohnpfändungen kommen, die dann automatisch beim AG auflaufen.

solange vor der PI keine lohnpfändungen vorlagen kann dies doch jetzt nicht mehr ,,passieren,, oder??

@magiclady93

du bist verpflichtet dem Insolvenzverwalter alle Änderungen anzuzeigen und der Insolvenzverwalter schreibt den AG an.

Was möchtest Du wissen?