Ausbildung ohne Geld (Schulden) - allein wohnend?

5 Antworten

Hallo, Sie arbeiten seit 5 Jahren in einer Firma und verdienen als Bürokaufmann EUR 1.550.
Das ist doch soweit in Ordnung.
Es gibt genügend Berufe wo Sie weitaus weniger Geld verdienen.
EUR 30.000 ist sicherlich "heftig" doch kein Grund für einen Beinbruch.
Sie sind sicherlich bei der Schuldnerberatung gut aufgehoben.
Es liegt nur an Ihnen alleine ob Sie fortan mit positiven Gedanken durchs Leben gehen.
Daran ändert ein Berufsbild auch nichts.
Die innere Einstellung hierzu ist wichtiger als ein Mehrverdient in einem anderen Beruf.

Ich bedanke für mich die netten Worte und die Aufmunterung. Mein Problem ist, dass mir der Job absolut keinen Spaß macht. Natürlich werde ich, sollte ich nichts anderes finden, daran festhalten.

Mit dem Hintergrund einen Ausbildungsplatz zu finden ist vermutlich nicht ganz so einfach. Um ein Unternehmen davon zu überzeugen, dass Du "geleutert" bist, wirst Du erst einmal versuchen müssen, überhaupt einen Fuss in eine Firma zu bekommen, die auch Ausbildungen anbietet. Das kann man telefonisch erfragen und zunächst um eine Praktikumsstelle bitten. Wenn Du das schaffst und mit einem Personaler sprichst, kannst Du auch Deine Situation erklären und ihm glaubhaft machen, dass Du Dir nichts sehnlicher wünschst, als eine seriöse Ausbildung zu machen, die Dich in Deinem Leben weiterbringt. Vielleicht kannst Du überzeugen. Du verdienst dann zwar nichts und müsstest Grundsicherung beantragen, was aber schwierig werden wird, da Du Deinen bisherigen Job aufgeben würdest - und das wird natürlich nicht gerne gesehen. Vielleicht solltest Du Dich auch mal von der Arbeitsagentur beraten lassen und erfragen, was es für Möglichkeiten für Dich gibt.

Was hat das mit "geleutert" sein zu tun. Mein Problem sind die Schulden, ich habe weder ein schlechtes Zeugnis noch einen lückenhaften Lebenslauf.

@si7zi

Du schreibst Du hast Schulden, warst faul und ein Tunichtgut. Dementsprechend ist zu vermuten, dass bei Dir ein Sinneswechsel stattgefunden hat. Wenn Dein Zeugnis nicht schlecht ist und Du einen unproblematischen Lebenslauf hast, was hindert Dich, Deine Ziele umzusetzen?

@conelke

Dass ein Azubi nur die Hälfte an dem verdient was er jetzt verdient xD.

und er jetzt mit seinem gehalt wohl gerade so Schulden tilgen kann und Essen und Obdach zahlen kann

@Nayes2020

Wenn er eine Ausbildung machen würde, die zukunftsweisend wäre, dann würden seine Schulden für die Zeit der Ausbildung vermutlich auf Eis gesetzt bzw. neu berechnet. Für Obdach und Lebenshaltungskosten könnte man dann Grundsicherung beantragen. Die Schulden wird er in den nächsten 10 Jahren vermutlich nicht abgetragen haben und danach eine Ausbildung zu machen, ist meiner Meinung nach so gut wie unmöglich. Dann doch wohl besser jetzt.

Das Problem ist dass du leider aus Eigenverschuld dir eine Ausbildung regulär nicht leisten kannst. Deswegen wird es schwierig Fördergelder zu bekommen. Normalerweise ist man bei einer Ausbildung ja auch soo jung dass man bei den Eltern lebt oder diese einen unterstützen.

Also ich bin leider kein Profi in solchen Dingen, weil ich einfach Arbeite um mir meine Ausbildung bzw studium zu finanzieren. Ich habe aber auch 10 bis 15€ Stundenlohn.

Ich kenne deine Fähigkeiten nicht aber es gibt durchaus minijobs die viel besser bezahlt werden. vorallem wärst du ja sogar unterm Mindestlohn, welches illegal wäre.

Es gibt ein paar Anlaufstellen wo du dich mal informieren könntest.

  1. Das Arbeitsamt. Es gibt durchaus Programme die für dich gemacht sind. Da würde ich als erstes hingehen. Vielleicht wird es ja gefördert.
  2. Bafög. es gibt nähmlich auch Schülerbafög, meisterbafög usw. Vielleicht gibts ja auch was für dich.
  3. Sozialamt. Kann sein dass dir ja sowas wie Wohngeld zusteht.

Das wären so meine Ratschläge.

Auch Ihnen möchte ich für Ihren Rat danken.

Du hast 3 Probleme, die ich sehe, die Du in den Griff bekommen solltest:

  1. Schulden
  2. beginnende Depression
  3. keine abgeschlossene Berufsausbildung

Gehen wir eines nach dem anderen an:

1.

Mich wundert doch arg, wenn Du bereits bei der kommunalen Schuldnerberatung bist, dass Dir - In Deinem Fall- dort nicht der Schritt in die Privatinsolvenz empfohlen wurde und Du diesbezüglich dort dabei entsprechend begleitet wirst, das wäre nämlich die übliche Vorgehensweise.

2.

Auch, wenn es Dir nicht so erscheint, aber dieses "nicht aus dem Bett / der Wohnung wollen" ist durchaus symptomatisch für eine beginnende Depression. Sollte sich das nicht geben (Sport ist übrigens ein super Mittel dagegen, falls Du keine ärztliche Hilfe beanspruchen möchtest), dann bleibt nur der Gang zum Arzt.

3.

Ich sehe folgende Möglichkeiten:

Die naheliegende wäre, bei Deinem derzeitigen Arbeitgeber nachzufragen, ob nicht eine Ausbildung im Unternehmen möglich wäre. Normalerweise spielen die da mit. Das gibt sogar über die HWK oder auch IHK (je nachdem, wo Dein Arbeitgeber angegliedert ist) die Möglichkeit (das macht jede örtliche Kammer anders), eine verkürzte 2jährige berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren, da müsstest Du Dich mal bei der Kammer erkundigen. Oder aber Du machst eine normale duale Ausbildung mit turnusmäßiger Berufsschule.

Sollte dies im derzeitigen Unternehmen nicht möglich sein, würde ich schnellstmöglich auf die Berufsberatung der Arbeitsagentur (morgen ist z.B. bis 18.00 Uhr Sprechtag) gehen und ich entsprechend erkundigen.

In jedem Fall würde ich als Grund nicht den Schuldenabbau nennen, sondern die Tatsache, dass Du Deine künftigen Chancen auf dem Arbeitsmarkt grundlegend verbessern- und aus diesem Grund endlich einen Facharbeiterabschluss machen möchtest. Du hast schließlich immer noch locker 40 Berufsjahre vor Dir. Im derzeitigen Unternehmen würde ich zusätzlich noch erwähnen, dass es Dir im Unternehmen gefällt und Du deshalb gerne dort ... usw..

Zusätzlich stünde Dir neben der Auszubildendenvergütung dann vermutlich Wohngeld zu.

Alles Gute auf Deinem weiteren Lebensweg.

Das ist zwar nicht der Kern der Frage, deshalb hier mal als PS:

Erkundige Dich dringend bei der kommunalen Schuldnerberatung nach Wegen in die Privatinsolvenz. Das sollte, wenn Du keine Unterhaltsschulden hast, bei Dir kein Problem darstellen.

Die Insolvenz gilt als die kaufmännisch richtige Lösung, wenn:

  • Dein pfändbares Einkommen (welches bei der PI durchaus noch höher als der aktuelle Pfändungsfreibetrag sein kann) der nächsten 5 Jahre nicht zur Tilgung aller Schulden ausreicht.
  • andere Vermögenswerte fehlen.

Du würdest dann das Verfahren der Verbraucherinsolvenz (auch Privatinsolvenz) oder der Regelinsolvenz durchlaufen. Beide führen zur Restschuldbefreiung.

Schau deshalb vorab schon einmal hier nach: http://www.berlinschuldnerberatung.de/services/insolvenz-in-3-jahren/?gclid=Cj0KCQjw5LbWBRDCARIsALAbcOdbUzIZM74kZMRY8NOs0Iz_8ul2nFyq7J1hU5El9wd6NaGqBF-9yTcaAuVaEALw_wcB

6€ sind ungefähr das, was du bei deinem regulären Job netto rauskriegst. Abgesehen davon, dass auch für Minijobs der Mindestlohn gilt, verstehe ich nicht, wie du in deiner Situation noch so wählerisch sein kannst.

Du arbeitest seit 5 Jahren als Bürokaufmann? Dann melde dich zur Externenprüfung an! Der nächste Termin ist vermutlich schon im Herbst. Die örtliche IHK berät dich sicher gerne.

http://www.perspektive-berufsabschluss.de/de/501.php

Auch wenn es nicht dein Traumjob ist, ist es der Beruf, in dem du jetzt die besten Chancen hast. Egal, ob du nach bestandener Prüfung beim Chef eine Gehaltserhöhung forderst oder dich mit dem Abschluss gleich anderswo bewirbst, deine Chancen können dadurch nur steigen, und die Prüfungsgebühren halten sich in Grenzen. (Auch da informiert die IHK...)

Nimm´s mir nicht übel, aber in deiner Situation solltest du nicht zu hohe Anforderungen stellen. Du hast dich selbst in die Sch... geritten, also musst du selbst sehen, wie du wieder rauskommst.

Wenn du die Schulden abbezahlt hast, kannst du größere Pläne schmieden.

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