Aus der Kirche austreten Vor-und Nachteile? Großer steuerlicher Vorteil?

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Also Lohnsteuer zahlt man erst ab knapp 1000 Euro brutto bei Steuerklasse 1, daher musst du derzeit auch keine Kirchensteuer zahlen und es lohnt sich derzeit noch nicht, auszutreten, später aber mal schon. 

Neben dem Grundfreibetrag gibt es ja auch noch die Pendlerpauschale und die Absetzbarkeit von Sozialversicherungen, die berücksichtigt werden müssen. 

Wo du austreten musst, hängt vom Bundesland ab, Standesamt, Amtsgericht, Bürgercenter, das kannst du einfach googeln mit deinem Bundesland. Du gehst dort einfach hin, entrichtest eine einmalige Gebühr und erhältst eine Bescheinigung. Davon kannst du deinem Personalbüro eine Kopie zukommen lassen. 

Sobald du dann mal mehr verdienst, wirkt es sich positiv auf dein Einkommen aus, du musst dann mal 8 oder 9 % deiner Lohnsteuer (nicht deines Einkommens und je nach Bundesland) an die Kirche abtreten, wenn du Mitglied bist. 

Nachteile kann ein Austritt haben, wenn du halt auf so Sachen wie Hochzeit, Beerdigung usw. Wert legen würdest und wenn du mal einen Job im kirchlichen Bereich bekommen wolltest (als Erzieher im Kindergarten könnte das Probleme machen oder auch in der kirchlichen Verwaltung).

Ansonsten kann ich dir aus über 30 Jahren Erfahrung sagen, dass es keine Nachteile hat. Bei einer Freundin von mir, die auch ausgetreten ist, weiß die Mutter allerdings nichts davon, weil sie das nicht verstehen würde.

Ich wollte nie kirchlich heiraten und für die Beerdigung gibt es Redner, die meiner Meinung nach gegenüber einem Pfarrer meist den besseren Job machen. Zumindest wenn keine Beziehung mit dem Verstorbenen bestand. Umsonst machen es beide nicht, aber der Redner macht das dauernd, der Pfarrer nur ab und zu. 

Meine Kinder sind nicht getauft, da gab es auch nie Probleme, sie haben aber den Religionsunterricht auf meinen Wunsch besucht, weil ich wollte, dass sie das kennen lernen, damit sie sich später selbst entscheiden können. 

Ich bin gleich am Ende meiner Ausbildung ausgetreten und habe daher nie Kirchensteuer gezahlt, da kommen einige tausend Euros zusammen im 5 stelligen Bereich, da ich immer gearbeitet habe.

Bei 750,- € Brutto hast du keinerlei Steuerabzüge vom Lohn, also lohnt sich aktuell NICHT.

Der Arbeitgeber muss nur deine Daten erneut aus ELStAM laden. Da du aber wie gesagt aktuell keine Steuerabzüge hast, ist das rein akademisch.

Wie trete ich aus der Kirche aus?

Kommt auf das Bundesland an.

Hier in NRW wird der Kirchenaustritt beim Rechtspfleger auf dem zuständigen Amstgericht erkärt und kostet eine Gebühr von 30,- €. Du bist für den Rest deines Lebens nachweispflichtig, dass du ausgetreten bist, also die Unterlagen mehrfach kopieren (elektronisch und tatsächlich) und gut wegpacken.

In anderen Bundesländern erkärt man den Austritt auf dem Standesamt.

Du trittst aus der Kirche am Standesamt aus. Je nach Amt kann das Geld kosten (glaub bis zu 40-50€ oder mit Glück auch nix).

Bei deinem Gehalt wird sich das aktuell finanziell noch nicht sehr lohnen, aber auf Dauer hast du spürbar mehr Geld in der Tasche. (Vorallem wenn es kostenlos sein sollte :D)

Für deinen Arbeitgeber ist das nahezu kein Aufwand. Er bekommt deinen Austritt rückgemeldet und es wird automatisch übernommen. Ihn eine Kopie des Austritts zu geben erleichtert ggf das Vorgehen damit der Mitarbeiter dran denkt (meine Rückmeldung musste ich aktiv Abholen irgendwas wollte da nicht richtig ^^)

Ansonsten gibts für dich wohl kaum eine Umstellung. Es gibt Kirch Arbeitgeber die da scheinbar Stress machen können aber das gibts eher selten.

Man kann natürlich noch erwähnen das Kirchensteuer Sonderausgaben für die Einkommensteuer ist und das wegfallen würde ^^ Am Ende natürlich immernoch mehr Netto für dich aber man kanns erwähnen :D

Es kommt bei solchen Überlegungen auch auf deinen Charakter an.

Wenn du für Frieden, Volksgesundheit usw. bist, dann wäre ein Kirchenausgtritt für dich zusätzlich auch ein emotionaler Gewinn, besonders, wenn manche Medienmeldungen für dich eine Bedeutung haben, wie z. B.:

"Die katholische Pax-Bank, die für Ethik in der Geldanlage wirbt, hat
laut “Spiegel“ hohe Summen in Aktien von Rüstungs- und Tabakkonzernen
sowie eines Verhütungsmittel-Herstellers angelegt."

Seit dem 1. März 2017 sind in Hessen nicht mehr die Amtsgerichte, sondern
die örtlichen Gemeindeverwaltungen (Bürgerämter / Meldebehörden) für den Kirchenaustritt zuständig.

Wer ist denn nicht für Frieden und Volksgesundheit? ^^' 

Ich komme leider nicht aus Hessen xD

@RexTenebrae

Wer in Rüstung und Suchtmittel investiert, befindet sich garantiert im Erklärungsnotstand, wenn er begründen soll, wie so etwas dem Frieden und der Volksgesundheit dient.

Ich habe versäumt, das Wort "Hessen" zu löschen. Doch Kirchenaustritte erfolgen bundesweit nicht mehr über die Amtsgerichte. Frage einfach beim Einwohnermeldeamt nach, wie es an deinem Wohnort geregelt ist.

@Dxmklvw

Z.B. in Nordrhein-Westfalen oder Berlin sind weiterhin die Amtsgerichte zuständig.

Hallo,

steuerlich lohnt sich das schon. In Deiner Ausbdilung mag die Kirchensteuer noch nicht so viel ausmachen. Später ist das eine nette Summe die du dir sparen kannst, wenn du wirklich nichts mit der Kirche am Hut hast.

Nachteile:

  • Bei einem Kirchenaustritt droht in manchen Familien eine Krise.
  • Religiöse Zeremonien (wie krichliche Trauung oder kirchliche Beisetzung) schließen sich weitestgehend aus. Ist ja irgendwie auch logisch.
  • Nicht zu vergessen: Die Kirche ist in manchen Regionen und vorallem in bestimmten Berufsgruppen (z.B. Soziales) ein sehr großer Arbeitgeber.  Ohne Kirchenzugehörigkeit ist es da manchmal schwerer jobtechnisch unterzukommen bzw. manchmal sogar unmöglich.

Wie trittst du aus der Kirche aus?  Dazu musst du ins Standesamt deiner Stadt oder Kreises und deinen Austritt erklären.

Ach, die Nachteile kratzen mich kaum, ich glaube meiner Familie macht das nichts aus, und wenn doch, ist mir das auch egal. xD 

Kirchlich Trauen und Beisetzten möchte ich mich eh auf keinen Fall lassen. 

Und ich werde vermutlich nur in größeren unabhängigen Firmen im Büro arbeiten, deshalb dürfte das auch egal sein. ;) 

Danke! 

In Deiner Ausbdilung mag die Kirchensteuer noch nicht so viel ausmachen.

Bei 750 € monatlich fällt bei Steuerklasse I keine Lohnsteuer und somit auch keine Kirchensteuer an.

@PatrickLassan

Danke für die Konkretisierung. Wobei ich davon ausgegangen bin, dass der Grundfreibetrag bei 8820 € im Jahr liegt. Das wären dann 735 € im Monat. 750 € liegen darüber. Habe ich einen Denkfehler?

@Manioro

Schau auf Deine Gehaltsabrechnung. 

Ist dort Lohnsteuer ausgewiesen?

Nein? Also....

@Helmuthk

Also bei MIR ist definitiv Lohnsteuer ausgewiesen. Aber hier geht es ja auch nicht um mich.

@Manioro

Ich habe meine Gehaltsabrechnung leider gerade nicht zur Hand ^^' 

@Manioro

Habe ich einen Denkfehler?

Bruttolohn ist was anderes als zu versteuerndes Einkommen.

Ich zahle mir selbst einen Bruttolohn von lediglich 2.000,- € im Monat, habe aber aufgrund anderer Einkünfte (Gewerbebetrieb) ein zu versteuerndes Einkommen von etwa 200.000,- € im Jahr.

@Manioro

Der Denkfehler sind die nicht berücksichtigen Ausgaben, die man ebenfalls vom Bruttogehalt subtrahieren sollte bevor der Grundfreibetrag greift. (Werbungspauschale, Kosten für Versicherungen usw.)

Amtsgericht

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