Auflösung des Arbeitsverhältnis trotz unwirksamer Kündigung-Auflösungsantrag beim Gericht durch Arbeitgeber Seite?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Situation habe ich schon öfter erlebt. Noch im Kammertermin kann ein Auflösungsantrag gestellt werden. Wie man sich gegen den Auflösungsantrag stellt hängt erst einmal davon ab, wann genau der Auflösungsantrag gestellt wurde. Prozesswahl stellt sich die Frage, ob man zu dem Auflösungsantrag noch mal Stellung nehmen möchte. Bei den meisten Auflösungsanträgen reicht ein kurzer mündlicher Vortrag, dass eine den Betriebszwecken dienliche weitere Zusammenarbeit erwartet werden kann. Das liegt einfach daran, dass die meisten Auflösungsanträge zum Scheitern verurteilt sind. Eine andere Situation wäre nur gegeben, bei echten leitenden Angestellten. Bei Arbeitnehmern sind die Voraussetzungen nur selten gegeben. Die gerichtlichen Anforderungen sind hier extrem hoch. Im Zweifel muss dies allerdings der eingeschaltete Rechtsanwalt beurteilen. Gegebenenfalls muss auf den Schriftsatz erwidert werden und dargestellt werden, dass die Voraussetzung für einen Auflösungsantrag nicht gegeben sind. Also von daher hängt die Frage, wie man sich gegen den Auflösungsantrag werden kann, erst einmal davon ab, wann der Auflösungsantrag gestellt wird. Darüber hinaus sind ohnehin schon etwa 80 % der Auflösungsanträge nicht stichhaltig, wie Juristen sprechen von nicht substantiiert.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Mein AG weiß genau, dass ich nicht bereit bin, dass Arbeitsverhältnis aufzulösen. Angebote für eine Abfindung habe ich abgelehnt. Der Auflösungsantrag ist eine gute Strategie um mich loszuwerden. Ich werde quasi gezwungen eine Abfindung zu erhalten. Wie kann nun ein Arbeitnehmer beweisen, dass die Zusammenarbeit in der Zukunft nicht leiden wird.? Ich könnte mich doch versetzten lassen. Die Möglichkeit hat mein Arbeitgeber. Wir sind bundesweit vertreten.

@Graceland1011

Erst einmal ist es umgekehrt: der Arbeitgeber muss darlegen und beweisen, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist. Und dieser Beweis ist extrem schwer. Als Arbeitnehmer reicht es grundsätzlich vorzutragen, dass eine weitere Zusammenarbeit möglich ist. Im Einzelfall bitte alles genau mit dem Rechtsanwalt absprechen

Du kannst den Vorschlag des Gerichtes im Gütetermin ablehnen.

Dann wird es eine Verhandlung geben und ein Urteil.

Ob dieses besser für Dich ausgehen wird, steht zunächst in den Sternen. Die Möglichkeit den Job auch ohne Abfindung zu verlieren, gibt es dann auch noch.

Entscheide, denn darauf kommt es an und ob eine Zusammenarbeit weiterhin möglich ist. Je kleiner der Betrieb umso unwahrscheinlicher.

In Großbetrieben sind Fortbestand einer Beschäftigung eher - weil Umsetzungs-/Versetzungsmöglichkeiten vorhanden - möglich.

Gütetermin war schon. Der nächste Schritt ist Kammertermin. Ich gehe davon aus, dass die Kündigung unwirksam ist. Mein AG hat den Plan, mich mit einer Auflösungsantrag loszuwerden. Wie kann man sich als AN er dagegen wehren?

@Graceland1011

Nächste Instanz ?!,

... und Kosten investieren für einen, möglicherweise verlierenden Prozessausgang. Man kann sich durchaus dabei eine blutige Nase holen. Im günstigen Fall, Erfahrung sammeln, auch wenn die Klage verloren wird.

@KHSchindelar

Außerdem muss der AG erst einmal den Auflösungsantrag durch bekommen, denn die Hürden sind hoch und viele werden abgeschmettert.

@rotreginak02

Ich habe schon Pferde kotzen sehen, so lautet doch ein Spruch. :o)

Ich bin schon aus Gerichtssälen gegangen, in der festen Überzeugung - nach Rede des Richters - der Prozess sei gewonnen. Das Urteil sah hinterher ganz anders aus.

Eindrücke die vor Gericht gewonnen werden, entsprechen nicht immer den - verkündeten - Urteilen.

Vor Gericht und auf hoher See ... :o)

@KHSchindelar

Da stimme ich dir durchaus zu...

Wie kann man sich gegen eine Auflösungsantrag als Arbeitnehmer wehren?

Das Gericht davon überzeugen, dass für eine Auflösung kein Anlass und durchaus die Möglichkeit einer weiteren, vertrauensvollen Zusammenarbeit besteht.

... und dass dies dem Arbeitgeber keineswegs unzumutbar ist/wäre.

Allein durch die Stellung eines Auflösungsantrag durch den AG ist es noch längst nicht sicher, dass dieser auch Erfolg hat, denn dazu bedarf es der Prüfung des Gerichtes, ob entsprechende Gründe vorliegen, die eine den Betriebszwecken dienliche weitere Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht erwarten lassen (§ 9 Abs.1 Satz 2 KSchG). 

Hierzu gibt es jede Menge Urteile in allen Instanzen, denn die Hürden für die Auflösung sind für den AG sehr hoch. Dies muss also im Einzelfall geprüft werden und falls das Gericht die Gründe sieht, stimmt es der Auflösung zu unter Nennung einer Abfindungshöhe.

das versteh`wer will: wenn der AN sowieso " gewonnen " hat, weil du ja " erfolgreicher " Kündigungsklage schreibst, dann könnte der AN ja auf Weiterbeschäftigung " pochen ", wenn er es mit der Kündigungsklage " ernst " meint

oder ist das dann einzusätzlicher Trumpf(karte) für eine höhere Auflösungssumme?! genaugenommen handelt es sich bei dem Gezerre bez. eines Auflösungsvertrages gar nicht um eine Kündigungsschutzklage, zumindest dann nicht, wenn der AN sowieso nicht mehr weiter zu arbeiten gedenkt...

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