Aufhebungsvertrag. Was ist wenn er nicht unterschreibt?

11 Antworten

Einen neuen Ausbildungsplatz suchen / Finden, dann die Kündigung schreiben und abgeben. Denke beim Neuvertrag an die Kündigungsfrist des Altvertrags.

Einen neuen Ausbildungsplatz suchen / Finden, dann die Kündigung schreiben und abgeben.

 

Auch hier nochmal der Hinweis: Ein Auszubildender kann nur dann kündigen, wenn er sich in einem anderen Beruf ausbilden lassen will.

Eine Kündigung wegen eines Unternehmenswechsels geht nicht.

 

@ChristianLE

Der Betrieb kann nach der Probezeit nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen kündigen.

@Novos

Der Artikel besagt genau das, was ich die ganze Zeit schreibe.

Eine ordentliche Kündigung ist nur bei Berufsaufgabe möglich.

@ChristianLE

@ ChristanLE: Wie anders kann sich ein Azubi wehren, wenn der Betrieb nicht den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt?


@Muhtant

Nochmal...FALSCH

 

Begründung? Wie kann man denn diesen § 22 BBiG derart falsch interpretieren?

Ich zitiere:

(2) Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis nur gekündigt werden

1.
aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist,
2.
von Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen wollen.

Ich lese hier nichts von einem Unternehmenswechsel.

Wenn ein Ausbildungsvertrag gekündigt wird, dann nicht nur gegenüber den Betrieb, sondern auch gegenüber der Kammer, d.h. der Ausbilder meldet die Kündigung an die IHK und der gesamte Ausbildungsvertrag ist unwirksam.

 

@Novos

Wie anders kann sich ein Azubi wehren, wenn der Betrieb nicht den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt?

 

Die Unterschrift über den Aufhebungsvertrag muss vor Gericht eingeklagt werden.

@ChristianLE

..."Zum Beispiel, wenn ein Azubi unzufrieden mit seiner Ausbildung ist und lieber etwas anderes machen möchte, oder..."

Den Betrieb zu wechseln, wenn man unzufrieden ist und sich eine andere zu suchen, ist völlig normal - da passiert zig Mal

Man kann gegen eine Kündigung nicht widersprechen... wenn du schriftlich (!) fristgerecht kündigst, musst du noch 6 Wochen dort arbeiten und kannst dann gehen. Außerdem dürfte doch noch eine Probezeit bei dir greifen oder? (schau mal im Vertrag nach) in dem Fall kannst du auch einfach ohne Angabe von Gründen direkt gehen (trotzdem schriftlich kündigen)

Man kann gegen eine Kündigung nicht widersprechen... wenn du schriftlich (!) fristgerecht kündigst, musst du noch 6 Wochen dort arbeiten und kannst dann gehen.

 

Das funktioniert nicht.

Auch die Kündigungsmöglichkeiten für einen Auszubildenden sind beschränkt.

Folglich kann der Azubi nur dann kündigen, wenn er den Beruf nicht mehr erlernen möchte, bzw. eine andere Ausbildung beginnen will.

Die Kündigung eines Ausbildungsvertrags heißt nämlich nicht, dass nur der Vertrag mit dem Betrieb gekündigt wird.

Vielmehr wird der gesamte Lehrvertrag (einschließlich IHK) gekündigt.

Er müsste dann wieder von vorn anfangen (und in einem anderen Ausbildungsberuf).

 

@ChristianLE

Wenn triftige Gründe für einen Wechsel sprechen (z. B. fehlende Vermittlung von Lehrinhalten)...aber Hallo...was meinst du wie das Arbeitsgericht urteilt?

Und nicht nur das...die Ausbildungsberechtigung wird sogar in Frage gestellt...

@Muhtant

Dann muss die Unterschrift zum Aufhebungsvertrag gerichtlich erwirkt werden.

Der § 22 BBiG ist hier eindeutig.

Eine Kündigung des Ausbildungsverhältnisses bedeutet immer die Kündigung des gesamten Lehrvertrags, einschließlich IHK.

Selbst wenn er kündigen könnte, müsste er wieder von vorn anfangen.

@ChristianLE

Du sagst es selbst, dass BBiG ist hier tatsächlich sehr eindeutig!

@Muhtant

und wo liest Du dort etwas von Unternehmenswechsel?

Wenn in der "Aufgabenliste" fast nur berufsfremde Tätigkeiten stehen die Dir für Deine Ausbildung nichts nützen und Du dem Arbeitgeber dadurch reguläre Arbeitskräfte ersparen sollst, widerspricht § 14 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz. Da steht:

"Auszubildenden dürfen nur Verrichtungen übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und ihren körperlichen Kräften angemessen sind."

Leg Deinem Chef mal folgendes vor:

http://www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/pflichten-des-ausbilders.html

Vielleicht kannst Du ihn damit "überreden", den Aufhebungsvertrag zu unterschreiben.

Leider ist das bei der IHK immer wieder der Fall, dass sie sich nicht so um die Fälle kümmern, wie sie eigentlich sollten. Wenn man Glück hat, gerät man an einen engagierten Mitarbeiter, es gibt aber leider (wie überall) auch solche, die sich nicht gerne besonders bemühen.

Wir hatten auch so einen Fall. Bei uns hat eine "Azubine" im dritten Lehrjahr angefangen, weil es im vorigen Betrieb einfach nicht mehr ging. Den Ausbildungsplatz bei uns hat ihr aber der zuständige Gewerkschaftssekretär (sie ist Gewerkschaftsmitglied) besorgt, weil die IHK sie auch hat hängenlassen.

 

Wenn die IHK nicht helfen will, so würde ich das mal der örtlichen Tageszeitung melden; die IHK muss reagieren, den Betrieb abmahnen und ggf. für die Ausbildung sperren. Macht die IHK nicht ihren Job, so würde ich das öffentlich machen.

Erstmal würde ich abwarten, ob der Chef nicht doch unterschreibt. Wenn nicht, gibt es zwei Möglichkeiten

1. Fristlose Kündigung, weil der Betrieb sich nicht an den Ausbildungszielen hält. Allerdings sollte vorher eine Abmahnung von dir an den Betrieb gehen

2. Du kündigst ordentlich mit einer Frist von 4 Wochen (zu jeden beliebigen Zeitpunkt, also nicht nur zum Monatsende). Machst du es also noch diese Woche oder diesen Monat, so kannst du Ende März bei deiner neuen Stelle anfangen

Mit einer ordentlichen Kündigung kann ich nicht den gleichen Beruf erlernen.

@Girli2

Dann machen wir es einfach. Du kündigst heute zum 22.03.2017 und am 01.04. fällt dir plötzlich, dass du doch den Beruf weiter lernen willst.

Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz)

Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:
• schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz

• mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel
• eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten

• Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)

• mehrmalige ausbleibende Ausbildungsvergütung
• wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, entzogen wird oder er gar keine besitzt

• angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist

• Systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)


Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam.

Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z.B. ausbildungsfremde Tätigkeiten), dann musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein, die zuständige Kammer mit einzubeziehen und die Schlichtung einzuberufen. Falls sich daraufhin nichts ändern sollte, dann hast du die Möglichkeit fristlos zu kündigen.

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