Aufforderung zur Steuererklärung bei Rentnern trotz Nichtübersteigen des Grundfreibetrags?

4 Antworten

Rentner sind auch zur Abgabe verpflichtet, denn es ist inzwischen steuerpflichtiges Einkommen. Woher soll das Finanzamt denn euer gemeinsames Einkommen kennen, glaubst du, die haben eine Kugel zum Hellsehen? Vielleicht bekommst du ja verschiedene Renten (Ausland, Betriebsrente, Hinterbliebenenrente).

Das ist daher kein Fehler, jeder Rentner bekommt früher oder später eine Aufforderung zur Abgabe. Meine Eltern haben dies daher schon vor Jahren gemacht, bevor sie angemahnt werden.

Du machst also schnellstens eine gemeinsame Veranlagung mit deiner Frau, gibst deine Rente an und das Einkommen deiner Frau für die 3 Monate und ggf. Arbeitslosengeld oder du schreibst, dass sie sonst kein Einkommen hatte. Das ganze ist in 30 Minuten gemacht, entweder ueber Elster oder hol dir die Vordrucke kostenlos online.

Du bekommst dann einen Bescheid, dass du nichts zu zahlen hast und die sagen dir, ob du noch weitere Erklärungen zu machen hast. Wahrscheinlich bist du bei der Rente aber raus.

Bei meinen Eltern (höhere Rente) war es so, dass sie 3 Jahre später nochmal eine Erklärung abgeben mussten, wo sich ebenfalls keine Nachzahlung ergab. Dann war das erledigt, sie mussten keine Erklärung mehr abgeben.

denn es ist inzwischen steuerpflichtiges Einkommen.

Das war es eigentlich immer schon, nur sind heute mehr Rentner steuerpflichtig, weil der zu versteuernde Anteil der Rente heute höher ist.

Und muss ich auch diese "Nichtveranlagungsbecheinigung" auch beantragen oder ist das dann nicht nötig?

Zumindest theoretisch besteht eine Abgabepflicht:

§ 149 Abgabenordnung:

Die Steuergesetze bestimmen, wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist. Zur Abgabe einer Steuererklärung ist auch verpflichtet, wer hierzu von der Finanzbehörde aufgefordert wird.

https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__149.html

§ 46 Einkommensteuergesetz:

Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, so wird eine Veranlagung nur durchgeführt, .... wenn die positive Summe der einkommensteuerpflichtigen Einkünfte, die nicht dem Steuerabzug vom Arbeitslohn zu unterwerfen waren, vermindert um die darauf entfallenden Beträge nach § 13 Absatz 3 und § 24a, oder die positive Summe der Einkünfte und Leistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, jeweils mehr als 410 Euro beträgt;

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__46.html

Könntest du den zweiten Teil erklären, verstehe ihn nicht so ganz. Und der erste Teil: Es kann sich hierbei doch auch um einen Fehler handeln. Auf der Aufforderung steht dass das Schreiben maschinell erstellt wurde und auf der Rückseite dass man auch Einspruch erheben kann. Naja morgen früh werde ich es sowieso herausfinden

@Kostros

Man ist dann zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, wenn man außer Einkünften, von denen Lohnsteuer erhoben wurde, noch weitere Einkünfte hat, von denen keine erhoben wurde - in deinem Fall die Rente.

@Kostros

"Der Hans" hat mit seinem Kommentar oben vollkommen recht. Du gibst deine Steuererklärung ab und beantragst dann eine "Nichtveranlagungsbecheinigung" diese gilt in der Regel 3 Jahre wenn du die Freibeträge nicht überschreitest.

In dieser Zeit musst du dann keine Steuererklärung machen. Du kannst übrigens bei deiner Rentenversicherung anrufen, diese schickt Dir dann kostenlos jedes Jahr deine Rentenübersicht extra fürs Finanzamt per Post.

Solltest du keine Ahnung von Steuern haben, bei deiner kleiner Rente erledigt ein Lohnsteuerverein (z.B. VLH) für derzeit 39,00€ im Jahr deine Steuersachen für dich und kümmert sich auch darum wenn es kloppe mit dem Amt gibt.

Solltest du in einer Gewerkschaft sein und nur Renteneinkünfte haben also keine anderen Einhamen, dürfen diese für Mitglieder auch kostenlos die Steuererklärung fertig machen. Bei weiteren Einkünften muß man Lohnstuerhilfevereine oder wenn Umsatzsteuer im Spiel ist sogar nen Steuerberater nehmen. Da nicht jede der Organisationen alles darf.

Als "Neurentner" muss mindestens einmal eine Steuererklärung abgegeben werden.

Erst danach kann ja eine "Nichtveranlagung" bescheinigt werden.

Hallo,

ganz einfach, weil deine Frau Arbeitslosengeld I bekommen hat, dieses unterliegt dem Progressionsvorbvehalt.

Also müsst ihr beide eine Steuererklärung abgeben.

Sie hat aber kein Arbeitslosengeld erhalten. Wir haben die Hilfeleistung abgelehnt. Meine Frau hat also nur 3 Monate lang Geld verdient und sonst gar nichts

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