Auf ebay kleinanzeigen betrügen?

5 Antworten

Also ist das jetzt eine fiktive Frage - Oder ist die Situation realistisch?

Zur Rechtslage:

Wenn der Käufer den Kaufpreis überwiesen hat, hat er wohl von dir die Kontoverbindung. Also kann man davon ausgehen, dass ein Kaufvertrag zustande gekommen ist.

Vertrag (Angebot des Verkäuffers & Annahme des Angebots durch den Käufer)

Begriff und Bedeutung

Ein Vertrag erfordert übereinstimmende Willenserklärungen, das sind das Vertragsangebot und die Annahme. Mit der Annahme des Angebots kommt es zum Vertragsschluss.

Übereinstimmende Willenserklärung

Verkäufer: Ja - Ich will verkaufen (Ich mache dir ein Angebot)

Käufer: Ja - ich will kaufen (Ich nehme dein Angebot an)

In diesem Moment ist ein rechtsverbindlicher Kaufvertrag zustande gekommen.

Vertragstypische Pflichten beim Kaufvertrag nach § 433 BGB

Der Verkäufer ist verpflichtet die Kaufsache frei von Sachmängel und wie vereinbart zu liefern.

Der Käufer ist verpflichtet, die Kaufsache zu bezahlen und anzunehmen.

Weil es zum Thema passt, versuche ich ich nun einmal zu erklären, weshalb ignorieren und verstecken keinen Sinn macht.

Auch der Parade-Spruch: "Ich kann leider nicht liefern, weil mir der Artikel (z.B. Handy) kaputt gegangen ist" Oder: "Ich habe die Sache nun anderweitig verkauft -Pech gehabt.

Das Gleiche gilt für den ganzen Stuss von "Kaufabbruch" usw.

Die Sache wird eigentlich ganz einfach und problemlos nachvollziehbar, wenn man folgende Zusammenhänge begriffen hat:

Jetzt kommt ein Wort, das wahrscheinlich nicht so geläufig ist. Das macht aber überhaupt nichts. Auch der anschließende Gesetzestext, muss nicht auswendig gelernt werden. Was danach kommt, dass ist es, worauf es ankommt.

Abstraktionsprinzip

Das Abstraktionsprinzip ist das Grundprinzip des BGB. Es besteht aus dem Trennungsprinzip und dem Abstraktionsprinzip im eigentlichen Sinn. Nach dem Trennungsprinzip ist zwischen den Leistungspflichten(Verpflichtungsgeschäft wie Kaufvertrag, § 433 BGB) der Vertragsparteien und der Erfüllung der Leistung (Verfügung, z. B. Übereignung und Eigentumsverschaffung, § 929 BGB) zu unterscheiden. Beide Vorgänge sind voneinander getrennt zu betrachtende Rechtsgeschäfte.

Beispiel

Willi kauf von Susi ein Notebook für 350,- EUR

Das Verpflichtungsgeschäft (= Kaufvertrag nach § 433 / 1 BGB - auf Übergabe und Übereignung des Notbooks)

Gut zu wissen: Aleine durch den Abschluss des Kaufvertrags wird Willi nicht Eigentümer der Kaufsache!

  • Verpfflichtungsgeschäft (=Kaufvertrag nach § 433 BGB)
  • Verfügungsgeschäft (= Übereignung des Notebooks nach § 929 BGB)
  • Verfügungsgeschäft (= Bezahlung des Kaufpreises von 350,- EUR)

Wichtig zu wissen: Das Verpflichtungsgeschäft und das Verfügungsgeschäft, sind rechtlich vollkommen unabhängig.

Was heißt das nun letztendlich für die Vertragspartner ???

Das heißt, selbst wenn der Kaufvertrag als solcher nichtig ist (zurück gegeben, storniert, gekündigt, gebrochen oder was auch immer), berührt dies in keinster Weise das Verfügungsgeschäft !!!

Gut zu wissen: Das der Käufer kein Eigentum an der Kaufsache erworben hat, sondern nur einen Anspruch auf Erfüllung der Leistung, bleibt sowohl der Anspruch des Käufers auf Übereignung der Kaufsache, wie auch der Anspruch des Verkäufers, auf Übereignung des Kaufpreises bestehen.

Sieht alles etwas problematisch aus. Ist es aber nicht.

Im Internet gibt es, wie zu allem, auch über das Abstraktionsprinzip Tausende von Beispielen und Erklärungen.

Fakt ist: Wer Verträge schließt, also kauft und verkauft, hat zwingend auch jedes Mal mit diesen Sachen zu tun.

Beim Kaufrecht geht es weniger um juristisches Fachwissen, sondern um das Verstehen von Zusammenhängen. (Logisches Denken)

Und ich sage es immer wieder: "Sehr euch einfach zwischendurch mal das eBay-Rechtsportal an"

Und nicht erst wenn der Baum brennt - sondern dann, wenn man in Ruhe, nach Lust und Laune aussuchen kann, was einen interessiert.

Im Laufe der Zeit, hat man zwar nicht alles auswendig gelernt, aber man kann sich erinnern, das Eine oder Andere, schon mal gesehen zu haben.

Wenn du bereits Betrugsopfer geworden bist, ist es zu spät. Dann kommst du hier vorbei und fragst, was noch geht.

Jeder weiß, dass abgezockt wird. Das ist nicht das Problem. Die Faulheit, die Bequemlichkeit, Überheblichlichkeit und Blauäugigkeit, sind maßgeblich beteiligt, wenn es um Abzocke geht.

Und damit auch in den meisten Fällen auch das leichtsinnige Opfer selbst.

Es wird auch dieses Mal kaum jemanden interessieren. Morgen, Übermorgen und jeden verdammten anderen Tag, berichten User über ihre Probleme beim Onlinehandel.

"Wer sich heute die Zeit spart, sich zu informieren. Spart später um die Folgen zu bezahlen"

Schön deine ausführliche Beschreibung, aber so wie den FS verstanden habe hat er Geld für Ware kassiert und diese dann nicht versendet. Das ist ganz einfach Betrug. Ich als Käufer würde ihn auffordern zu versenden und wenn dies nicht geschieht Anzeige stellen Name ist ja bekannt.

@eire80

Du hast vollkommen Recht. Betrug setzt immer einen Vorsatz voraus. Aber den würde ich hier auch sehen.

Allerdings gehe ich davon aus, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt.

Wer hier jeden Tag die Erlebnisse von anderen Betrug & Abzocke liest, macht sich vielleicht auch mal Gedanken, was wäre wenn........

Seien wir doch mal ehrlich, ein paar Scheine nebenbei, könnte sicher jeder gebrauchen. Und auf der Straße, würde auch niemand einen 50-Euro-Schein liegen lassen, weil er ihm nicht gehört - oder? Es würde ihn auch keiner zum Fundbüro schleppen, wozu man eigentlich verpflichtet ist.

Der Unterschied liegt im Gewissen. Es ist wesentlich einfacher einen Geldschein aufzuheben und in die Tasche zu stecken, als einen anderen bewusst zu betrügen. Und natürlich möchte niemand im Familien- und Bekanntenkreis als Abzocker dastehen.

In einem realen Fall, würde ich aber genauso vorgehen, wie von dir beschrieben.

Die Käufer stellen Strafanzeige gegen Dich.

Danach wird gegen Dich wegen Betrugsvorwurf ermittelt, dann erfolgt die Ermittlung des Staatsanwalt, die Gerichtsverhandlung und dann wirst Du verknackt.

Ab 14 bist Du strafmündig.

Du weißt nicht, wie man einen Einschreibe-Brief versendet, aber solche Gedanken machst Du Dir?

Du hast ganz schnell eine Anzeige wegen Warenbetrugs am Hals und verbaust Dir Deine Zukunft.

Die betrogene Person hat ja sehr wahrscheinlich deine IBAN oder deine Paypaladresse.

Mit dem Chatverlauf, deiner IBAN (oder PP-Adresse) und dem Überweisungsbeleg geht er dann ganz einfach zu Polizei und zeigt dich an.

Die Polizei ermittelt dann deine Daten und du erhältst daraufhin Post von der Polizei (Betrug). Die Strafe ist dann Abhängig von deinen Vorstrafen, deinem Alter etc.

Sie könnte dich anzeigen. Wenn sie dir überweist, hat sie ein Konto und somit auch einen Namen bzw. ein Konto hat immer einen Halter, den man identifizieren kann, also bleib sauber ;)

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