Arbeitzeit bei Arbeitsmangel

5 Antworten

Bietet ein AN seine Arbeitskraft an und der AG lässt ihn nicht arbeiten (egal ob es Arbeit gibt oder nicht), befindet sich der AG nach § 615 BGB in Annahmeverzug. Danach muss der AN bezahlt werden als hätte er gearbeitet. Minusstunden können dadurch nicht entstehen uns es muss auch nicht nachgearbeitet werden.Wenn Dein AG keine Arbeit hat ist das sein Betriebsrisiko. Das kann er nicht auf die AN abwälzen.

Mit Urlaubstagen kann schon gar nichts "verrechnet" werden, da Urlaub der Erholung dient und der AG hier nicht eingreifen darf und außerdem wie oben geschrieben gar keine Minusstunden entstehen können.

Ich gehe davon aus, dass Du einen Arbeitsvertrag mit einer fest vereinbarten Arbeitszeit hast.

Wenn das so ist:

Alleine diese Vereinbarung verpflichtet den Arbeitgeber - das ist eine seiner Hauptpflichten aus dem Arbeitsvertrag neben der Lohnzahlung -, Dir im vereinbarten Umfang Arbeit zuzuweisen! Kann oder will er das nicht, gerät er nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" Satz 1 in den sogenannten Annahmeverzug:

Kommt der Dienstberechtigte [Anmerk.: der Arbeitgeber] mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete [Anmerk.: der Arbeitnehmer] für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein.

Mit anderen Worten: Du musst "ganz normal" bezahlt werden, auch wenn Du wegen der Anordnung des Arbeitgebers nicht arbeiten konntest oder durftest, und musst die "versäumten" Stunden auch nicht nachholen - schon gar nicht dürfen sie mit Überstunden oder Urlaub verrechnet werden.

Es ist auch nicht unbedingt notwendig, dass Du Deine Arbeitskraft ausdrücklich anbietest, also erklärst, Du würdest aber arbeiten wollen, wenn Dir der Arbeitgeber sagt, Du sollest zu Hause bleiben: Alleine schon die vertragliche Vereinbarung einer bestimmten Stundenzahl ist ausreichend für die Verpflichtung des Arbeitgebers, diese auch zu bezahlen in dem Fall, dass er nicht genug Arbeit hat.

Dein Urlaub dient Dir zur Erholung und nicht zur Überbrückung von Arbeitsmangel Deines Chefs. Du musst also die Möglichkeit haben, Deinen Urlaub nach Deinen Bedürfnissen bzw. Erfordernissen einplanen zu können. Teile das ganz einfach Deinem Chef mit.

Überstundenabbau ist bei Zeitarbeit Leiharbeit dafür zulässig, sonst gilt eigentlich der Paragraph § 615 BGB, das Geschäftsrisiko hat der Arbeitgeber. Wenn er Dich nicht einsetzen kann, muß er auch bezahlen, vor allem, wenn die Überstunden zur Neige gehen

Das habe ich auch mal erfragt beim Online-Rechtsschutz, weil es bei mir um die gleichen Fragen ging

Hier zieht der AG aber auch einfach Urlaub ab. Das geht definitiv nicht.

stimmt, einfach Urlaub abzuziehen, ist unverschämt. Ich habe meinem Arbeitgeber damals auch eine Abmahnung erteilt, warum also nicht auch ? Warum soll der Arbeitnehmer Abmahnungen erhalten, wenn man dem Arbeitgeber auch Abmahnungen erteilen darf

Gewerkschaft, Arbeitsgericht oder notfalls mit Beratungshilfeschein zum Fachanwalt für Arbeitsrecht

Der Anwalt teilte mir mit, daß der Arbeitgeber eben das Risiko hat nach § 615 im Bürgerlichen Gesetzbuch, Dich einzusetzen. Wenn er das nicht kann & Du die Arbeitsbereitschaft erklärst, muß der trotzdem bezahlen

Wie man schon sagte, notfalls muß der Arbeitgeber eben kündigen aus Arbeitsmangel

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