Arbeitszeitgesetz - Ruhezeiten?

5 Antworten

Vertrauensarbeitszeit ist tatsächlich ein Problem. Es ist bekannt, dass in vielen Unternehmen die Mitarbeiter über die Arbeitszeit hinaus tätig sind. Eine Kontrolle diesbezüglich ist nicht möglich bzw. nicht gewünscht; deswegen nennt es sich ja "Vertrauensarbeitszeit".

Wird in der Firma "ausgestempelt" und zu Hause ohne Zeiterfassung weitergearbeitet, ist ein Nachweis schlichtweg nicht möglich. Daher gilt die offizielle Zeiterfassung.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Wenn nun ein Angestellter nachmittags um 17 Uhr absticht, zuhause dann aber noch Mails bearbeitet, ohne sich die Zeit erfassen zu lassen...was ist dann ausschlaggebend?
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Es liegt doch an Dir, wenn es keine Arbeitszeiten an einem festen Arbeitsplatz sind, die Zeit einzuteilen.

Wen willst Du - für Deine Entscheidung - verantwortlich machen ?

Wäre dem so, könnte man ja auch sagen Oh, mir ist so gegen Mitternacht noch etwas über die Arbeit eingefallen ... und Denken gehört mit zu meinem Job, ergo kann ich um 8 Uhr - wegen Einhaltung der Ruhezeit - nicht zur Arbeit kommen.

Tut mir leid, solche Auffassungen kann ich nicht nachvollziehen.

Auch dann nicht, wenn man sich Arbeit - freie Entscheidung - mit nach Hause nimmt, weil man Zeit dafür nicht am Arbeitsplatz verbringen möchte. (Gründe lasse ich mal dahingestellt)

Wenn Dein Arbeitgeber die "Heimarbeit" nicht anweist, ist es Deine Entscheidung, was Du in/mit Deiner "Freizeit" anstellst.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Nicht erfasste Zeit ist nicht erfasste Zeit ist nicht erfasste Zeit ist nicht Arbeitszeit.

Für die Zukunft (Zwang die Zeiten haargenau zu erfassen) sehe ich ettliche Verbote für die Heimarbeit auf uns zukommen.

Ich persönlich werde Heimarbeitsplätze abschaffen. Die Überwachung der Einhaltung von Arbeitszeiten ist ohne großen Kosten- und Technikeinsatz im Heimarbeitsbereich aus meiner Sicht nicht zu gewährleisten. Plus: Datenschutz.

Ich geb dir da absolut Recht, allerdings muss nicht jeder MA bis ins Detail überwacht werden. Die Resultate zählen und Heimarbeit muss man sich erst mal verdienen. So läuft es zumindest bei uns in der Firma. Ich mache eine regelmässige Datenerfassung für die ich mich sehr konzentrieren muss, diese kann ich an einem Tag in der Woche von zu Hause aus erledigen. An diesem Tag bin ich wesentlich produktiver, als sonst den Rest der Woche ;)

Die "Überwachung" findet in diesem Fall durch die offensichtlich erledigte Arbeit statt. Ausserdem steht es jedem Frei, jederzeit anzurufen oder zu schreiben. Wenn dann keine Reaktion / Antwort kommt, ist auch klar was der MA tatsächlich macht...

@SecretSecretary

Aktuell reicht das aber nicht, um die Zeiten komplett zu überwachen.

Wenn die Eingabe/Veränderung von Daten genau mit der Arbeitszeit korreliert, dann mag das noch einigermaßen aufgehen. Gehts dann aber auch um analoge Geschichten (Kommunikation, Schreibarbeit,...) dann bist du entweder bei der Vollüberwachung oder gibst es eben auf.

Aber: das kommt natürlich auch auf den Mitarbeiter drauf an. Hast du jemanden, der das haargenau haben will, dann hast du als Arbeitgeber fast keine Chance.

Einfachste Lösung: MA kommt ins bereitgestellte Büro.

@qugart

Mobile Arbeitszeit gibt es bei uns auch - hier muss man nur eine Blockarbeitszeit angeben. Ich kann z.B. morgens ins Büro gehen, an- und abstechen,  mittags dann noch zuhause was tun und mir z.B. 1,5 Std aufschreiben (ohne von-bis angeben zu müssen). Das ist ja ganz was anderes, als das, was ich mit meiner ursprünglichen Frage meinte.

@Beate0764

Deine ursprüngliche Frage habe ich in meinem ersten Satz beantwortet.

@qugart

Okay, d.h. ich könnte ohne Konsequenzen für mich die Anweisungen meines Vorgesetzten (die ja in diesem Mail waren) ignorieren, da ja eigentlich nicht existent. Oder ist er in seiner privaten Freizeit geschäftlich weisungsbefugt?

@Beate0764

Du kannst das nur dann ignorieren, wenn es sich um Freizeit handelt.

Ist es Arbeitszeit, die du nicht erfasst aber dabei z.B. in der Außenwirkung als Vertreter der Firma auftritts, wirds zum streiten werden.

Das hat aber auch nix mit deiner ursprünglichen Frage zu tun. Da gilt noch immer mein erster Satz.

Der Arbeitgeber kann auch auf Einhaltung der Arbeitszeiten bestehen.

@qugart

Also mit "meinen" Arbeitszeiten ist alles in Ordnung. Es ist ja mein Vorgesetzter, der in seiner "Freizeit" geschäftliche Mails schreibt. Da wollte ich ja ursprünglich wissen, ob diese Zeit dann für die einzuhaltende Ruhezeit zählt. Ich habe zwischenzeitlich einen Link hier erhalten, in dem das wohl (auch nach meinem Rechtsempfinden) geklärt ist.   

https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/nur-noch-kurz-mails-checken-so-schnell-verstoesst-homeoffice-gegen-den-arbeitsschutz/24128686.html

@Beate0764

Du fragst ob Freizeit Arbeitszeit ist? Nein. Und das habe ich im ersten Satz auch bereits beantwortet.

Ausschlaggebend sind die nachgewiesenen Zeiten. Da solltest du dann mit deinem Vorgesetzten drüber sprechen und erwähnen, dass du die Ruhezeiten so nicht einhalten kannst. Wenn der Chef sich weigern sollte, dann arbeitest du eben nicht mehr nach dem Stempeln und wenn doch kannst du ausschlafen. :D

Ich sehe das genau wie MaryLynn87.

In deinem Fall solltest du das Thema mal mit deinem Vorgesetzten anschauen. Wenn du deine Arbeit nicht innerhalb der regulären (bezahlten) Arbeitszeit schaffst und noch stundenlang zu Hause "nacharbeiten" musst stellt sich die Frage ob für deine Arbeit wirklich eine Arbeitskraft ausreicht oder man da vielleicht aufstocken muss, oder du komplett überfordert bist und vielleicht eine Fehlbesetzung.

Mal ein paar Mails in der Freizeit zu versenden ist nun wirklich kein Thema, das macht wahrscheinlich jeder mal. Aber nach einem 8-Stunden-Arbeitstag nochmal mehrere Stunden von zu Hause weiterarbeiten - und das noch unbezahlt - klingt beim besten Willen nicht normal.

Es geht um meinen Vorgesetzten (keine Vertrauensarbeitszeit). Es war so, dass ich morgens im Briefkasten eine Mail von ihm hatte...abgeschickt nach 23 Uhr. Morgens kurz nach halb acht war er im Büro. Da hab ich halb im Scherz zu ihm gesagt: "Was machst du denn schon hier? Vor halb elf darfst du ja gar nicht kommen …".  Bei uns in der Firma wird sehr streng auf die Einhaltung der Ruhezeiten geachtet.

Nun, es kam dann zu schier endlosen und nervigen Diskussionen.

Von daher interessiert es mich sehr, wie die Vorschriften nun genau sind bzw. wie

Wie würde es z.B. bei einem Wegeunfall aussehen, wenn man morgens auf dem Weg ins Büro ist, aber vor 6 Stunden noch geschäftliche Mails verschickt hat?Kann das nicht Konsequenzen haben?

@Beate0764
Kann das nicht Konsequenzen haben?

z.B. die Frage,, kannst Du das nicht während Deiner Arbeitszeit machen ?

Schlechte Planung /Falsches Zeitmanagement ? / Vergesslichkeit / Überforderung /

@Beate0764

Achso. Das hingegen kenne ich auch. Hat sich irgendwie so eingeschlichen, dass Vorgesetzte zu jeder Tages- und Nachtzeit Mail verschicken / weiterleiten. Ich gebe da gar nichts mehr drauf. Manchmal lese ich das dann direkt (aus Neugierde), aber reagieren tu ich erst zu meiner regulären Arbeitszeit. Ich finde solch ein Kommunikationsverhalten eher lächerlich. Oftmal wird es so verstanden, dass die betreffende Person permanent am Arbeiten ist und wahnsinnig wichtig. Wirklich zeigen tut es aber nur, dass die Person ihren Job nicht im Griff hat oder extrem einsam ist...

Da es dich nicht selber betrifft würde ich dazu auch gar nichts mehr sagen. Es ist das Problem deines Vorgesetzten, nicht deins. Er muss wissen, wie er damit umgehen möchte / darf. Sollte es Konsequenzen geben, wird sein Vorgesetzter das schon mit ihm klären.

@SecretSecretary

Ich bin in unserem Bereich für die Zeiterfassung zuständig - habe also die 11h-Regelung zu beachten/zu überwachen und auch die Einhaltung der 10h-Höchstarbeitszeit. Von daher bin ich wirklich daran interessiert, eine fundierte Grundlage zu haben. Unser BR hat mir auch nur eine Kopie des Arbeitszeitgesetzes geschickt - das hierzu aber gar nichts aussagt.

@Beate0764

Ich hatte deine Frage auch falsch verstanden, aber jetzt ist mir klar worauf du hinaus willst. Lies mal den Artikel, da steht klar dass es gegen das Gesetz verstösst, wie in dem Beispiel um 23 Uhr noch E-Mails zu checken und dann am nächsten Tag vor 10 Uhr wieder in der Arbeit zu erscheinen. Ist zwar keine fundierte Grundlage, aber vielleicht kommst du über den Artikel weiter.

https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/nur-noch-kurz-mails-checken-so-schnell-verstoesst-homeoffice-gegen-den-arbeitsschutz/24128686.html

@SecretSecretary

Danke dir … genau das meinte ich :)

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