Arbeitsvertrag widerrufen nachdem er verlängert wurde

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Wenn du keinen Vertrag unterschrieben hast, ist das Schreiben lediglich ein Angebot des ArbG, dass du aber nicht annehmen musst. Du hättest es dann angenommen, wenn du am Tage nach Ende der Befristung zur Arbeit erschienen wärst. Damit wäre die Vertragsverlängerung zustande gekommen und die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist weiterhin einzuhalten gewesen.

In diesem Fall kannst du nun dankend ablehnen und den Vertrag einfach auslaufen lassen.

Nach Deinen Aussagen in der Frage und Deiner eigenen Antwort stehst Du (unter der Voraussetzung, dass es sich ursprünglich um eine sachgrundlose, also nur zeitlich begründete Befristung handelte) jetzt in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis aus 3 Gründen:

  1. Du bist nach Ablauf der ersten Befristung mit Duldung des Arbeitgebers weiter zur Arbeit erschienen; damit tritt eine Entfristung nachTeilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG § 15 Abs. 5 ein.

  2. Die Vereinbarung über eine Verlängerung der ursprünglichen Befristung wurde nicht vor Beginn der Verlängerung getroffen; außerdem fehlt es an der auch für eine Verlängerung erforderlichen Schriftform (d.h. Originalunterschrift beider Vertragsparteien auf dem Vertrag) - beides Voraussetzungen für das Entstehen eines befristeten Arbeitsverhältnisses.

  3. Selbst wenn man vom Willen des Arbitgebers nach einer Verlängerung der ursprünglichen Befristung ausgeht: Wegen der Vereinbarung neuer Vertragsbedingungen (Lohnerhöhung), käme es hier nicht zu einer Verlängerung der ursprünglichen Befristung, sondern zum Abschluss eines neuen Befristungsvertrages, dem aber ebenfalls die Voraussetzungen des vorzeitigen Vertrages und der Schriftform fehlen.

Damit stehst Du in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit den Vertragsbedingungen der ursprünglichen Befristung.

Du kannst natürlich auf das neue Befristungsangebot Deines Arbeitgebers eingehen (um Dir die Lohnerhöhung zu sichern) und später die Unwirksamkeit der Befristung (wie in Punkt 1 bis 3 dargelegt) feststellen.

Solltest Du lieber das neue Angebot von einem anderen Betrieb annehmen wollen, hast Du zunächst einmal das Problem der auf Grund der gegebenen Situation jetzt geltenden 3-monatigen Kündigungsfrist (wenn das denn tatsächlich die ist, die auch Du einzuhalten hast).

Dem könntest Du aber möglicherweise dadurch entgehen, dass Du Deinen Arbeitgeber "überzeugst", Dich aus dem Vertrag (von dem er meint, er sei befristet) zu entlassen - evtl über einen Aufhebungsvertrag mit sofortiger Wirkung -, weil Du ansonsten gerichtlich das Bestehen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses feststellen lassen könntest, was wahrscheinlich nicht in seinem Sinne ist.

Editieren Danke erst mal für deine sehr gute Antwort.

Allerdings bin ich weiterhin zur Arbeit erschienen, da ich sonst auf der Straße gestanden hätte. Das Angebot kam erst heute. Also Klartext hab ich den Vertrag wohl angenommen. Jetzt habe ich aber eine weitere falle für Arbeitgeber im Internet entdeckt.

Und zwar wenn sich irgendwas in dem verlängerten Vertrag ändert, gilt der alte als ungültig. Ich habe eine Lohnerhöhung bekommen ab diesem Jahr. Somit ist der Vertrag eigentlich ungültig. Ich hoffe du kannst mir folgen, was ich meine. Wie ist es denn nun, gibt es da noch eine Ausweichmöglichkeit für mich?

Siehe das angehängte Bild.

Liebe Grüße

 - (Vertrag, Kündigungsfrist, Arbeitsvertrag)

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