arbeitsplatz arbeitsschutz

4 Antworten

Hier gibt es kein einzelnes "Hauptkriterium".

Zur Arbeitsschutzbeurteilung eines Arbeitsplatzes/einer Tätigkeit ist eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich, bei der alle Gefährdungen erfasst und bewertet werden. Das schließt neben mechanischen, thermischen und chemischen z. B. auch psychische Gefährdungen ein. Wenn Überhaupt, dann kann man die dabei auftretende höchste Gefährdung als "Hauptkriterium" ansehen. Die sollte man natürlich als erste dann auch abarbeiten = mit entsprechenden Maßnahmen die Gefährdung beseitigen/minimieren. Das dabei - in unverständigen Unternehmen, die den Wert von Arbeitsschutz für den Fortbestand einer Firma noch nicht begriffen haben - auch nach "Kassenlage" gehandelt wird ist leider oft so.

Nach der Frage, was teurer ist: Ausfallzeiten durch Krankheit/Unfälle sowie Ersatz der Arbeitskraft wegen Tod oder die Sicherheitsmaßnahmen. Üblicherweise kommt dabei ein Kompromiß raus aus dem, was sich die Arbeitskraft gerade noch so gefallen läßt (je prekärer, desto mehr) und dem, was man im gesetzlichen Rahmen durchboxen kann.

Gutes Beispiel sind hier die bei Thyssen/Krupp eingesetzten Hilfskräfte zur Konvektor-Reinigung: Arbeiten in hochgiftigen Dämpfen ohne Atemschutz für unter 5€/h und wenn sie meckern, ist der Job eben weg. Gibt halt genug, die auf das Geld angewiesen sind.

Und sollten gesetzliche Bestimmungen "zu teuer" sein, wird eben darauf hingewiesen, daß das soundsoviele Arbeitsplätze kostet, und schwupps ist die Ausnahmegenehmigung da. It's kapitalism^^

Lieber sascha26876! Einige Organisationen in Deutschland kümmern sich wie auch bei uns in Österreich um den ArbeitnehmerInnenschutz. Im Besondern sind in Deutschland die Berufsgenossenschaften (BGs) für den Schutz am Arbeitsplatz bzw. in den Betrieben zuständig, ähnlich wie in Österreich die Arbeitsinspektorate. Suche einmal im Netz Seiten der Berufsgenossenschaften (z.B. Bau-,Chemie-,Industrie-.....). Du wirst erstaunt sein, wieviel Du finden wirst. Immer schön aufpassen!


Hallo sascha26876,

Arbeitsschutz ist nicht mit EINEM oder wenigen Hauptkriterien
abgehandelt. Wenn das so leicht wäre, dann gäbe es nicht so
viele Schulungen zu diesem Thema.

Der Schutz von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen ist so
vielfältig: Denk nur mal an die verschiedenen Branchen und jede
einzelne hat so ihre Eigenheiten, z. B. Köche oder Arbeiten an
Industriemaschinen, Brandschutz.

Zudem geht es nicht nur um die möglichst beste Art, Unfälle zu
verhindern oder allgemein die Gesundheit zu erhalten (Atemschutz),
sondern auch etwaige Folgen so gering wie möglich zu halten.

Hier habe ich einen Link, was es alles für Schulungen zu Arbeitsschutz 
/Arbeitssicherheit gibt. In den Kursdetails kannst du schon mal
herauslesen, wie komplex diese Thematik ist: 

https://www.fortbildung24.com/arbeitsschutz-arbeitsplatz-ergonomie-brandschutz-kurse/suchergebnisse.html?cv

Vielleicht ist ja auch was für dich dabei ;-)

Weiterhin alles Gute

Harald

Sollte man Betrieb wegen Verstoß gegen Arbeitsschutz bzw -Sicherheit melden?

Servus zusammen,

mich würde interessieren, wie ihr zu folgendem steht...

Ich habe gerade bei einem neuen AG angeheuert, weil der alte Betrieb zu wenig oder gar nicht in den Arbeitsschutz investiert.

1.) gibt es keine Abluft bzw. Absaugungen an 30 Schleifmaschinen, 20 Drehmaschinen und 5 Fräsmaschinen. Die Luft wird mit ein paar mickrigen Ventilatoren in fünf Meter Höhe ein wenig im Raum verteilt, damit jeder was von hat. Ein paar kleine Oberlichter 50x20cm gibt es. Der Ganze Schleifstaub und Kühlschmierstoff- Nebel hängen richtig schön in der Luft und kratzen im Hals. Hallentore und Fenster werden nicht geöffnet weil sich sonst die Nachbarn beschweren.

2.) eine nigelnagelneu 3-Achs-Fräsmaschine mit einer 12.000 Spindel und IKZ hat ebenfalls keine Kühlnebelabsaugung.

3.) alle Waschbecken und Wasseranschlüsse in der Produktionshalle sind keine Trinkwasseranschlüsse. Ich habe das nur per Zufall erfahren, weil an den Waschbecken nichts steht. Man sollte nicht trinken, da dieses Wasser aus einem nicht angemeldeten Brunnen stammt. Mit diesem Wasser wird außerdem die Kühlschmiermierstoff Emulsion angesetzt.

Die BG nimmt den Laden nicht direkt ab. Statt dessen zahlt der Chef sehr viel Geld (seine eigenen Worte) für einen Sicherheitsingenieur der sich dann um die BG kümmert.

Ich habe den Chef auf die Absaugung und die schlechte Luft in der Halle angesprochen und er meinte man bräuchte sowas nur in der Serienfertigung. Das ist in meinen Augen Bull...!

Gerade der Staub und die Dämpfe sind auf Dauer als schädlich bzw. Sogar krebserregend angesehen.

Zu 1.: Also meines Wissens sind Absaugungen bzw. eine Lüftung Pflicht. Oder doch nicht?

Zu 2.: jemand von Hermle meinte mal, sie dürften gar keine Fräsmaschinen ohne Absaugung mehr in Deutschland verkaufen?!

zu 3.: ich war der Meinung dass man Brunnenwasser maximal für die Toilette oder im Garten verwenden darf?!

was haltet ihr von dem Laden. Sollte man so etwas melden? Wo (BG, RP,....)

danke im Voraus

TeamAPPR

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