Arbeitgeber ist Insolvent was passiert mit der eigenen Lohnpfändung bei 3 Monatigen Insolvenzgeld?

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Im Regelfall wird das Insolvenzgeld zwar von der BAA - Kasse bereit gestellt, jedoch über den Arbeitgeber ausbezahlt. In den Fällen, wo der Arbeitgeber als unzuverlässig gilt und die BAA-Kasse direkt an die Arbeitnehmer auszahlt, werden die Daten der Mitarb. an die Kasse weitergegeben. Üblich ist, dass in der Pfändungsverfügung nicht nur Lohn-Anteile, sondern auch Lohnersatzleistungen und Teile des Urlaubs-/Weihnachtsgeldes mit gepfändet werden. Der Arbeitgeber muss also weiterhin den pfändbaren Anteil der Lohn(-Ersatz-) Leistung an den Gläubiger abführen. Tritt die BAA als Drittschuldner an die Stelle des Arbeitgebers, müsste die Pfändung an diese neu zugestellt werden. Die an den Arbeitgeber zugestellte Pfändung gilt dann nicht automatisch weiter, da jeder Drittschuldner den Auskunfts/Anhörungsbogen mit Angaben zu den geschuldeten Leistungen und der Pfändbarkeit, wie auch zu bereits vorrangig vorliegenden Pfändungen erteilen muss.

Super, vielen Lieben Dank für die ausführliche Antwort!! DANKE!

PS: Der Gläubiger erhält insoweit Kenntnis vom Arbeitgeber über die veränderten Drittschuldner-Ansprüche, denn wenn sich Art und Höhe der Drittschuld ändern, wie es bei Insolvenzgeld der Fall ist, ist dies als Nachtrag zur Drittschuldnererklärung an den/die Gläubiger zu übermitteln. (Drittschulder heisst es, weil der Arb.-Geber eigentlich Dein Schuldner wird, wenn die Arbeitsleistung erbracht aber noch nicht entlohnt wurde. Du bist dann faktisch bis zur Lohnzahlung Gläubiger gegen Deinen Arb.G., wobei der Pfändungs-Steller neben Dir dann ein weiterer Gläubiger für den pfändbaren Anteil wird. Daher nennt man die in sozusagen nächster Folge stehenden Leistungsparteien Drittschuldner/-Gläubiger, als Sammelbegriff, auch wenn es einen Viert- oder Fünftgläubiger gäbe. Nur so als Erläuterung, falls Dir dieser Begriff unerklärt war.

Hallo trebla3001,

danke für Deine antwort! Ein P-Konto habe ich, es ist auch klar das alles was über den freibetrag geht an den Gläuber überwiesen wird. Meine Frage bezieht sich nur auf die Lohnpfändung, ob die auch auf das Insolvenzgeld (Lohn) greift oder ruht. Weil der Lohn wird ja dann von der Arbeitsagentur für die Zeit übernommen und die haben ja keine Lohnpfändung bekommen. Oder bekommt der Arbeitgeber den Lohn zum Verwalten von der Arbeitsagentur und es läuft dann alles wie bisher.

Die Gläubiger werden sich ggfs. an Deinem Konto bedienen. Sofern Du kein (R)Konto hast. Der Betrag darüber wird auch vo der Bank an die Gläubiger gezahlt. soweit mir bekannt.

Wenn Arbeitseinkommen gepfändet wird, ist nicht automatisch auch eine Kontopfändung gegeben. Mittlerweile hat sogar jeder Anspruch auf ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto. Gehen hier höhere Beträge, als der Pfändungsfreibetrag ein, kann man unter bestimmten Voraussetzungen sogar bem zuständigen AG noch eine höhere Pfändungsfreistellung beantragen, wenn etwa das eingehende Gehalt schon zum Teil gepfändet wurde oder dem Schuldner wegen Unterhaltspflichten, Krankheit/Medikamenten, o.dgl. ein höherer Selbstbehalt zu belassen ist. Dies tut sich natürlich nicht von alleine, man muss unter Nachweis mit Belegen entsprechende Anträge beim Amtsgericht stellen.

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