Arbeitgeber hat Nachtzuschlag während Urlaub/Krankheit nicht gezahlt

5 Antworten

Zeitzuschläge (Schichtzulage, Nachdienst oder Wochenenddienst) bekommst du nur für die wirklich erbrachte Zeit bezahlt. Im Urlaub oder bei Krankheit kannst du also die geforderte Leistung nicht erbringen, und somit wird dann diese Zulage nicht gezahlt.

Bei Urlaub und Krankheit wird ein Durchschnitt Deines Verdienstes der letzten 13 Wochen vor Beginn von Urlaub/Krankheit berechnet und dazu gehören auch die Nachtzuschläge! Ob Du diese noch Nachfordern kannst hängt davon ab, ob bei Euch ein Tarifvertrag gilt und welche Ausschlußfristen darin geregelt sind - gilt bei Euch kein Tarifvertrag, so kannst Du nach BGB §195 noch Rückwirkend drei Jahre geltend machen. Berechnung von Urlaubslohn ist im Bundesurlaubsgesetz und Krankheit im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt - kannst Du hier nachlesen: http://dejure.org/gesetze/BUrlG Alles Gute!

Beim Urlaubsentgelt wird in der Tag der Durchschnitt von den letzten 13 Wochen vor Urlaubsantritt zugrunde gelegt (§ 11 Bundesurlaubsgesetz).

Bei Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und an Feiertagen findet das Entgeltausfallprinzip Anwendung. Wenn es Schichtpläne gibt, muss der Lohn gezahlt werden, der ohne Krankheit oder Feiertag hätte gezahlt werden müssen. Wenn z.B. eine Woche Nachtschicht auf dem Plan steht, muss auch eine Woche Nachtschicht incl. Zuschläge bezahlt werden. Bei schwankenden Arbeitszeiten kann man eine Durchschnittsbetrachtung vornehmen. Maßstab ist hier die Arbeitszeit in den letzten zwölf Monaten (BAG 26.6.2002, DB 02)

Was Nachforderungen betrifft, kommt es auf den Arbeitsvertrag an. Oft finden sich in Arbeitsverträgen Klauseln die gegenseitige Forderungen auf rückwirkend z.B. drei Monate beschränken. Steht so etwas oder ähnliches im Arbeitsvertrag, hast Du auch nur für diesen Zeitraum ein Recht auf Nachzahlungen.

Ohne solche einzelvertraglichen Ausschlussfristen umfassen Deine Ansprüche nach § 195 BGB einen Zeitraum von drei Jahren.

Ergänzung: Eine Erstberatung beim Anwalt kostet ca. 200 - 250 Euro. Google mal nach der Gebührenordnung in Deinem Bundesland. Du musst auch noch bedenken, dass Du bei der ersten Instanz des Arbeitsgerichts Deinen Anwalt selbst bezahlen musst (wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast oder Gewerkschaftsmitglied bist), egal wie es ausgeht.

@Hexle2

Deshalb klage ich sowas grundsätzlich ohne Anwalt ein. Dann kommen keine Kosten auf mich zu.

zuschläge gibs leider nur für geleistet arbeit quasi als ausgleich für die mehrbelastung

in welchem Land wohnst Du?

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