Arbeitgeber Betrieb eingestellt aber nicht Insolvenz erklärt - Was kann ich tun?

5 Antworten

Solange das Unternehmen keine Insolvenz anmeldet, hat dein Arbeitsvertrag volle Gültigkeit. Das heisst, du hast gegen das Unternehmen weiterhin Lohnansprüche.

Ich würde daher raten, vors Arbeitsgericht zu gehen und die ausstehende Lohnsumme einzuklagen.

Wenn dann doch Insolvenz angemeldet wird, gehe ich davon aus, dass der Tatbestand der Insolvenzverschleppung gegeben ist, wodurch eine Haftung der Geschäftsführer sehr wahrscheinlich wird. In diesem Fall wirst du dann auch das Insolvenzgeld erhalten.

Das Problem an der Sache ist, dass du irgendwie die Zwischenzeit überbrücken musst.

bei 123recht.net im Forum mal nachfragen. Dort antworten meistens Anwälte.

Gegen Anbieten eines Geldbetrags zwischen 30-100€ wird dort auch ein echter Anwalt mit fachlichem Rat beistehen.

Es kann natürlich sein, dass die Firma gar nicht insolvent ist, dann müsste man herausfinden, wer der Gesellschafter ist und mit diesem in Kontakt treten. Vielleicht wollte der GF einfach mit bestimmten Methoden nicht mehr weiter arbeiten.

Auf jeden Fall sollte man sich an das Arbeitsamt wegen ALoG1 wenden und vorsorglich noch an das Jobcenter wegen ALog2, falls keine Gelder zur Überbrückung vorhanden sind. Bei Arbeitsgerichtsprozessen ist man immer gut beraten, eine Rechtsschutzversicherung verfügbar zu haben. Weil bei der Durchsetzung von Lohnforderungen nach der derzeitigen Rechtslage der Kläger, also du, immer seine eigenen Kosten (Anwalt), und Mahnkosten etc. zu tragen hat.

GmbH's sind wirklich eigenartige Gebilde.

Du hast hinreichend Gründe, um anzunehmen, dass die Firma pleite ist. Gehe zum Amtsgericht und melde die Firma als insolvent. Das AG muß dann von sich aus tätig werden. Lass Dir dazu ggf. von einem Rechtspfleger des Amtsgericht oder von einem Anwalt helfen.

Rufe beim Amtsgericht an.

Die können Dich beraten.

Die Einschaltung eines Rechtsanwaltes ist sehr sinnvoll - wer zu spät kommt, bekommt nichts mehr aus der Konkursmasse.

Die Haftung der Firma ist ja auch auf 25000 Euro beschränkt.

Das Amtsgericht führt keine Rechtsberatung durch.

Und bei der Durchsetzung von Ansprüchen geht es nicht nach der Reihenfolge der eingegangenen Forderungen.

Das Grundkapital einer GmbH beträgt 25.000 €. Das hat nichts mit der Haftungshöhe zu tun.

Das klingt nach Insolvenzverschleppung.

Da soltlest du beim zuständigen Arbeitsgericht nachfragen wohin du dich wenden kannst - oder gleich an deinen Anwalt. Lohnforderungen sind prioritär, aber sie müssen rechtzeitig angemeldet werden.

Wenn er keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt hat, dürfte sich alles beschleunigen. Erstens haftet er dafür selbst als Geschäftsführer einer GmbH persönlich, zweitens fackeln Krankenkassen in solchen Fällen nicht lange.

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