Arbeiten trotz Kleinkind, weg von Hartz 4?

5 Antworten

Ich finde als alleinerziehende eine Arbeitszeit von 9 Stunden (mit Pause) kritisch. Aus Erfahrung von Bekannten und diversen Medien hört man immer wieder, dass die Routen zu eng getaktet sind und nicht zu schaffen sind. Statt den 9 Stunden sind es immer 10, teils weil man noch langsamer war sogar unbezahlt noch mehr.

Bedenke: Dein Kind ist dann ja nicht direkt bei dir, für Fahrt zw. Arbeit und Kindergarten fällt auch noch mal Zeit an. Wie das bei dir ist, musst du wissen. Dazu kommt dann noch Stau, verpasste Anschlüsse bei der Bahn u.ä..  Ggf. wäre das Kind dann also 12 Stunden oder noch länger weg, du würdest es wach also quasi gar nicht mehr sehen unter der Woche. Gerade deswegen würde ich dir anfangs zu einem Teilzeitjob raten, einfach damit das Kind maximal "Vollzeit", also maximal 38-40 Stunden im Kindergarten/Krippe ist.

Es ist auch etwas vom Kind abhängig. Meine eine Kollegin ist zwar nicht alleierziehend, ihr Mann ist aber unter der Woche auf Montage. Bei ihrem Kind klappt das super, die kleine hat kein Problem an einem Tag in der Woche 10h im Kindergarten zu sein, die anderen Tage zw. 5 und 7 Stunden. Sie freut sich immer super, selbst wenn sie nicht ganz fit ist. Abends fällt sie ihrer Mutter total ausgetobt und glücklich um den Hals. Sie arbeitet daher nun mehr als ursprünglich geplant, da es so gut läuft.

Bei meiner anderen Kollegin ist das Kind immer nur den halben Tag im Kindergarten, da sie nur halbe Tage arbeitet + in der Nähe wohnt und ihre Mutter (also die Oma) das Kind mittags abholt bevor sie da ist. Die Kleine macht morgens ständig ein riesen Drama, da sie nie von ihrer Mutter weg will, wartet oft schon kurz vor der Abholzeit an der Tür usw. Sie haben auch mal einen anderen Kindergarten probiert, als die Krippenzeit um war,  aber da gab es trotz Eingewöhnung und ersten Freunde das gleiche Problem. Zwischenzeitlich spielt sie auch gut und wendet sich wenn was ist an die Betreuer, aber sie will nie dahin. Daher hat meine Kollegin ihre Stunden doch noch nie wie geplant etwas erhöht.

Man muss also immer etwas aufs Kind gucken, nur weil man sich als Erwachsener etwas überlegt, klappt das mit dem Kind nicht immer. Es kann gut, neutral, aber auch schlecht laufen.

Ggf. musst du also noch etwas warten, ehe du wieder voll arbeiten kannst. Deine Einstellung finde ich aber super, dass du für dein Geld arbeiten willst. Ich habe eine alleinerziehende Bekannte, ich weiß wie stressig das alles sein kann...

Erstmal meine Hochachtung zu dem Entschluss dich nicht in die "soziale Hängematte" zu flezen!!

Das mit dem "abgeben" des Kleinen ist eine logische Folge wenn man eine Arbeit machen will die Beide auch ernährt, und deshalb muss auch niemand ein schlechtes Gewissen haben.

Diejenigen die dir da was vorwefen geben dir kein Geld damit du zu Hause bleiben kannst.

Ich wünsche Euch beiden alles Gute für die Zukunft.

Du schreibst das du bei der Post 200€ mehr verdienen würdest als im kiga wo du die kleine mitnehmen könntest...

Ist die Frage ob sich das rechnet wenn du als Postbotin ne Tagesmutter brauchst biste die 200€ ja schnell los...?

Da würde ich doch lieber „weniger“ verdienen, unterm Strich das gleiche haben - aber eben die gemeinsame Zeit mit meinem Kind

Gerade auf dem Land gibt es doch oft Tagesmütter, die Kinder privat bei sich zu Hause betreuen. Natürlich angemeldet. Schau doch mal im Internet oder vielleicht gibt es auf Facebook eine Gruppe von deinem Dorf / deiner Kleinstadt, da wird sowas oft angeboten.

Eine Mutter ist zu Hause und betreut mehrere andere Kinder von Müttern, die arbeiten gehen. Meine Schwägerin macht das z.B. auch.

Ich finde das schlechte Gewissen sollte sich dann auch in Grenzen halten, da das Kind den ganzen Tag mit anderen Kindern zusammen ist und so wunderbar soziale Kontakte knüpfen kann, die ihm sonst fehlen würden.

Ausserdem finde ich es super, was du deinem Kind vorleben möchtest - nämlich dass arbeiten absolut notwendig ist. Vielleicht müsste es auch gar nicht unbedingt ein Vollzeit-Job sein, solange der Kleine noch so jung ist. Fang doch erst mal auf TZ an, dann kannst du auch langsam "reinwachsen" in den Job und in das Vermissen von deinem Kind. Und mit der Zeit steigerst du dann.

Den Job den Briefträgers würde ich dir allerdings nicht empfehlen. Mein Arbeitskollege war 17 Jahre bei der Post (allerdings in der Schweiz) und wenn man die Geschichten hört, dann schaudert es einen. Es ist ein unheimlicher Stress, du bist bei egal welchem Wetter unterwegs und es wird an allen Ecken und Enden gespart. Der Schwächste / Langsamste fliegt und wird ersetzt. Normalerweise fängt man auch nicht erst um 8 sondern eher schon um 6 an.

Allerdings kann es ja durchaus sein, dass du tatsächlich "nur" die Briefe ausfahren musst, da könnte das dann schon hinhauen von den Stunden her.

An sich ists doch kein Problem das Kind in die Krippe zu geben, aber ich würde mir das mit dem Zustellerjob sehr sehr gut überlegen.

Zur Not, könntest du doch vorerst anfangen mit einem Aushilfsjob etwas dazuverdienen und sobald dein Kind dann 3 ist, dir einen anderen Job suchen. So hast du etwas zu tun und ein wenig mehr Geld zur Verfügung.

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