Anwaltsrechnung gerechtfertigt?

5 Antworten

Der Gegenstandswert in deinem Fall ist sehr hoch und dementsprechend hoch sind auch die Gebühren.

Da ich nicht genau weiß, in wie weit der Anwalt für dich tätig war, sprich nicht nur eine Beratungsgebühr sondern eine Geschäftsgebühr fällig werden kann, habe ich einfach mal versucht, deine Rechnung zu "erraten":

1,3 Geschäftsgebühr (Nr. 2300 VV RVG) = 1.024,00 €

Auslagenpauschale (Nr. 7002 VV RVG) = 204,80 €

19 % Umsatzsteuer (Nr. 7008 VV RVG) = 233,47 €

Gesamtbetrag = 1.462,27 €

(Liebe Rechtsanwaltsfachangestellten: Korrigiert mich bitte, falls ich etwas vergessen habe)

Wenn deine Rechnung genauso aussieht, dann ist das nicht überzogen, sondern es sind ganz normale Rechtsanwaltsgebühren, die durch das RVG festgesetzt wurden.

Ja, denn er hat nicht nur deine Email gelesen und dich angerufen. Was glaubst du, was er in den Wochen bis zu seinem Anruf gemacht hat? Er hat sich den Fall angeschaut, recherchiert, eine Antwort erarbeitet usw.. Das ist auch für einen Anwalt Arbeit. Und warum soll er das umsonst machen?

Die Frage kann ein Laie kaum zuverlässig beantworten. Meiner Einschätzung nach ist der genannte Betrag jedoch die Gebühr, die er für eine Vertretung vor Gericht in Rechnung stellen darf, nicht die für eine überschaubare "erste" Auskunft.

Auch nicht juristisch begründet, aber aus der Lebenserfahrung: Wenn er einen hohen "Rabatt" bei unverzüglicher Zahlung gewährt, vermute ich, er will vermeiden, daß Du die Forderung prüfst oder prüfen läßt. Verhält es sich so, würde der genannte Betrag also einer Überprüfung wohl nicht standhalten.

Ich schließe mich der bereits genannten Empfehlung an: Bitte um einen Termin in der nächsten Verbraucherzantrale.

Dazu ergänzend:

Was kostet eine Erstberatung beim Rechtsanwalt?

Was ein Rechtsanwalt als Vergütung für eine Erst­beratung verlangen darf, richtet sich nach § 34 des Rechts­anwalts­vergütungs­gesetzes (RVG). Danach richtet sich die Höhe der Vergütung zunächst einmal an eine entsprechende Vereinbarung zwischen Mandant und Rechtsanwalt. Ist eine Ver­gütungsv­ereinb­arung aber nicht getroffen worden, hat der Anwalt nach § 612 Abs. 2 BGB ein Anspruch auf eine übliche Vergütung. Deren Höhe beschränkt § 34 Abs. 1 Satz 3 RVG für das Erst­beratungs­gespräch auf 190,00 Euro. Dies gilt jedoch nur für Verbraucher. Für Gewerbe­treibende oder Frei­berufler, die eine Auskunft oder ein Rat wollen, gilt diese Beschränkung jedoch nicht.

Wird der Rechtsanwalt aufgrund des Erst­beratungs­gesprächs aktiv, so werden die Kosten für die Erst­beratung grund­sätzlich auf die weitere Tätigkeit angerechnet. Dies gilt aber nicht im Falle einer Vereinbarung, die die Anrechnung ausschließt (vgl. § 34 Abs. 2 RVG).

da er ja wirklich nur als Arbeit meine Email durchgelesen hat und mich zurück gerufen hat

Ja, er zwar noch mehr gemacht als nur gelesen und geredet - aber die Gebühr für seine anwaltliche Tätigkeit hat er korrekt berechnet.

warum sollte das nicht für deine Situation gelten ? der Anwalt hatte Arbeit wegen dir.. und diese bezahlst du jetzt..

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