Angezeigt wegen Urheberrechtsverletzung, von der ich nichts wusste?

5 Antworten

Das kann so nicht richtig sein. Du hast das Bild gekauft und somit ist es Dein Eigentum. Damit kannst Du machen, was Du willst. Sofern Du nicht angegeben hast, dass das Bild Dein Werk ist, ist nichts daran auszusetzen. Hier würde ich keinen Cent zahlen.

Kann es sein, dass du hier einer Betrügermasche auf den Leim gehen sollst? Oftmals wird ja versucht, gleich mit Anwalt etc. zu drohen. Ich würde die Rechnung auf keinen Fall bezahlen und würde den Verbraucherschutz oder so einschalten. Bei uns in der Schweiz hat auch jede Gemeinde einen unentgeltlichen Rechtsdienst. Der kann dir eventuell auch weiterhelfen oder die Rechtsschutzversicherung. Auf alle Fälle würden die von mir kein Geld erhalten bevor mir das nicht eine andere Instanz bestätigt hätte. Ich würde auch nicht auf Mahnungen und Betreibungsandrohungen reagieren, notfalls würde ich sogar bei der Polizei nachfragen - die kennen vielleicht diese "Masche"

Leider gibt es auch Künstler die mit der Masche Geld machen. Produzieren bringen ihr Zeug in Umlauf und dann Anzeige wegen Urheberrechts Verletzung. Viele kennt man aus den Medien gar nicht, weil die ihr Geld nur auf die weise machen statt mit ihren Ideen.

Das kommt darauf an was dir direkt vorgeworfen wird und wie der Sachverhalt aussieht. Hast du das Gemälde was du verkauft hast selbst Fotografiert habe ich meine Zweifel das man dafür wegen Urheberrechts Verletzung belangt werden kann. Da du ja der Urheber des Fotos bist.

Zudem währe ich vorsichtig, auf diesem gebiet treiben sich etliche schwarze Schafe rum und wenn du Pech hast ist es ein Betrüger. Daher lieber Rechtliche Hilfe bei einem Fach Anwalt suchen oder wenigstens Verbraucher zentrale.

Nein, es geht nicht um das Foto.. das Acrylbild selbst war praktisch ein abgemaltes Wandtattoo, das Motiv entsprechend geschützt.

@kellerkarl

Ob das Motiv geschützt war, ist hier unerheblich, das Bild selbst hat sein eigenes Urheberrecht.

@kellerkarl

Wenn ich das Richtig verstehe hast du ein Bild gekauft dessen Motiv geschützt ist. Jemand hat es Kopiert, indem er es auf Leinwand gebannt hat. Auch in dem Fall währe ich der Meinung das nicht du dafür haftbar gemacht werden kannst. Denn du bist so gesehen ja auch ein Opfer. Jedoch müsstest die Erwerbung des Bildes nachweisen.

Ideal währe es wenn du eine Kopie des Angebotes hast, von dem du es gekauft hast. Kopie der Internet Seite. Denn es ist auch wichtig welche Infos der Verkäufer über das Bild gemacht hat. Wenn due Pech hast steht da das es eine Kopie eines Geschützten Bildes ist. Allerdings würde der Verkäufer sich ja damit selbst belasten. Wie du siehst, ziemlich kompliziert.

Es ist dennoch nicht 100% ausgeschlossen das du eventuell dennoch Probleme bekommst, da du so gesehen eine Raubkopie bezogen hast, bin mir aber nicht sicher. Du solltest dir auf jeden Fall Rechtshilfe Suchen. Das ist nichts was man ohne weiteres über Internet Klären kann.

Wird auch angegeben, wer der Inhaber der angeblichen Urheberrechte ist? Es kann leicht sein, dass hier Trittbrettfahrer oder Betrüger am Werk sind

Es wird ein Onlineshop samt Inhaber(in) genannt, der dieses Motiv u.a. als Wandtattoo anbietet.

Das Original ist also ein Wand-Tattoo, eine scherenschnitt-artige Abbildung einer Katze. Das Original kann geschützt sein als Werk der bildenden Künste im Sinne von UrhG § 2 (je nach Schöpfungshöhe, s. Wikipedia) - oder/und als beim DPMA.de eingetragenes Design.

Eine Strafe kann es geben für das Verbreiten einer Kopie dieses Originals, aber nur nach einer Strafanzeige, und nur durch ein Gericht.

Ein Anwalt kann höchstens Schadensersatz verlangen. Dessen Höhe kann sich nach UrhG § 97 richten, und dann nach deinem Gewinn - oder nach dem marktüblichen Nutzungspreis (lizenzanaloges Honorar) für solch ein Werk.

Eine Firma, die ein Produkt mit einem Design (oder auch mit der Kopie eines Kunstwerks) vertreibt (hier: ein Wand-Tattoo), kann gewerblichen Rechtsschutz verlangen. Da liegen die Streitwerte in der Regel nicht unter 50.000,- - und entsprechend hoch auch die Anwalts-Gebühren im Falle einer Abmahnung.

Wir haben hier also keine Strafe vorliegen, sondern

  1. eine Forderung nach Schadensersatz,
  2. eine Anwalts-Gebühr.

Die Berechnung eines Stundenlohns für die Anfertigung des Original-Gemäldes ist allerdings lächerlich, wenn es um das Urheberrecht für ein Kunstwerk geht! Sinn macht das nur, wenn es um eine reine gewerbliche Schädigung geht - etwa nach dem UWG, dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb:

§ 4 Beispiele unlauterer geschäftlicher Handlungen

"Unlauter handelt insbesondere, wer ...

  1. Waren oder Dienstleistungen anbietet, die eine Nachahmung der Waren oder Dienstleistungen eines Mitbewerbers sind, wenn er ..."

Nun kann es aber sein, dass der Verkäufer der Kopie diese selbst gekauft hat in dem Glauben, ein Original erworben zu haben oder eine erlaubte Kopie!

Hat der erste Verkäufer diesen Eindruck erweckt - oder diesen Irrtum zumindest nicht zerstreut -, könnte ein Betrug im Sinne des StGB vorliegen, durch den ursprünglichen Anbieter der Kopie vor einem Jahr.

Dann - oder auch ohne Betrug - kann der Zweit-Verkäufer versuchen, den Erst-Verkäufer in Regress zu nehmen für den Schaden, der durch diesen Irrtum entstanden ist. Da wären also die Forderungen des jetzt abmahnenden bzw. fordernden Anwalts (soweit diese berechtigt sind) sowie die eigenen Schäden, die der Zweit-Verkäufer noch so alle geltend machen kann - inkl. eigener Anwalt für die ganze Sache, inkl. Regress-Forderung.

Gruß aus Berlin, Gerd

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