Angeblich eine rote ampel überfahren

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Bei solchen Kontrollen gibt es i.d.R. ein Kontrollteam und ein Anhalteteam. Die Kontrollteams stehen meist in einem Zivilfahrzeug in der Nähe und geben vía Funk die Fahrzeuge durch, die dann vom Anhaltekommando rausgezogen und kontrolliert werden.

Je nachdem wie lange die vermeintlich Zeit gedauert haben soll, die du nach dem Rotsignal gefahren haben sollst, richtet sich auch die zu zahlende Bußgeldsumme. Ein Straftatbestand liegt hier eigentlich nicht vor, nur wenn du durch die vermeintliche Rotlichtfahrt andere Verkehrsteilnehmer grob gefährdet hast. Aber das wird hier nicht der Fall sein. Du hast lediglich eine Ordnungswidrigkeit begangen.

Du kannst jederzeit Rechtsmittel einlegen und gegen den Bußgeldbescheid vorgehen. Problem ist nur, dass du den Verstoß eingeräumt hast, da wird es sehr schwer vor Gericht zu beweisen, dass du keinen Verstoß begangen hast und auch eigentlich keinen Verstoß zugeben wolltest.

Was die Rechtmäßigkeit solcher Kontrollen angeht ist das Recht auf Seiten der Polizeibeamten, denn sie haben sowohl nach § 36 (5) StVO das Recht verdachtsunabhängige Verkehrskontrollen durchzuführen als auch spezielle Kontrollen, die sich dann aus den jeweiligen Paragraphen ergeben.


Normalerweise ist es schwer rechtswidrige Kontrollen nachzuweisen bzw. zu ahnden, da sie so eher selten vorkommen. Die Polizeibeamten sind gut ausgebildet und wissen, was sie tun dürfen und unterlassen müssen. Ein gewiefter Rechtsverdreher wird daher stets versuchen die Glaubwürdigkeit der Beamten herunterzuspielen und ihnen schlampige Arbeit vorzuwerfen um das Verfahren über Verfahrensfehler oder Verstöße gegen Form- und Verfahrensvorschriften abzuschmettern.

Du wirst wohl kaum dauerhaft auf die Ampel geblickt haben, weil das doch eher gefährlich ist. Die Beamten haben halt den Phasenwechsel exakt im Blick gehabt. Sei froh, wenn sie dir unter 1 Sekunde vorwerfen, darüber wird es nämlich richtig teuer!

An sich gilt immer: Nichts zum Sachverhalt sagen. Nur Name, Nummer, Regiment. Achso, das war was anderes. Aber so etwa stimmts schon. Die geben das sowieso weiter und die betreffende Behörde (Bußgeldstelle, Staatsanwaltschaft, je nachdem) legt das Strafmaß fest oder reicht Klage ein. Wenn von denen dann schriftliches vorliegt, kannst du überlegen ob du da was unternehmen willst. Wenn du vorher alles gestanden hast, kannst du die Strafe sogar noch erhöhen, weil du evtl Sachen gestehst die so nicht verfolgt worden wären...

Die die Dich herausgenommen haben sind nicht unbedingt die die Dich gesehen haben...

Somit wird deine Aussage, wenn kein Foto/Video vorliegt, gegen die Aussage von mindestens 4 Beamte antreten.

Noch Fragen?

Du kannst Widerspruch einlegen (auch mit Rechtsanwalt). Dann müssen die Beamten eine Stellungnahme schreiben, das Ganze geht vor Gericht und ein Richter entscheidet ob er dir oder den Beamten glaubt.

Warum sollten die Polizisten gelogen haben? Für einen "erwischten" Rotlichtverstoß bekommen die kein Lob, keine Beförderung oder mehr Geld... es macht nur Arbeit. Es macht auch keinen Sinn, dass die Beamten deshalb Lügen (wäre vor Gericht strafbar) würden.

Und zum Schluss... eine gelbe Ampel heißt nicht "fahr da noch schnell drüber" sondern "Anhalten"!

Wer noch in der Probezeit ist und dazu noch kein Geld hat sollte sich besonders genau an die Verkehrsregeln halten.

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