Anfechtung durch Minderjährigen möglich?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die gesamte Aufgabe wäre hilfreich. Gern auch per PN. Es kommt auf jede Kleinigkeit im Sachverhalt an.

Also der minderjährige m kauft bei einem bekannten eine autogrammkarte. der bekannte hatte ihm gegenüber behauptet, dass es sich um ein orginal handle, in wirklichkeit hatte er m aber getäuscht und es war eine fälschung. Zum kauf hatte m geld, das er von seinem vater zur freien verfügung bekommen hatte, genutzt. am nächsten tag fällt ihm die täuschung des bekannten auf und er erklärt die anfechtung des vertrags. mein problem dabei ist jetzt, dass die anfechtungserklärung ja im grunde genommen eine zustimmung bräuchte. diese hat m aber nicht bekommen. aber deswegen die anfechtung für unwirksam zu erklären und so m an den vertrag gebunden zu lassen, erscheint irgendwie auch nicht als richtig ergebnis. ich hab mir gedacht, man könnte vielleicht über den minderjährigenschutz irgendwie zu einer gültigkeit der anfechtungserklärung kommen, weiß aber nicht ob das so eine zulässige lösung wäre..

@Natha123

Hat er sofort und den gesamten Betrag bezahlt? Und um wieviel Geld handelte es sich in etwa?

@Wikifreak

er hat sofort den gesamten betrag bezahlt.. über die kosten der karte steht nichts im sachverhalt. Nur dass er mit dem dem 50€ schein, den der vater ihm zur freien verfügung schenkte, bezahlt hat.

@Natha123

dann ist das Verpflichtungsgeschäft wasserdicht - vertrag mit dem, den es angeht

theoretisch bräuchte der MJ für die Anfechtungserklärung die Einwilligung des ges. Vertreters, da es sich um eine WE handelt, durch die er keinen lediglich rechtlichen vorteil erlangt.

aber da der Gesetzgeber alles für den MJ-Schutz tut, ist das sicher nicht in seinem Sinne. mir fällt aber keine passende analogie dazu ein. Aber eine teleologische reduktion scheint mir hier angebracht - zumindest bei arglistiger täuschung

@Wikifreak

danke :) heißt dann im ergebnis, dass man über den minderjährigenschutz zu einer wirksamkeit der anfechtung kommt?

@Natha123

Ich nehme an, dass du an deiner HA für Sem. 2 sitzt. Da gibt es sicher in der Literatur eine Erklärung die du anführen sollst. Es handelt sich ja nicht gerade um ein absolut unvorstellbares Konstrukt. Möglicherweise ist das sogar der Punkt für den (fast obligatorischen) Literaturstreit. Wichtig ist jetzt noch, was der MJ macht, was sein/e gesetzlichen/er Vertreter macht/en und wie die konkrete Aufgabenstellung lautet. Ich habe dir mal eine PN geschickt.

@Wikifreak

Literatur hab ich leider bisher nichts dazu gefunden... Wie sucht man denn da am besten? in den kommentaren in die ich geschaut hab, stand dazu nichts.. den sachverhalt hab ich leider grad nicht in dateiform da, sondern nur ausgedruckt vor mir liegen, kann ihn aber die nä tagen dann mal schicken.. vielen dank auf jeden fall schon mal für die hilfe :)

@Natha123

Mal in der Suchfunktion eurer Bibliothek "Willenserklärung Minderjähriger", oder "Minderjährigenrecht" eingeben.

@Wikifreak

hallo wikifreak.

ich schreibe auch grade eine hausarbeit und habe fast das gleiche problem wie Natha123. Auch bei mir wurde der minderjährige beim kauf eines verstärkers im wert von 1.315,00€ arglistig getäuscht. der kaufvertrag wurde von den eltern genehmigt. als er von der täuschung erfährt und anficht hat er jedoch weder den kaufpreis schon beszahlt, noch wurde der verstärker geliefert. da seine eltern nicht eingewilligt haben würde bei mir die anfechtung demnach nicht durchgehen, was aber sehr unfair wäre.

jetz hast du ja geschrieben, dass es wichtig ist ob der Betrag schon bezahlt wurde. wie ist das in diesem fall?

Irgendwie verstehe ich das Kernproblem nicht. Sind die Eltern gegen eine Anfechtung des Vertrags oder wo liegt das Problem?

sie sind nicht dagegen, sie haben vielmehr gar nichts dazu gesagt und normalerweise bräuchte man doch die zustimmung.. nur find ich das ergebnis, dass dann die anfechtung, die der minderjährige erklärt, unwirksam ist, seltsam.. er konnte das geschäft ja auch ohne sie abschließen, dann macht es doch keinen sinn, dass er sie zur anfechtung auf einmal wieder braucht...

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