Erkenne ich die Nebenkostenabrechnung bei Zahlung der Nebenkostenerhöhung an?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ein Widerspruch der Nebenkostenabrechnung müßte schon substantiert begründet werden, "wir zahlen zuviel" wird als Begründung nicht ausreichen.

Damit ihr die Nebenkostenabrechnung überprüfen könnt, solltet ihr beim Vermieter die Belege zur Nebenkostenabrechnung einsehen. Das ist Euer Recht! Fotokopie muß der Vermieter nicht zur Verfügung stellen.

Grundsätzlich kann der Vermieter alle in § 2 BetrKV aufgeführten Kosten auf den Mieter umlegen, vorausgesetzt es ist entweder mietvertraglich vereinbart oder im Mietvertrag ein Hinweis auf § 2 BetrKV zu finden.

Schließlich bestehen Nebenkosten nicht nur aus verbrauchsabhängigen, sondern auch aus verbrauchsunabhängigen Kosten, wie Grundsteuer, Versicherungen, Wartungskosten, Schornsteinfegergebühren, usw. usf.

Durchschnittlich sollte man in Deutschland zwischen 2,- und 3,- pro qm/Monat für die Nebenkosten einplanen. Die monatliche Nebenkostenvorauszahlung sollte 2,-€ pro qm betragen. (Strom für die Wohnung ist hier nicht dabei)

Zu Eurer Frage: nein, das ist keine Anerkennung.

perfekt erklärt!

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Der Kontext des Widerspruchs war: Warum so viel!? Im Widerspruch haben wir einzelne Posten moniert, wie nicht geeichte Wasserzähler etc. Sobald der Mieter um Klärung bezüglich der Abrechnung bittet, ist die 4 Wochen Frist außer Kraft gesetzt, da ist keine substantiellere Begründung nötig.

Da uns bekannt ist, dass der Vermieter alle Rechnungen offen legen muss, jedoch diese nicht kopieren und dem Mieter zuschicken muss, haben wir um einen Termin vor Ort gebeten ;-)

Bis dato haben wir 120 € Nebenkosten für 62 qm bezahlt. Die in der Abrechnung angegebenen Kosten darf er alle abrechnen (ist bereits geprüft). Nur wie die Differenz zwischen seinen angesetzten und den tatsächlichen Kosten zustande kommt, interessiert mich - bei 750€ die ich zahlen soll - dann schon! Zumal wie bereits erwähnt unser Umgang mit Wasser und Heizung nicht die Ursache dessen sein kann.

Wichtig war mir, zu wissen, ob die Zahlung der 60 € eine Zustimmung der Abrechnung sind und diese Fragen haben Sie aussagekräftig beantwortet :-) Vielen Dank!

Jetzt zu der eigentlichen Frage: Wenn wir diese 60 € Mieterhöhung / Nebenkostenerhöhung zum 01.09.2015 zahlen, erkennen wir dann die Nebenkostenabrechnung damit automatisch an? (konkludentes Handeln)

Nein das ist keine Anerkennung und das was der Vermieter macht ist keine Mieterhöhung sondern Erhöhung der Vorauszahlungen und das darf er.

Der Vermieter darf/ muss die Vorauszahlungen anhand der letzten Abrechnung anpassen; dabei darf er die monatliche Vorauszahlung um 1/12 des Nachzahlungsbetrages erhöhen; daran hat er sich gehalten.

Die Abrechnung kann man prüfen lassen, bzw. Einsicht in die Unterlagen verlangen.

Das die 60 € Ihre Richtigkeit haben, habe ich nie bezweifelt, ist schlüssig und macht auch sinn die gesamten Mehrkosten auf den Monat umzulegen! Bzw. Ihre Richtigkeit haben, sollte die Abrechnung, so wie sie ist, stimmen! ;-)

Zu deiner eigentlichen Frage kann ich nichts sagen, jedoch ging es mir genau wo wie dir. Die Kalten Nebenkosten sind aktuell höher, als die Vorauszahlungen, die beim anmieten der Wohnung (80€) vereinbart waren. Derzeit bin ich (mit allem ausser Müll und Strom) bei 185€ für 38 m2. Der Vermieter sagt ja nur 20° heizen und nicht auf kipp lüften...die Nebenkosten sind einfach so hoch und werden nicht umsonst als 2. Miete bezeichnet. 

Im Neubau hast du weniger Nebenkosten aber mehr Miete. Gleicht sich in etwa aus. 

Ich habe die hohen Nebenkosten hingenommen, man findet ja keine Wohnungen.

Hallo, niemals einfach etwas hinnehmen! Darauf hoffen die meisten nämlich. Es gibt auch sog. Lockangebote, dh. Vermieter locken mit vermeintlich günstigen Mieten und holen sich das dann bei der Nebenkostenabrechnung zurück. Ist verboten! Sicherlich bringt es nichts, sich wegen jeder Kleinigkeit mit dem Vermieter anzulegen, aber 185 € Nebenkosten bei 38 qm klingt unverhältnismäßig. 

@Mischa0590

Ich habe das überprüft, die Rechnungen stimmen mit den der Nachbarn überein. Ist halt ein 90er Jahre Bau, der nicht so gedämmt ist. Wasser + Abwasser hat auch deftig aufgeschlagen. Fast 50% innerhalb von 3 Jahren. Versicherungen auch. Da ist man machtlos.

Unabhängig von der getätigten  Zahlung des geforderten Nachschusses lt. Abrechnung bleibt dein Recht auf Einspruch gegen die Abrechnung für 12 Monate ab Zustellung der Abrechnung bestehen.

Die Anpassung (Erhöhung)  um 1/12 der Nachzahlung pro Monat ist korrekt.

du müßtest innerhalb von 4 Wochen widersprechen. Die zukündtig höhere Abschlagszahlung hat nichts mit der Anerkennung einer alten Abrechnung zu tun. Du könntest ja auch von dir aus sagen, dass du 100 EUR monatlich mehr zahlen willst

du müßtest innerhalb von 4 Wochen widersprechen

NEIN, die Einspruchsfrist beträgt ab Erhalt bzw. Zustellung der Abrechnung immer noch 12 Monate. Es kann also solang Einspruch eingelegt werden, auch wenn die Nachforderung bereits gezahlt ist. Grundsätzlich sollte zur Sicherheit eine Nachzahlung immer unter Vorbehalt geleistet werden.

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