Amazon, Umgang mit Verkäufern? VK muss Individualisierten Artikel zurücknehmen?

5 Antworten

Das Problem ist, daß in solchen Fällen Amazon eine eigenen AGB´s zum Teil egal sind. Und es wird eigentlich bei Amazon jedem A-Z- Garantieantrag gegen seine Market-Place - Verkäufer stattgegeben. Was dann oft auch bedeutet, daß der Käufer Ware und Geld behält. Und Käufer behauptet dann fast immer, daß die Ware mangelhaft ist

Amazon sind seine Verkäufer nämlich ziemlich egal.

Du kannst versuchen, Dich an Amazon zu wenden- ganz selten! wird mal dem Verkäufer Recht gegeben, aber wirklich sehr! selten. Insgesamt ist Amazon sehr mächtig und spielt das auch aus. Und entscheidet bei Marketplace- Verkäufern fast immer gegen den Verkäufer. Und es wird auch nicht erwartet vom Käufer, daß der liest

Ich kann Dir nur Glück wünschen aber rechne Dir nicht große Chancen aus. Und eine Klage gegen Amazon übernimmt niemand und Deinen Verkäuferstatus kannst Du dann eh vergessen. Der A-Z- Garantieantrag wirkt sich obendrein sehr negativ auf Deine Verkäufer- Performance aus.

Die 40€- Grenze s.u gilt übrigends auch bei Amazon,(Rücksendung auf Verkäuferkosten) - auch wenn das eigentlich wegen der Individualisierung egal wäre (in Deinem Fall).

Aber ansonsten ist es in der Praxis auch egal, weil dann halt Kunde behauptet, daß Leistung und/oder Ware mangelhaft und fertig

Antwort a): Gar nichts, denn Amazon ist Gott.

Antwort b): Rechtlich kannst Du die Rücknahme verweigern. Amazon ist keine Gerichtsinstanz, die das zu entscheiden hat. Allerdings ist die Frage, wer am längeren Hebel sitzt, wenn Du Dich Amazon widersetzt und aber weiter über sie verkaufen willst, siehe Antwort a).

Im Versandhandel ist es üblich, dass die Anbieter vor den Kunden zu Kreuze kriechen müssen, da sie sonst schlechte Bewertungen fürchten müssen. Ein Stück weit ist das aber auch sinnvoll, um die Verbraucher zu schützen. Die Onlinehändler haben schon den Riesenvorteil, dass sie von der billigen Lagerhalle in der Pampas, wo der qm nichts kostet, verkaufen können, wohingegen Präsenzhändler ein schickes Ladengeschäft mit Personal und teuren Quadratmeterpreisen unterhalten müssen. Da ist es nur fair, wenn der Onlinehändler zumindest diesen Nachteil hat, der nun mal zum Versandgeschäft gehört.

Auch als Verkäufer kannst du einen Widerspruch einreichen. Amazon mag ein Branchenriese sein, aber auch sie haben sich an geltendes Recht zu halten. Da du hier wahrscheinlich irgendwelches Geschirr mit gravierten oder bedruckten Namen hast, ist die deutsche Rechtssprechung auf deiner Seite, kannst du doch den Artikel nicht "einfach so" in seinen Ursprungszustand zurückführen.

Rechtliche Informationen findest du hier oder hier.

Amazon kann zwar vieles Entscheiden, aber das muss für dich nicht rechtsverbindlich sein. Reiche also einen Widerspruch gegen ihre Entscheidung ein, lege den Sachverhalt dar und weise sie auf die deutsche Rechtssprechung hin. Du darfst nicht vergessen, dass dieser Garantieantrag vom Käufer ausging. Es ist also durchaus möglich, dass er/sie die Situation anders darstellt als es der Fall ist.

In der Praxis hält sich Amazon bei seinen Verkäufern oft nicht an geltendes Recht und kann das auch, weil man schon nichtmal einen Anwalt fände, der sich mit Amazon anlegt.

Man kann es trotzdem VERSUCHEN, sich an Amazon zu wenden, manchmal geschehen da auch Wunder.

Ach ganz nebenbei: den Widerspruch auch nach Möglichkeit auf englisch schreiben, denn bei weitem nicht alle Angestellten können Deutsch und wenn der Vorgang bei jemanden landet, der kein Deutsch kann, wird eh abgelehnt.

@Silo123

Ich würde es nicht gleich so pessimistisch sehen. Obwohl oder gerade weil Amazon so eine Größe darstellt, sind Rechtsstreitigkeiten für solche Unternehmen meist nicht von Vorteil. Unabhängig davon wer am Ende recht hat, das Image hat einen Knacks bekommen, sollte es publik werden. Aus gutem Grund werden viele Klagen außergerichtlich gelöst.

Ob man in diesem Fall klagen sollte? - Wohl kaum. Der Streitwert von unter 40€ ist den Aufwand nicht wert. Wenn Amazon also den Widerspruch ablehnt, würde ich es dabei belassen.

Davon abgesehen würde ich in Zukunft auf die Produktseite den Hinweis stellen, dass personifizierte Stücke nicht zurückgegeben werden können(In dem korrekten juristischen Wortlaut).

@Eismensch

Was meinst Du, was da von Amazon schon alles publik ist ?, Amazon ist mittlerweile auch wegen dem Umgang mit seinen Marketplaceverkäufern häufiger in der Presse - auch wenn der Umgang mit den Angestellten bekannter ist.

All das tut dem Image von Amazon keinen Abbruch.

Aber Amazon hat auch ein anderes Image- zu Recht!- nämlich das extrem kundenfreundlich zu sein, wenn sie auch dieses Image auf Kosten der Marketplaceverkäufer halten (und sogar Betrüger auf Käuferseite anlocken). Und dieses hat auch einen Vorteil für Marketplaceverkäufer- nämlich, daß man bei Amazon deutlich höhere Preise bekommen kann als anderswo- deshalb verkaufe auch ich bei Amazon und rechne Verlust schon gleich ein. Und hoffe, daß der im Rahmen bleibt, weil verhinderbar ist der nicht. Aber ich mache das nur privat- nebenbei. Von Amazon mich existenziell abhängig machen würde ich nie.

Wenn ich mich richtig erinnere, wurde vom EuGH vor kurzem noch entschieden, dass Verkaufsplattformen wie Amazon und Ebay kein geltendes Recht mit eigenen AGBs aushebeln dürfen. Das kann aber nur der eigene Anwalt klären, weil die Amazon-Regelung zwecks unbedingter kundenfreundlicher Behandlung von Reklamationen im letzten Frühjahr an jeden Marketplace-Verkäufer versandt worden war.

Schon da warnten Anwälte vor dem bevorstehenden Chaos:

https://www.ratgeberrecht.eu/wettbewerbsrecht-aktuell/neue-vorgaben-zur-rueckgabegarantie-amazon-marketplace.html

Ein personalisierter Artikel, der auch noch falsch behandelt wurde ist unverkäuflich und trotzdem ist mein Tipp:

Amazon die Provision zurückerstatten lassen aufgrund des Knebelvertrags und dem Kunden das Geld zurück überweisen und keine Neuware liefern.

Setzen Sie oder noch besser, lassen Sie vom Anwalt ein Schreiben an Amazon aufsetzen, in dem die Problematik von personalisierten Produkten gegenüber Standardware dargelegt wird. Bieten Sie einen Kompromiss an, dass Sie Lagerware ohne Personalisierung jederzeit gerne zurücknehmen, aber personalisierte Produkte, die nicht mehr verkäuflich sind, oder falsch behandelte Produkte aus der genannten Problematik ausschließen müssen.

Das ist geltendes deutsches und europäisches Recht, über das sich niemand so einfach hinwegsetzen kann. Deshalb ist ein Anwaltsschreiben mit Sicherheit auch besser, als ein Schreiben aus Ihrem Sekretariat.

Viel Erfolg!

Hallo,

hier die Antwort (genau lesen):

http://shopbetreiber-blog.de/2009/02/02/wann-ist-die-ware-vom-widerruf-ausgeschlossen-teil-2-kundenspezifikation/

Bis zu einem Warenwert von 40 Euro trägt der Käufer die Kosten der Rücksendung, eventuell regelt hier aber Amazon das anders; zu Gunsten des Verbrauchers kann man solche Regelungen abbedingen und hier gibt es ggf. Vereinbarungen zwischen Amazon und den Verkäufern diesbezüglich.

VG

Wert ist unter 40 Euro, daher keine große Sache, aber das Verhalten des Kunden nervt. Wenn ich was falsch bestelle, ist das halt so. Zumal der Artikel ja nutzbar ist er muss halt mit Hand gespült werden.

Was möchtest Du wissen?