ALG II: Aus Bedarfsgemeinschaft austreten oder nicht (Vollzeitjob)?

3 Antworten

Du könntest zwar freiwillig auf Leistungen verzichten,aber deinen Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) musst du auf jeden Fall dann an deine Mutter zahlen,weil die dann nur noch für sich und deinen Bruder Leistungen bekommt !

Das würden dann beispielsweise bei 3 Personen und einer Warmmiete von 600 € jeweils 200 € Kopfanteil der KDU - ergeben.

Angenommen du verdienst 1000 € Netto,dann liegt dein Bruttoeinkommen über 1200 € pro Monat,demnach kannst du nach § 11 b SGB - ll Freibeträge auf dein Erwerbseinkommen von min.300 € geltend machen.

Diese min.300 € würden dir dann theoretisch von deinen 1000 € Netto abgezogen und würden ca.700 € anrechenbares Einkommen ergeben.

Da dir bis zu deinem 24 Lebensjahr derzeit nur ein Regelsatz von 320 € zusteht + deine angenommen 200 € Kopfanteil der KDU,gesamt also 520 €,würdest du in diesem Fall mit 180 € über deinem Bedarf liegen und nicht mehr zur BG - deiner Mutter gehören,musst dich also dann gar nicht abmelden,dass mach das Jobcenter selber,wenn du genügend Einkommen hast.

Willst du sie dann nicht freiwillig unterstützen ( bei 200 € oder auch 400 € mehr ) würde dass Jobcenter das wahrscheinlich nicht unterstellen,dass du sie damit unterstützt,sollte es dennoch so kommen,dann kannst du fristgerecht widersprechen.

Du hättest dann also deine 1000 € Netto,zahlst deiner Mutter den Kopfanteil von angenommen 200 €,gibst noch etwas für Haushaltsstrom und Wäsche machen dazu,Kostgeld für deine Verpflegung und übernimmst das selber.

Es blieben dir dann auf jeden Fall dann um die 700 € und wenn du noch 150 € für deine Verpflegung dazu gibst,hast du immer noch ca.550 € und davon kannst du sparen.

Kommt dir aber auf jeden Fall nicht teurer als wenn du ausziehen würdest,da kommen dann noch ganz andere Kosten auf dich zu.

Alle, die im gleichen Haushalt leben, gehören zur Bedarfsgemeinschaft. Nur wenn Du ne eigene Wohnung hast, kannste alles Geld für Dich behalten. Grüße

Alle? Auch Oma? Auch der Onkel aus Buxtehude?

Auch das Kind, das 2.000,- Euro im Monat verdient?

Auch das Kind, das 5.000,- Vermögen auf dem Konto hat?

Das Gesetz sieht das aber anders: SGB II § 7 Absatz 3.

Gruß aus Berlin, Gerd

Sobald du genug Geld verdienst, gehörst du nicht mehr zur Bedarfsgemeinschaft (BG) von Mutter und Bruder:

"(3) Zur Bedarfsgemeinschaft gehören ... 4. die dem Haushalt angehörenden unverheirateten Kinder der in den Nummern 1 bis 3 genannten Personen, wenn sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, soweit sie die Leistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen beschaffen können." SGB II § 7 Absatz 3.

Dein Einkommen wird dann also nicht mehr direkt angerechnet auf das ALG II deiner Ex-BG (höchstens noch nach SGB II § 9 Absatz 5, aber normalerweise nicht).

Deine Ex-BG kriegt halt nur noch zwei Drittel vom Jobcenter für Miete und Heizung - das letzte Drittel musst du dann aus deinem Einkommen bezahlen.

Wenn das Drittel recht hoch ist, kannst du sogar noch aufstockend ALG II erhalten - denn dann bist du immer noch Mitglied dieser BG.

Gruß aus Berlin, Gerd

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