AFA? Abschreibungen? Sinn?

4 Antworten

Abschreibung ist der buchhalterische Ausdruck von Wertverlusten. Du kaufst eine neue Maschine, nach einem Jahr hat sie etwa 10.000 € an Wert eingebüßt. Das ist ein Vermögensverlust, also Aufwand (Kosten) Ein Unternehmen kalkuliert seine Kosten in die Preise, d.h. , das Unternehmen holt sich über die Preise seiner Güter oder Dienste den Betrag wieder rein. Das ist dann eine Finanzierung über die Abschreibung. Das ist ein Sinn. Hinzu kommt, dass Aufwendungen den Gewinn schmälern und somit weniger Steuern zu zahlen sind.

Wenn Du ein Unternehmen hast, z. B. Kurierfahrer, dann brauchst Du einen Lieferwagen. Nehmen wir an der kostet 25.000,- Euro und wird vermutlich 5 Jahre halten.

Du hast Dich schon mit AfA beschäftigt und weisst daher er wird mit 5.000,- Euro pro Jahr abgeschrieben.

Denken wir Dein Gewinn, vor Abzug der AfA wäre 30.000,-, dann müsstest Du das versteuern. Durch die AfA nur 25.000,- also sparst Du ca. 1.500,- Euro Steuern.

Wenn das nicht der Fall wäre, würde die Wertminderung des Autos erst nach mehreren Jahren erfasst, wenn Du den verkaufst udn einen neuen kaufst.

Es heißt ja auch "Absetzung für Abnutzung."

Davon abgesehen dienst es ja auch der Kalkulation, also der Berechnugn der richtigen Preise, denn der Wertverlust des Anlagevermögens sind ja Kosten.

Und es ist notwendig, damit das Vermögen nicht zu hoch dargestellt wird, denn der Wagen ist ja nach zwei Jahren keine 25.000,- Neupreis mehr Wert udn darf daher in der Bilanz auch nicht so hoch angesetzt werden.

Für alles gibt es natürlich freundliche und weniger freundliche Sichtweisen. Manches hängt auch vom Standpunkt.

Wer ein Wirtschaftsgut anschafft, der sagt: "Das Geld ist weg. Wovon soll ich denn noch die Steuern bezahlen." Daher wäre es den Steuerpflichtigen häufig ganz lieb wenn der Computer oder das Auto sofort abgeschrieben werden könnten.

Da ist aber 'Väterchen Staat' natürlich dagegen. Investieren die Betriebe gerade ganz viel, dann hätte der Staat große Schwankungen bzw. Einbrüche bei den Einnahmen. Wenn die Ausgaben nur so als Jahresdurchschnitt genommen werden, dann sieht das anders aus. Die Steuereinnahmen sind, was den Einfluss der Ausgaben angeht relativ gleichmäßig. Dann kommt es nur noch auf die Konjunktur oder die Marktlage an.

Wir müssen aber auch eine grobe Unterscheidung mindestens treffen: Geldabfluss ist selten dann, wenn die angeschafften Wirtschaftsgüter benutzt werden. Aber es ist für das Unternehmen wichtig gerade da eine Gegenüberstellung zu machen. Einnahmen und die daraus resultierenden Kosten.

Das ist natürlich nur der Versuch sich den wirtschaftlichen Realitäten zu nähern. Kauft ein Kleinunternehmer zwei Karton Papier, dann würdest Du das auch sofort in die Kosten buchen. Und nicht erst wenn er in den folgenden Jahren hier mal drei Blatt braucht und da mal fünf. Bei den kleinen Dingen geht man davon aus, dass das im Laufe der Jahre sich ohnehin einpendelt und gut ist. Daher werden nur die Wirtschaftsgüter den Abschreibungen unterworfen, die eben die jeweiligen Grenzen überschreiten und eigenständig nutzbar sind.

Sonst müsste man auch bei der Wartung einer großen Maschine Abschreibungen buchen. Um aber Wartungen und Reparaturen, die sich ja im Rahmen der Nutzung über mehrere Jahre aufbauen können vorher in den Kosten zu haben, wäre dann zu prüfen ob Rückstellungen gebildet werden sollen. Wäre auch für die Kalkulation interessant. Schließlich geht es den Kunden nichts an, ob wir eine Maschine in diesem Jahr oder im nächsten Jahr reparieren. Die Fertigung seines Auftrages hat doch rückblickend dazu geführt.

Es geht also auch bei den Abschreibungen um die periodengerechte Zuordnung.

Die Sache mit den Steuern sparen, hattest Du in einem Kommentar geschrieben, hattest Du nicht verstanden. Ich versteh das auch nicht und die Meisten verstehen es falsch. Sie meinen sie würden vom Finanzamt was wieder bekommen. Ja, zu hohe Steuervorauszahlungen werden erstattet. Weil eben Investitionen Abschreibungen nach sich ziehen. Dann muss man eben die Einnahmen nicht versteuern, denen in dem Abrechnungszeitraum (in der Regel dem Kalenderjahr) die Ausgaben zugerechnet werden können.

Bei einer GmbH oder AG ist das überhaupt nicht spannend, denn der Steuersatz ist im Grundsatz für alle Kapitalgesellschaften und über viele Jahre konstant.

Bei Einzelunternehmern oder Personengesellschaften ist da schon mehr zu holen. Wenn ich nämlich in einem Jahr mit einem Spitzensteuersatz von 40% rechnen muss, dann kann es sinnvoll sein, dass man Investitionen bereits in dem Jahr macht und nicht ins nächste Jahr schiebt. Weil sich da vielleicht abzeichnet, dass gerade dieses Jahr mit dem hohen Gewinn ein positiver Ausreißer war. Sofort abzugsfähige Betriebsausgaben und in dem laufenden Jahr zu erfassende AfA-Beträge wirken sich eben relativ stark aus.

Im folgenden Jahr erwartet man nicht so einen guten Absatz. Vielleicht weil Kunden Investitionen vorgezogen haben. Vielleicht halbiert sich der Spitzensteuersatz für den Unternehmer dadurch. Wenn wir jetzt also im starken Jahr Kosten geltend machen können, dann brauchen wir eben diese 40% nicht bezahlen. Aber im nächsten Jahr bräuchte man eben nicht mehr investieren und hätte nur noch die Auswirkung mit zb. 20%. Das ist dann natürlich schon eine echte Steuerersparnis. Hoffe das ist für Dich nachvollziehbar, sonst nachfragen!

Ergänzend zur Antwort von wfwbinder, fließt die Abschreibung auch in die Kostenrechnung ein, nur eher auf Grundlage der Wiederbeschaffungskosten. Wird also bei der Preiskalkulation mit eingerechnet. Somit wird über die abschreibungsdauer der Wiederbeschaffungswert erwirtschaftet und man kann nach Ablauf neue Investitionen tätigen.

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