Änderungsvertrag, zwei Hauptmieter - kann Vermieter zum neuen Vertrag zwingen?

9 Antworten

Hängt davon ab, mit wem der bestehende Vertrag abgeschlossen worden ist. Wenn der Mieter auszieht, darf der Vermieter - ist aber schäbig wenn er teurer wird - einen neuen Mietvertrag abschließen.

Ich denke dem Vermieter geht es hier vorrangig um die Kohle. Ein Neuvertrag fällt ihm da wie vom Himmel in den Shos um ganz elegant die Kaltmiete horrent erhöhen zu können.

Ich denke er hat damit juristisch leider Recht. Bisher hat er zwei Schuldner für die Miete. Künftig nur noch ein Schuldner, würde seine Position natürlich schwächen, was man ihm nicht aufzwingen kann.

Mein Lösungsvorschlag wäre, dass der Vertrag einfach so bleibt wie er ist. Natürlich will der ausziehende Mieter raus aus der Haftung und würde einfach den Vertrag einseitig kündigen, was er auch kann. Biete Ihm eine angemessene Kaution für die Fortführung der bisherigen Vertragshaftung und natürlich alleinige Übernahme der künftigen Mietkosten an, um ihn von der Kündigung des Mietvertrages abzuhalten.

Eine Nachfrage an die Mietexperten fällt mir dabei aber auch gleich ein. Was ist eigentlich wenn einer der Mieter nicht aufrecht stehend sondern liegend in einer Holzkiste auszieht, womit man ja durchaus auch mal rechnen muss. Dann muss der Vermieter ja den Wegfall eines Schuldner akzeptieren und kann nicht einfach einen Neuvertrag mit dem verbleibenden Mieter verlangen.

Woher ich das weiß:Recherche

Der Vermieter darf einen neuen Mietvertrag verlangen. Der alte Mietvertrag ist gegenstandslos. Er könnte auch einfach zustimmen, dass schrifltich ein Zusatz zum jetzigen Mietvertrag gemacht wird, aber so einfach jemanden rausstreichen geht nicht, daher wird der neue Mietvertrag gemacht.

Eine Mietanpassung wird es nicht geben. Die Miete wird ja nicht nach Personen, sondern nach Wohnungsfläche berechnet.

Auf welcher Rechtsgrundlage basiert diese Antwort?

"...Der alte Mietvertrag ist gegenstandslos..."

Ist er nicht. Der alte Mietvertrag gilt rechtlich so lange, bis er von beiden Hauptmietern gemeinsam gekündigt wird.

@Dike2012

... oder er durch Einigung aller drei Beteiligten geändert oder aufgelöst wird...

Eine Mietanpassung wird es nicht geben.

Das stimmt so nicht. Wenn ein neuer Vertrag geschlossen wird, ist die Miethöhe frei aushandelbar. D.h. der Vermieter kann auch eine Mieterhöhung durchsetzen.

2 Hauptmieter müssen theoretisch beide kündigen. Akzeptiert der VM die einseitige Kündigung kann er auch einen neuen Vertrag verlangen, was ich jedoch nie mache, da zu umständlich. Wenn der VM das so möchte, wirst du nichts machen können. Kommt doch auch darauf an, ob der neue Vertrag zu deinen Ungunsten ist.

Was für eine Mietanpassung meinst du denn ?

Wenn der verbleibende Mieter / der Fragesteller die Teilkündigung durch den anderen Mieter nicht akzeptiert, wird sie auch nicht wirksam und der Vermieter kann auch keinen neuen Vertrag verlangen...

@MosqitoKiller

das hat der andere Hauptmieter aber getan.

@guterwolf

Nein, hat er eben nicht, zumindest nur unter anderen Bedingungen als die des Vermieters. Und solange darüber keine Einigkeit besteht, kann es auch keine Änderung geben. Denn offensichtlich gibt es weder Einigkeit darüber, den ausscheidenden Mieter unter Bestand des jetzigen Vertrags zu entlassen, noch darüber, ob und wie in diesem Zug der Vertrag geändert werden soll. Und ein bestehender Vertrag kann nunmal nur geändert werden, wenn ALLE Vertragsbeteilgte sich in Bezug auf die Änderung EINIG sind...

@MosqitoKiller

einer will ausziehen - das ist ja wohl Fakt, oder? Und der andere will bleiben - allein - auch Fakt , oder? Der eine Mieter akzeptiert also, dass der andere ausziehen will.

Nun muss sich der verbleibende Mieter nur noch mit dem VM über die Modalitäten einigen und da sitzt der VM eindeutig am längeren Hebel, Gesetze hin oder her.

@guterwolf

Tut mir leid, diese Logik will sich mir nicht erschließen, zumal es ja wohl so ist, dass beide (verbleibender Mieter und Vermieter) den ausscheidenenden Mieter nicht entlassen wollen, solange über die anschließenden Vertragsmodalitäten keine Einigkeit herrscht...

Und inwiefern der Vermieter bei diesen Verhandlungen am längeren Hebel sitzt, erschließt sich mir auch nicht, denn wenn der scheidende Mieter erstmal ohne weitere Bedingungen raus ist, gibt es doch für den verbleibenden überhaupt keine Notwendigkeit, überhaupt noch irgendwas zu ändern, weder per Änderung noch per Neuvertrag, dann schaut der Vermieter in die Röhre. Der Vermieter hat also allenfalls die Möglichkeit, den scheidenden Mieter zu halten, damit dieser Druck auf den bleibenden Mieter ausübt, mehr kann er nicht machen, da er kein Recht auf irgendeine Änderung des Vertrags hat, in welcher Form auch immer...

Wenn hier keine Einigkeit herrscht, bleibt der Vertrag eben wie er ist, den Schaden hätte der ausscheidende Mieter, da er im Vertrag bleibt und der Vermieter, da er keine höhere Miete bekommt. Die Trumpfkarte liegt also eindeutig beim verbleibenden Mieter, denn dem Fragesteller kann an einer Änderung des Vertrags eigentlich kein Interesse haben...

Es ist doch voellig egal, ob man die vereinbarten Aenderungen nun in einem Aenderungsvertrag festlegt oder in einem neuen Mietvertrag. Beim Aenderungsvertrag stimmen halt alle Beteiligten zu (beide Mieter und der Vermieter) waehrend bei einem neuen Mietvertrag erst einmal der alte gekuendigt werden muss (entweder von BEIDEN Mietern gemeinsam oder vom Vermieter, sofern dieser dazu berechtigt ist).

Auf die zu vereinbarenden Konditionen hat es hingegen nicht den geringsten Einfluss, ob man das nun per Aenderungsvertrag macht oder mit ner Kuendigung und anschliessend einem neuen Mietvertrag. Beim Aenderungsvertrag sind nur die Wege etwas kuerzer.

Vielleicht will der Vermieter aber gar keinen Vertrag mit dem Bleibewilligen als Alleinmieter schliessen und sagt dann nach der Kuendigung "Noe, nen neuen Vertrag machen wir nicht. Ihr habt gekuendigt und jetzt raus!"

Es gibt durchaus Unterschiede: Bei der Kündigung und einem Neuabschluss werden z.B. eventuelle Fristen für Schönheitsreparaturen fällig. Der neue Vertrag kann auch andere Formulierungen enthalten als der alte. Es können Kautionen geltend gemacht werden, je nach Zustand der Wohnung usw.

@MichaelRath

Das sind alles Sachen, die man sowohl mittels einer Vertragsaenderung wie auch mit einem Neuvertrag regeln kann.

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