Abtreibung ja oder nein. Ich bin so ambivalent?

5 Antworten

  • Ratschläge bei solchen höchst persönlichen Themen sind ungemein schwierig und können immer nur in dem Sinne gemeint sein, wie man selbst handeln würde, wäre man in einer ähnlichen Situation -- so man sich das denn halbwegs vorstellen und sich da hineinversetzen kann. Dies vorausgeschickt wage ich dennoch einen absolut persönlichen Ratschlag.
  • Die Partnerschaft ist gescheitert und die sexuellen Probleme werden nicht besser werden. Es ist nicht zu erwarten, dass ihr zukünftig plötzlich eine harmonische und erfüllende Partnerschaft führen werdet. 
  • Den Tatsachen in die Augen geschaut, wirst du also alleinerziehend sein, aber den Einfluss des Expartners und der Ex-Schwiegereltern erdulden und sogar fördern müssen. Dies wird dir ganz gewiss auf Dauer nicht gefallen. Du hast auch recht, dass Kinder nach Möglichkeit in eine intakte Familie geboren werden sollten.
  • Zudem wirst du in deinem Alter mit einem Säugling so gut wie keine Chancen haben, eine neue erfüllende und dauerhafte Partnerschaft einzugehen. Kaum ein Single-Mann will eine Frau mit Säugling und das zu recht. Du wirst dich mit einem Single-Dasein oder einer Vielzahl von scheiternden Beziehungen abfinden müssen, so zeigt es zumindest die Lebenserfahrung von unzähligen anderen Frauen in deiner Situation. Du hast zudem das Recht, auch deine berufliche Situation zu bedenken und auch zu berücksichtigen, wie sich wohl dein Sohn fühlen und darauf reagieren wird. 
  • Mein kurzer Ratschlag wäre daher, diese ungewollte Schwangerschaft so früh wie möglich abzubrechen. 
  • Du solltest Dir UNVERZÜGLICH einen Termin für eine dringliche Schwangerschaftskonfliktberatung geben lassen. ProFamilia berät neutral, professionell und umfassend. Auf profamilia.de findest Du rechts-oben "Angebote vor Ort" und kannst dort eine nahegelegene Filiale kontaktieren. Nach der Beratung hast Du immer noch ALLE Optionen und kannst Dich fundiert entscheiden.
  • In Deutschland hat jede Frau die freie Wahl, eine Schwangerschaft auszutragen oder abzubrechen. Diese freie Wahl sollte sie nutzen und dabei ihre Lebensziele und Lebensplanung, ihre eigenen Ansichten und Wertvorstellungen, ihre wirtschaftliche Lage und die eventuelle familiäre Zukunft und Partnerschaft berücksichtigen. Schwangerschaftsabbrüche sind immer eilig. In Deutschland gilt die strenge Fristenlösung, nach der Abbrüche nur bis zur 12. Woche (SSW 14) nach Empfängnis erlaubt sind.

Ich schreib Dir mal was aus meinem Leben:

Ich bekam mit 32 Jahren mein 3. Kind und war auch alleinerziehend. Nie wäre ich mit dem Kimdsvater (er ist nicht der Vater meiner großen Kinder) eine Beziehung eingegangen. Inzwischen sind alle Kinder erwachsen und leben selbständig.

Wo ein Kind groß wird, passt auch noch ein zweites rein.

Auch habe ich Angst wieder unglaublich dick zu werden.

Das kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Spätestens, wenn das Kind anfängt, zu laufen, geht das alles wieder runter. Ich wog nach meinem 3. Kind nur ca. 2 Kilo mehr als vor allen Schwangerschaften.

Das

Auch die Vorstellung, dass mein Kind zu meiner oberflächlichen Ex Schwiegermutter Kontakt hätte, widert mich an.

kannst Du ja steuern.

Geldmäßig gesehen: Dir steht Unterhalt zu, das ist kein Abhängigsein. Für Dich 3 Jahre und für das Kind bis zum Ende der ersten Ausbildung.

Zudem müssten wir zusammenziehen u. auch aus finanziellen Gründen auch später heiraten.

Warum? Dazu kann Dich niemand zwingen.

Ja da gebe ich dir Recht. Zur Heirat kann mich niemand zwingen. Ich war auch zehn Jahre alleinerziehend und bin es auch immer noch. Ich weiß wie anstrengend das Alles sein kann. Und genau mit diesem Wissen möchte ich dies keinem Kind antun (müssen).

Ich bekäme auch für mich Unterhalt? Gilt das nicht nur für Ehepaare? Ich dachte nur für das Kind selbst.

Ja ich möchte meine Differenzen, die ich mit dieser Frau habe nicht auf dem Rücken des Kindes austragen. Ein Kind hat schon ein Anrecht auf seine Großeltern.

Na ja meine Gewichtsabnahme war gerade abgeschlossen und ich war furchtbar stolz und habe mich unglaublich wohl in meiner Haut gefühlt und jetzt fühle ich mich einfach nur total unattraktiv und das mit "nur" 5 kg mehr. Ich kann diesen Heißhunger nicht stoppen. Es ist als sei ich fremdgesteuert. Und ich möchte nie wieder dick sein, da ich weiß wie sich das anfühlt.

Na ja ich dachte auch immer, er sei die Liebe meines Lebens, was irgendwo auch so ist. Nur warum möchte er sich ausgerechnet jetzt, wo ich ein Kind von ihn unter meinem Herzen trage, ändern? Er hatte mich ein Jahr vernachlässigt, weil er genau wusste, dass seine Oma nicht mehr lange am Leben sein wird. Zwei Jahre zuvor starb mein Vater (Suizid) und das hat ihn völlig aus der Bahn geworfen und er fing an diverse Onlinespiele zu spielen und hat mich dabei völlig vergessen. :-( Das Kuriose ist, dass sein Oma und die Entstehung des Kindes ungefähr am selben Tag stattfanden und hierbei merkt man doch ,wie nah Tod und Leben doch beieinander liegen.

@cinderellasuse

Ja, Du bekommst auch für Dich Geld.

http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=47876.html

Ich hatte das damals nicht.

Und es ist immer noch besser, ein (oder 2) Kind(er) allein großzuziehen als mit einem ungeliebten Partner zusammen zu sein. Das ist nämlich eine Leistung, auf die Du stolz sein kannst.

Sch... auf Deine Figur - ein Menschenleben ist viel mehr wert.

Mein Vater ist gestorben, als ich mit meinem 1. Kind schwanger war. Er durfte nicht mal mehr sein Enkelkind sehen.

Ich hatte mal eine Weiterbildung, da war ich so 40. Neben mir saß eine Frau in etwa meinem Alter. Natürlich unterhielten wir uns auch über Kinder. Sie sagte zu mir: Wenn ich nicht abgetrieben hätte, wäre mein Kind 17 Jahre alt. Ich fragte sie, ob sie es bereue, abgetrieben zu haben. Die Antwort lautete : Irgendwie schon.

Du siehst, es ist nicht mit der Abtreibung getan. Das Wissen darum wird immer an Dir nagen.

Natürlich kann ich Dir die Entscheidung nicht abnehmen. Aber lass Dir bitte meine Worte nochmal durch den Kopf gehen.

@beangato

Danke für den Hinweis mit dem Unterhalt. Das gibt mir schon ein wenig mehr Sicherheit.

Ja das hatte ich mir früher auch gedacht, deshalb habe ich mich auch von meinem damaligen Partner getrennt und bin alleine auch klar gekommen. Es war zwar nicht immer leicht, aber habe es auch hinbekommen.

Ja mein Vater kann sein Enkel und womöglich seinen zweiten Enkel auch nicht (mehr) sehen bzw. kennenlernen. Mein Vater ist vor 3,5 Jahren verstorben und das stimmt mich verdammt traurig.

Nein mit einem Abbruch ist es eben nicht getan. Das ist mir auch bewusst. Genau aus diesem Grund, weil ich es mir eben nicht leicht mache, grübel ich schon seit 3 Wochen. :-(

Ich werde morgen unabhängig von allen einen schönen ausführlichen Spaziergang machen und mal tief in mich hineinhorchen. Ich glaube meine ambivalente Haltung liegt auch mit an den Hormonen und meinen Ängsten, die ich in mir trage.

@cinderellasuse

Ich werde morgen unabhängig von allen einen schönen ausführlichen Spaziergang machen und mal tief in mich hineinhorchen

Tu das :)

Und vlt. kannst Du ja mal Rückmeldung geben, wie Du Dich entschieden hast?

Hör auf dein Bauchgefühl - schalte mal Herz und Verstand aus.

Ich denke, nachdem ihr eigentlich ein Kind bekommen wolltet - jetzt kommt eines. Und dein Partner steht zu dir und möchte das Kind.

Nie gab es so gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten wie heute - du kannst auch nach einer Kinderpause wieder zurück in den Beruf gehen. Kita- und Krippenplätze sind ja nun garantiert.

Niemand zwingt dich zu heiraten und eine Diskussion um die Konfession muß niemand zu dem jetzigen Zeitpunkt führen. Bis das nicht geklärt ist, bleibt das Kind eben ungetauft - wo ist das Problem.

Du hast das alles schon geschafft bis hierher - dann schaffst du auch den Rest. Manchmal sind "ungewollte" Kinder am Ende die geliebtesten und das Beste, was einem passieren konnte...

Mein zweitgeborener Sohn, nach einer Fehlgeburt, kam völlig unpassend (hatte auch gerade erst nach der ersten Erziehungszeit wieder Fuß im Beruf gefasst) - aber durch ihn habe ich nach der Erziehungszeit einen viel besseren Job gefunden! Der mich wirklich ausfüllt und glücklich macht.

Ohne ihn wäre ich immer im alten Job geblieben, weil es nach meinen damaligen Gedanken "gepasst" hat. Daß es eigentlich nicht gepaßt hat, hab ich erst viel später gemerkt.

Geh mal in dich, allein, ohne irgendwelche Leute (geh spazieren oder in eine Therme) und dann lausch mal in dich hinein. Wenn du dein Kind lieben kannst, fügt sich der Rest auch

Vielen Dank für deine Worte. Ich hoffe nur, dass ich auch die richtige Entscheidung treffe. Ich bin so ambivalent mit meinen Gefühlen. Ich glaube, dass es auch mit an den Hormonen liegt.

Verstand und Herz ausschalten? Warum das denn? Das ist ein geradezu grotesker Rat.

Man sollte hinter so einer schwerwiegenden Entscheidung schon mit Herz und Verstand stehen, denn beide müssen damit auch später zurecht kommen.

Eine Entscheidung sollte nicht nur sprichwörtlich nach besten Wissen und Gewissen gefällt werden. Daher informieren, nachdenken, in sich hieneinfühlen: Will ich jetzt ein Kind? Will ich es von diesem Mann? Werde ich glücklich damit?

@Kajjo

Das Bauchgefühl hat immer Recht

Hallo

Ist die Schwangerschaft denn durch einen Frauenarzt bestätigt? Wenn ja, mach doch mal einen Beratungstermin z. B. bei Pro Familia ab.

Man merkt, dass Dir die Entscheidung nicht leicht fällt. Du studierst seit 3 Wochen, wie es weiter gehen soll. Du führst etliche Dinge auf, die dagegen sprechen. Denn mit dem Ex möchtest Du eigentlich nicht mehr zusammenkommen, finanzielle Bedenken etc.

Ich wünsche Dir, dass Du eine Entscheidung treffen kannst, die für Dich stimmt.

Alles Gute Dir.

Freundlichen Gruss

tm

Ich finde es gut, dass du andere um Rat fragst und nicht einfach allein darüber entscheidest, dein Partner geht das Thema schließlich auch etwas an.

Ich bin kein Fan von Abtreibung, ich finde ein kleines Kind zu töten grausam. Aber denke doch an deinen Partner, wie er für das Kind kämpft. Ich denke, er liebt es jetzt schon. Vielleicht kommt Eure Beziehung doch wieder zu stande, wenn ihr beide ein Kind bekommt.

Wegen deiner Arbeit. Ich verstehe, dass du sie ungerne aufgibst, aber was ist denn besser? Ein Kind aufzugeben, oder eine Stelle, die nur befristet ist.

Dein Sohn hast du doch auch lieb, stell dir vor, es würe ihn nicht geben.

Wegen dem finanziellen: Ich kenne mich damit nicht aus, aber bekommst du dann nicht Unterhalt?

Dies sind einige meiner Gedanken dazu, ob du der gleichen Meinung bist weiß ich nicht.

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