Abschreibung (Wirtschaft)

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Abschreibungen sind der Werteverzehr der Betriebsmittel, also der zur Produktion nötigen Anlagegüter.

Kaufst du was, ist es neu und ungenutzt. Bereits mit der ersten Arbeitsstunde nutzt sich das Anlagegut sofort ab, nach einem Jahr ist es demzufolge bei weitem nicht mehr so viel wert wie bei Kauf. Auch bei Nichtnutzung findet ein Werteverfall statt, meist dadurch, dass inzwischen effektivere Anlagen auf dem Markt zu haben sind.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Werteverzehr abzubilden. Die gängisten Methoden sind lineare, degressive und Leistungsabschreibung.

Deine aufgeführte Gleichung ist ein kleiner Teil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Da es nur ein Teil ist und gar keine Größen angegeben sind, was soll man da beispielhaft rechnen?

  1. Abschreibungen gibt es nicht auf VERBRAUCHSGÜTER, die zum Verbrauch gekauft werden (meist von Privaten, aber auch vom Staat - z.B. Sozialleistungen).

  2. Abschreibungen gibt es für Produktionsgüter, weil mit dem Neukauf von Produktionsgütern ein Produktionspotential gekauft wird. Dieses Produktionspotential vermindert sich durch die Produktionsnutzung und muss irgendwann ersetzt werden. Wenn ein Unternehmen bewertet wird, stellt sich die Frage, wie Produktionsgüter bewertet werden sollen. Sie können eigentlich nur sinnvoll bewertet werden mit dem Produktionspotential, das sie darstellen. Für fällige Reparaturen oder Totalersatz (Neuanschaffung) muss kontinuierlich angespart werden, was über eine ständig in den Kosten mitgeführte Verbrauchsquote von Produktionspotential ermittelt wird. Diese mitgeführte Verbrauchsquote von Produktionspotential nennt man Abschreibung. Das gilt für Einzelunternehmen wie für die Bewertung von Volkswirtschaften.

  3. Potentielles Produktionspotential sind Kapitalien (Staatspapiere, andere Forderungen), die vorgehalten werden, um damit neues Produktionspotential zu kaufen. Auch die müssen bewertet werden. Sinkt z.B. der Wert von griechischen Staatsanleihen, dann muss die Werterfassung gegenüber dem Ursprungswert durch Abschreibung korrigiert werden, denn es interessiert immer nur der aktuelle Wert, oder gar ein Zukunftswert, wann diese Forderungen zur Finanzierung neuen Produktionspotentials eingesetzt werden sollen.

Wenn man das in beispielsweise der Berufsschule berechnet, dann sind genau die Abschreibungen gemeint, die du gerade beschrieben hast. Wenn man dann aber eine Aufgabe hat, dann steht da in der Regel Abschreibungen drin. Also musst du davon dann nur die Zahl übernehmen. Das ist im Übrigen das Thema, das uns jeder Lehrer in der Berufsschule anders beigebracht hat ;) und jeder meint, dass seins richtig ist. Selbst in den verschiedenen Büchern ist es immer wieder anders aufgeführt.

Kannst du vll. auch den Rest an Beispielen beantworten und mir bitte erklären, was genau Abschreibungen sind? Weil ich aus deiner Antwort keine Definition erkennen kann.

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