Abnfindung & richtiges Verhalten bei Kündigung nach 13 Jahren

5 Antworten

Aufhebungsverträge sind für einen AN nur günstig, wenn die Abfindung "stimmt" und er entweder schon einen neuen Arbeitsplatz hat, sehr gute Chancen auf ein baldiges neues Arbeitsverhältnis bestehen oder er bald Altersrente bekommt und von der Abfindung noch etwas übrig bleibt.

Wenn ein AG einen Aufhebungsvertrag anbietet, möchte er die Kündigungsfrist verkürzen und gleichzeitig sicherstellen, dass der AN nicht beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erhebt.

Sollte die Kündigung nicht rechtens sein, kann der AN nach Abschluß eines Aufhebungsvertrags nicht mehr klagen. Erhebt er aber Kündigungsschutzklage kann der Richter u.U. eine Abfindung vorschlagen. Meist wird ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr veranschlagt.

Selbstverständlich kann man sich Bedenkzeit nehmen und den Vertrag prüfen.

Bei einer Abfindung gibt es aber meist eine Sperre des ALG weil der AN durch die Annahme des Aufhebungsvertrages zu seiner Arbeitslosigkeit beigetragen hat.

Selbstverständlich kann man sich Bedenkzeit nehmen und den Vertrag prüfen.

Ein Vertragsangebot kann auch befristet sein, das mag als Nötigung empfunden werden, ist aber keine.

@Mikkey
 Ein Vertragsangebot kann auch befristet sein

Im Wort "befristet" steckt das Wort "Frist". In dieser Zeit kann man das Angebot ablehnen oder annehmen. Man braucht so einen Vertrag aber nicht sofort unterschreiben und sollte sich auch nicht drängen lassen. Wenn ein AG so ein Angebot macht, liegt ihm etwas an der Unterschrift. Da wird er sich überlegen, ob er auf sofortige Zusage besteht. Die Gefahr ist für ihn gross, dass der AN sich nicht überrumpeln lassen möchte und deshalb ablehnt

@Hexle2

Eine Frist kann auch 15 Minuten sein, im Extremfall auch nur eine Minute.

Mir ging es nur darum, dass ein AG, der sein Aufhebungsangebot gleich unterschrieben haben will ("die Pistole auf die Brust setzt"), damit nicht gegen irgendwelches Recht verstößt.

AG ist nicht mehr zufrieden

Der Arbeitnehmer leistet seine Arbeit personenbezogen. Deshalb wird im Arbeitsrecht davon ausgegangen, dass der Arbeitnehmer grundsätzlich nur die Arbeitsleistung zu erbringen hat, die er bei angemessener Anspannung seiner geistigen und körperlichen Kräfte auf Dauer ohne Gesundheitsgefährdung erbringen kann. Er schuldet also nicht den Erfolg - der Arbeitsvertrag ist kein Werkvertrag.

Aus diesem Grunde wäre eine Kündigung wegen Unzufriedenheit unwirksam.

Das weiß anscheinend auch der AG und bietet daher einen Auflösungsvertrag an.

Grundsätzlich steht ihm keine Abfindung zu, wird aber in einem Auflösungsvertrag im Regelfall vereinbart.

Als Faustregel gilt: pro Beschäftungsjahr ein halbes Gehalt - also in diesem Fall 6,5 Gehälter - allerdings kann auch mehr oder weniger vereinbart werden - das ist Verhandlungssache.

Selbstverständlich kann man den Vertrag erst einmal prüfen; oft versuchen jedoch die AG eine sofortige Unterschreibung herbeizuführen indem sie den AN beim Gespräch unter Druck setzen; dem sollte man nicht nachgeben.

Es sei noch darauf hinzuweisen, daß beim ALG-I eine Sperrzeit eintreten wird, wenn man einen Auflösungsvertrag unterschreibt (im Regelfall 3 Monate).

Gedanken:

  1. Zustehen? gar keine
  2. Ein Aufhebungsvertrag stellt in gewisser Weise ein Angebot desAG dar. Jemand, der ein Angebot abgibt, ist frei darin, eine Annahmefrist vorzugeben.
  3. Im Aufhebungsvertrag wird eine Mio als Abfindung angeboten?

Ein schwammiges "mit der Leistung nicht mehr zufrieden sein" taugt als Kündigungsgrund überhapt nichts. Vor dem Arbeitsgericht hätte der AN einen guten Stand und Chancen auf eine Abfindung von 6,5/7 Monatsgehältern. Wenn der Aufhebungsvertrag so etwas anbietet, könnte man sich den Stress ersparen und unterschreiben

Gedanken-Ende

Offensichtlich will der Arbeitgeber den Arbeitnehmer los werden, ohne einen rechtswirksmen Grund zu haben. Denn auch wenn für eine fristgemäße Kündigung kein Grund geliefert werden muss, könnte der Arbeitnehmer dagegen klagen, was der Arbeitgeber wohl vermeiden will.

Einen Anspruch auf Abfindung kann der Arbeitnehmer nicht ableiten, da bisher keine der möglichen Voraussetzungen (http://www.abfindunginfo.de/anspruch-auf-abfindung.html) hierfür vorzuliegen scheint.

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