Abmahnung im Arbeitsverhältnis - wie lange Frist zur Stellungnahme?

3 Antworten

Eine Frist zum Einreichen eines Widerspruchs gibt es nicht. Es ist sinnvoll sich mit dem Betriebsrat hinzusetzen und die Abmahnung zu besprechen. Dann schreibt man zeitnah eine Gegendarstellung zum Inhalt in der Abmahnung und reicht diese ein, sie sollte dann in der Personalkate abgelgt werden.

Wichtiger ist es aber erstmal zu prüfen ob die Abmahnung überhaupt wirksam ist, denn in den meisten Fällen ist eine Abmahnung ungerechtfertigt und durchzogen von Formalfehlern. Wenn bein BR vorhanden ist dann würde ich die Abmahnung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen lassen, der gibt auch Tipps für eine Gegendarstellung.

Im Prinzip vollkommen richtige Anmerkungen, allerdings war die Frage "aus der Sicht eines Arbeitgebers" formuliert, und der hat da sicher andere Betrachtungsweisen. Und es handelt sich um die Vorermittlung, die klären soll, ob es überhaupt zu einer Abmahnung kommt.

@PeterSchu

Hi PeterSchu, habe ich echt übersehen, aber okay auch aus Arbeitgebersicht kann man das dann ableiten. :-)

Eine gesetzliche Frist dafür gibt es nicht. Wenn in dem Tarifvertrag ebenfalls nichts dazu geregelt ist, hilft da nur der gesunde Menschenverstand. Genau genommen kann eine Anhörung ja sogar mündlich erfolgen, was zur Klärung des Sachverhaltes sogar sinnvoll sein kann, da es Rückfragen möglich macht.

Wenn der Arbeitgeber eine schriftliche Stellungnahme fordert, würde ich eine Woche für das Mindestmaß betrachten; besser 2 Wochen, denn ich denke, ein durchschnittlicher Beschäftigter ist nicht so fit im Arbeitsrecht, dass er sowas aus dem Handgelenk formulieren kann.

Eine solche Frist dient ja dazu, den Sachverhalt vor Erteilung der Abmahnung erst mal zu klären und zu entscheiden, ob es überhaupt zu einer Abmahnung kommt oder der Betroffene die Vorwürfe widerlegen kann. Das ist immerhin eine faire Sache und entspricht so ja auch dem Tarifvertrag.

Wenn es dann anschließend zu einer Abmahnung kommt, kann der Betroffene trotzdem noch eine Stellungnahme abgeben, die zu den Akten genommen werden muss. Dazu gibt es keine gesetzliche Frist.

Kleine Anmerkung noch: wenn dein Arbeitgeber dir die Bearbeitung von Abmahnungen anvertraut, sollte er dir doch möglichst auch das Handwerkszeug mitgeben; sprich ein Seminar zum Thema Arbeitsrecht anbieten. Oder einen Anprechpartner nennen, bei dem du nachfragen kannst. Vermutlich gibt es im Personalbereich so etwas wie eine Rechtsabteilung. Ein Pilot fragt ja auch nicht im Internet nach, wie er ein Flugzeug fliegen muss, sondern er wird dafür ausgebildet. (Keine Kriitk an dir, sondern eher am Betrieb.)

Du bist abgemahnt worden - oder ein Arbeitskollege ?

Dann muß Dein Arbeitskollege sich bei Fachleuten erkundigen. Denn da gehört Fachpersonal dran. Kommt ja auch darauf an, um welches Delikt es sich handelt.

Nein, nicht ich, ich bearbeite nur so einen Fall und finde keine Rechtsprechung... Delikt ist auch unerheblich, geht einzig um allein um die angemessene Frist, die ja nicht einzelfallbezogen sein dürfte...

Es gibt eben gerade kein Gesetz, das das regelt. Wegen Leuten wie Dir habe ich eigentlich gar keine Lust mehr, hier etwas zu fragen. Ich habe auch gar nicht gesagt, dass ich das für meinen JOB mache. Kann ebenso für Schule oder Studium oder Fortbildung sein.

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