Ablauf der Kontoauflösung im Todesfall?

5 Antworten

Anspruch haben nur die Erben, welche im Testament benannt wurden, und sofern sie noch leben. Sollten sie vor dem Erbfall verstorben sein, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft, sofern im Testament nichts Anderes festgelegt wurde.

Die Bank wird erst etwas unternehmen können, wenn entsprechende Erbscheine vorgelegt werden - und zwar von jedem Erben. Sind mehrere Erben vorhanden, muss von jedem Erben eine entsprechende Vollmacht zur Kontoauflösung vorliegen.

Im Übrigen wird auch das Nachlassgericht sehr genau darauf achten, dass alles korrekt abläuft. Das betrifft auch eventuelle Pflichtteilansprüche.

Ein Fachanwalt für Erbrecht kann hier weiterhelfen.


Da der Lebenspartner der testamentarische Alleinerbe des Nachlasses ist, löst er auch das Konto allein auf.

Die Ersatzerbregelung zugunster der beiden Kinder ist nicht eingetreten, damit wäre deine Mutter wie beide Geschwister zugunsten des LG enterbt.

Die hier offenbar 3 leiblichen Kinder Kinder der Verstorbenen hätten daher lediglich ein zu ihrer gesetzl. Erbquote hälftiges Pflichtteilsrecht in Geld, das wäre - so sie mit dem "Lebenspartner" genannten nicht verheiratet gewesen wäre -  je 1/6 des Reinnachlasses, den sie gegen den Lebensgefährten stellen können.

Reinnachlass meint das Vermögen der Oma am Sterbetag abzügl. (auch hälftig mit ihrem LG gemeinsamer) Verbindlichkeiten/Schulden plus ihrer Beerdigungskosten.

Deine Mutter wie ihre Schwestern haben zwar als Pflichtteilsberechtigte einen Anspruch gegen den alleinerbenden LG auf ein bewertetes Nachlassverzeichnis, aber da sie als Erben zu Gunsten des LG ausgeschlossen wurden, kein Einsichtsrecht in die (Bank-)Unterlagen der Verstorbenen noch einen Auskunftanspruch bei der Bank. Und erst recht nichts mit Kontenlöschungen zu schaffen.

Die Tante hat da wie ihre Geschwister die Füße stillzuhalten.

G imager761

Salue

Du wirst schnell im Internet herausfinden, dass wenn ein Elternteil verstirbt, der überlebende Elternteil und die eigenen Kinder einen so genannten Pflichtteil zugesprochen erhalten.

Die Erblasserin kann keineswegs ihre Hinterlassenschaft einfach frei zuteilen.

Enterben kann man einen Erben nur unter ganz extremen Umständen (Mord oder Mordversuch, Gewalt am Verstorbenen u.s.w.)

Deine Mutter wird bei den zuständigen Ämtern wohl bestimmt orientiert, wie das abzulaufen hat. Ansonsten lohnt es sich, einen Anwalt zu befragen.

Im Moment ist es zweckmässig, nichts zu unterschreiben. Beim Erben kann es manchmal nicht schnell genug gehen. Also, keine Hektik aufkommen lassen und Abklärungen machen.

Es grüsst Dich

Tellensohn

Enterben kann man Pflichtteilsberechtigte mit einem Satz im Testament. Du verwechselst das Ganze mit dem Pflichtteilsentzug. Der Pflichtteil ist kein Erbteil. Daraus folgt auch, dass die Erblasserin über ihren Nachlass frei verfügen kann.

Wo hast denn den gesammelten Unsinn her? Das Internet ist nutzlos, wenn man nicht versteht, was da steht :-(

dass wenn ein Elternteil verstirbt, der überlebende Elternteil und die eigenen Kinder einen so genannten Pflichtteil zugesprochen erhalten.

Falsch. Erstens ist Lebenspartner hier nicht Vater der Kinder, zweitens kein Pflichtteilsberechtigter, sondern drittens Alleinerbe kraft Testament und viertens bekommen Kinder keinen Pflichtteil zugesprochen, sondern müssen ihn ausdrücklich gegen den Nachlass fordern.
So sie das wollen. Denn es mag dir befremdlich erscheinen, aber manch Kind akzeptiert den erklärten letzten Willen seiner Mutter, die erkennbar ihren  Lebenspartner allein absichern wollte und tritt ihn nicht mit Füßen, nur um Kohle zu ziehen, weil es das darf (Pflichtteilsanspruch).


Die Erblasserin kann keineswegs ihre Hinterlassenschaft einfach frei zuteilen.

Selbstverständlich darf sie das. Das den Nichtbegünstigten ein Pflichtteilsrecht verbliebe, wenn die freie Verteilung darunter löge oder ganz ausgeschlossen wäre, ändert herzlich wenig an der Tatsache, das jedermann in der Verfügung seines Vermögens völlig frei wäre, auch über den Tod hinaus. Ist dir der Begriff "Letzter Wille" oder Testament geläufig?


Enterben kann man einen Erben nur unter ganz extremen Umständen (Mord oder Mordversuch, Gewalt am Verstorbenen u.s.w.)

Nein, man kann einfach ein Testament errichten und darin festschreiben, wen man als seinen Erben bestimmt und damit ausschliessen, wen nicht.

G imager761




@imager761

Sorry, habe die Begriffe "Enterben" und "Pflichtteil" verwechselt.

Ich hoffe aber, dass es auch bei Euch eine "Erbbehörde" oder sowas ähnliches gibt, die bei Erbangelegenheiten die korrekte Abwicklung überwacht oder sogar übernimmt.

Falsch laufen kann ja da dann nichts. Gruss an alle

Tellensohn

Nein, eine solche Behörde gibt es in Deutschland nicht! Grundsätzlich ist die Verteilung des Erbes und alles was damit zusammenhängt eine Sache, die die Erben untereinander  regeln müssen. Im Streitfall können dann die Gerichte  angerufen werden

Zunächstmal wäre zu klären, wer Erbe ist. Wenn das Testament wirksam und  der Lebenspartner Alleinerbe ist, haben die Kinder nur Anspruch auf den Pflichtteil.  Der Pflichtteil ist ein Anspruch in Geld gegen den Erben.

Ferner hat der Pflichtteilsberechtigte einen Auskunftsanspruch, d.h. er kann ein bewertetes Nachlassverzeichnis verlangen. Hierbei kann der Pflichtteilsberechtigte auch verlangen ( was sinnvoll ist) bei der Erstellung des Verzeichnisses mitzuwirken. Der Auskunftsanspruch richtet sich dabei gegen den Erben.

Wenn das Konto aufgelöst wird, müssen dann alle Kinder wirklich eine Vollmacht schreiben?

NEIN. Der Pflichtteilsberechitge ist NICHT Erbe, also kein Teil der Erbengemeinschaft. Daher bedarf es da keiner Vollmacht, sondern nur der Zustimmung zur Erteilung des Erbscheins. Ohne Zustimmung gibt es ein streitiges Erbscheinverfahren, was länger dauert und mehr kostet. Bestehen keinerlei Zweifel an der Echtheit des Testaments und ist das Testament eindeutig, dann sollte man den Erbschein zustimmen.

Irgenwelche Verlangen für Vollmachten für ein Konto sind hier aber mehr als ominös. Daher sollte man das Testament nachdem es vom Nachlassgericht eröffnet wurde, genau prüfen. Ist ihre Mutter hingegen Miterbin, kann sie sich von der Bank selbst die Kontoauszüge holen.

Auf dem Konto ist sehr viel Geld und meine Mutti bekommt keine Einsicht von ihre Schwester.

Wieso von der Schwester ? Ich denke der Lebenspartner ist Erbe, dann wäre die Schwester doch auch nur Pflichtteilsberechtigte.

Meine Mutter ist fix und fertig und möchte sich Montag bei sämtlichen
Ämtern informieren. Ich dachte ich bekomme vielleicht schon mal vorher
etwas raus.

Ämter helfen da nicht, sondern wenn dann ein Fachanwalt für Erbrecht. 

Sie sollte sich eher an einen Anwalt für Erbrecht wenden. 

Und ja, ihr steht als Erbin eine Einsicht in sämtliche Unterlagen zu.

Der Erbverwalter, in eurem Fall scheinbar eine Schwester muß aufschlüsseln welches Vermögen vorhanden ist Finanziell und Gegenständlich, welche Kosten entstanden sind, Beerdigung Weiterlaufende Mieten, Abbos, die nicht sofort gekündigt werden können etc.

Alles gegeneinander aufrechnen und die Erben dementsprechend Auszahlen.

Und ja, um das Konto aufzulösen braucht der Erbverwalter von allen Erben das Einverständnis.

Sie ist keine Erbin- sind hat nur die Möglichkeit, den Pflichtteil zu fordern!

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