Abgaben aus Einkünften von Selbstständigen?

6 Antworten

Wie kommst du auf die 85 Euro/ Monat für die KK? Es gibt für Selbstständige im Nebenberuf einen Mindestbeitrag, der bei ca 180 Euro/ Monat liegt, sofern du mehr als ca 425/Monat und weniger als irgendwas um die 900/Monat als Einkommen hast. Ist dein Einkommen höher oder arbeitest du in Vollzeit, greift der volle Mindestbeitrag von irgendwas um die 350/ Monat.

Die Beträge variieren von Krankenkasse zu Krankenkasse.

Falls du in die RV einzahlen willst/musst sind das 20% vom Einkommen oder mindestens ca 80/Monat, nicht alle Selbstständigen sind von der RV befreit.

Lass dich am besten beraten. Die IHK, HWK und bga und diverse Gründungsinitiativen bieten Beratungen an.

Für den Rest siehe Beitrag von RudiRatlos.

LG TE

Wie kommst du auf die 85 Euro/ Monat für die KK?

Dort steht "Alo". Er meinst also die Arbeitslosenversicherung. Hatte ich eingangs auch überlesen.

sofern du mehr als ca 425/Monat und weniger als irgendwas um die 900/Monat als Einkommen hast.

Du hast alte Zahlen, hier die Werte für 2018:

  • 3.045,- € / 7 = 435,- €.
  • 3.045,- € / 3 = 1.015,- € im Monat.
Ist dein Einkommen höher oder arbeitest du in Vollzeit, greift der volle Mindestbeitrag von irgendwas um die 350/ Monat.

Das ist nun theoretisches Wissen, korrekt aber, was für den Fragesteller aber hier nicht relevant ist.

Er gibt einen Gewinn an, der über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, also wäre er in der GKV zum Höchstbeitrag zu versichern.

Falls du in die RV einzahlen willst/musst sind das 20% vom Einkommen

18,6% ist der Beitragssatz. Klingt nach Haarspalterei, kann aber unterm Strich ein Hunderter sein.

Auch ist die Aussage nur tw. korrekt. Selbständige mit RV-Pflicht können wählen zwischen den einkommensbezogenen Beitrag und dem Regelbeitrag.

  • Beim Einkommensbezogenen Beitrag werden, wie du richtig schreibst, mind. 18,6% auf 450,- € = 83,70 € im Monat und maximal, 18,6% auf 78.000,- € = 1.209,- € p.M. fällig. Bei 4.500,- € wie in der Frage angegeben, wären es 837,- € Monatsbeitrag.
  • Beim Regelbeitrag wird stets flat von der Bezugsgröße ausgegangen. 18,6% von 3.045,- € = 566,37 €, egal wie gut oder schlecht das Betriebsergebnis ausfällt.
@kevin1905

Vielen Dank für den sehr informativen Kommentar. Finde ihn sehr hilfreich.

Ein Selbständiger hat keinen Nettolohn und zahlt keine Alo Vers (was auch immer das ist.

Hier ist ein Berechnungsschema:

https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/zu-versteuerndes-einkommen-berechnungsschema_idesk_PI11525_HI2071031.html

Und wenn du das zu versteuernde Einkommen ermittelt hast brauchst du nur noch nach der Formel in § 32a EStG die Einkommensteuer ausrechnen:

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html

Und nicht vergessen:

5,5 % Solidaritätszuschlag kommt hinzu und Kirchensteuer, je nach Bundesland 8 oder 9 %

Ganz einfach also.

Der Gewerbesteuerhebesatz ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, das kann man ergoogeln, der wird im Übrigen auf den Gewerbesteuermessbetrag angewendet.

Auch ganz einfach.

genau... "alles ganz einfach" :)

Jemand macht sich selbstständig und verdient zB. 4500€ im Monat nach Abzug der Kosten für ein Firmenauto, Büromiete etc..

Das ist gedanklich vollkommen falsch.
zunächst mal generiert nur das Unternehmen seine Einnahmen und alle Ausgaben die dem Unternehmen zuzuordnen sind, werden gegengerechnet. Was übrig bleibt ist der Ertrag der auch Grundlage für die Gewerbesteuer ist.

Der Unternehmer entnimmt sich sein Gehalt und seine geldwerten Vorteile aus dem Unternehmensvermögen als Privatentnahme und versteuert diese als sein Einkommen.

Die Gewerbesteuer wird als Gewerbesteuerhebesatz von der Kommune festgesetzt, in der das Unternehmen seinen Sitz bzw. seine jeweilige Filiale betreibt.

Als Selbstständiger ist der Unternehmer freiwilliges Mitglied in der GKV oder privat versichert. der Beitrag für die GKV beträgt mindestens ca. 177 € bzw. mindestens ca. 130 € als ermäßigter Satz (alles ohne Krankentagegeld und gesetzlicher Pflegeversicherung) , als Nachweis wird das zu versteuernde Einkommen zugrunde gelegt.

Ergänzung:
Die Beiträge zur BG sind in aller Regel als Betriebsausgaben zu sehen und haben eigentlich nichts mit der persönlichen Steuer des Unternehmers zu tun.

Du schmeißt hier einiges durcheinander.

Zum anderen verdient ein Selbstständiger keinen Lohn er hat einen Gewinn.

Die Sozialabgaben, wie KK, PV, RV die werden vom Brutto Gewinn (Einkommen) abgerechnet und div. weitere private Versicherungen sind keine Betriebskosten.

Und deine Berechnung zur KV liegt völlig daneben. Schaue bei deiner KK unter Beiträge für Selbstständige

Das ist dein privatvergnügen.

Und der Gewinn errechnet sich aus dem Umsatz minus Betriebskosten.

Zu den Betriebskosten zählt alles was zu Erbringung der Leistungen aus dem Betrieb zu tun haben. Dazu zählen auch die IHK, div. Versicherungen, Firmenfahrzeuge, Betriebsmittel jeglicher Art.

Für den Gewinn aus Selbstständigkeit Ist Einkommenssteuer zubezahlen.

Ob du auch MwST Abzugsfähig bist hängt davon ab ob du die Kleinunternehmerreglung nach § 19 UstG nutzt, oder ob du die regelbesteuerung anwendest.

Und was die Gewerbesteuer anbelangt, so hat diese nichts mit der Einkommenssteuer und der Umsatzsteuerabgabe zu tun.

Das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Gewerbesteuerpflichtig wirst du , wenn dein Gewerbeertrag 24.500€ jährlich übersteigst.

https://www.finanztip.de/gewerbesteuer-1/

Noch zwei Tipp's solltest du dich selbstständig machen:

besuche zwingend einen Kurs für Existenzgründer und suche dir einen Steuerberater. bei deinem Wissen fährst du gegen die Wand

Hallo, vielen Dank.

Einen Kurs für Existenzgründer werde ich in jedem Fall besuchen. Ich mache alles was ich brauche um meine Arbeit Fachgerecht machen zu können, es braucht ein wenig Zeit aber besser als mit Halbwissen auf den Abgrund zu zusteuern

Sämtliche Kosten werden abgezogen, 4500 Euros (in dem Fall) Gewinn werden besteuert. Die Steuer muss im Voraus bezahlt werden.

Was möchtest Du wissen?