Abendgymnasium...unmöglich?

 - (Abendgymnasium, Jurastudium)

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo!

Ich besuche momentan die Abendschule und schreibe in 6 Monaten mein Abitur. Die ganzen 3Jahre, die ich bereits an der Schule verbracht habe, habe ich Vollzeit gearbeitet und viele meiner Schulkollegen auch. Was ich damit sagen möchte ist, dass man es auf jeden Fall schaffen kann. Im Gegenteil, die die in Ihrer Schulzeit zu Hause bei den Eltern gelebt haben und keinen Job hatten, haben die Schule abgebrochen. Ich habe die Schule auch mit 23 angefangen und das war bis jetzt die beste Entscheidung meines Lebens. Natürlich ist es am Anfang nicht einfach, aber man gewöhnt sich relativ schnell daran, dass man abends noch was vor hat. Du hast die Wahl, nach der Arbeit Fernsehen oder Freunde Treffen oder einfach nur lernen. Lernen kann spannend sein und Du erweiterst dein Horizont. Vorallem kommst Du deinem Wunschberuf immer näher. Nur der Wille zählt!

Ich habe drei Jahre an der Abendschule verbracht und das Abitur gemacht. Unsere Lehrer waren gerade den Vollzeitberufstätigen gegenüber serh verständnisvoll und flexibel. Hausaufgaben waren die Ausnahme. Das Lernen auf klausuren und das Abitur hat einem natürlich niemand abgenommen, aber für die richtig harte Zeit (die letzte drei Semster) gibt es elternunabhängiges Bafög. Wichtig ist ein guter Rückhalt in der Familie und im Freundeskreis und vor allem eine Klasse, die zusammenhält. Mir haben die drei Jahre unglaublich viel Spaß gebracht, ich habe ganz viele interessante und höchst verschiedene Menschen kennengelernt und mich danach in meinem Selbstvertrauen ungleublich gestärkt gefühlt. Fünf Jahre später habe ich ein abgeschlossenes Studium der Germanistik und eine Job, der mir Spaß macht. Abendschule rockt- ich wäre jeder Zeit wieder mit von der Partie!

Ich kann dir aus der Erahrung, die mein Sohn am Abendgymnasium gemacht hat, berichten.

Er ist ausgelernter Mechatroniker und hatte bereits ein Jahr Berufserfahrung an einem sicheren Arbeitsplatz, als er den Versuch wagte, neben dem Beruf ein Abendgymnasium zu besuchen. Er wollte so gerne das Abitur nachmachen, um Mathematik zu studieren. Dafür ist er sogar in die Stadt gezogen, in der sich das Abendgymnasium befindet und hat einen langen Weg zu seinem Arbeitsplatz in Kauf genommen. 1 Jahr gings gut, doch dann musste er einsehen, dass er sein Vorhaben noicht durchziehen konnte. Das Pensum war einfach neben dem Vollzeitberuf nicht zu schaffen, zumal er alleine lebt und sich um jede Kleinigkeit selbst kümmern muss.

Auch ein Fernstudium an der Uni Hagen (das hätte er ohne Abi absolvieren können) musste er nach dem ersten Semester abbrechen. Der zeitliche Aufwand ist einfach zu groß, und es bleibt kein Spielraum zum Ausspannen und zum Auftanken neuer Kraft.

Wenn du jemanden an deiner Seite hast, der dir den Alltagskram ein wenig abnehmen kann, besteht für dich eine Channce, es zu schaffen. Ich wünsche es dir auf jeden Fall.

Hallo Maryline! :) Danke für die schnelle und ehrliche Antwort. Genau das, was du beschrieben hast, befürchte ich eben auch. Auf der anderen Seite müssen ja einige Leute das Ziel erreichen, sonst würden diese Abendgymnasien nicht mehr existieren. Hm. :(

@Mangelware

Es gibt einige, die das anstrengende Pesum neben dem Beruf tatsächlich schaffen. Alle, die ich diesbezüglich in meinem Bekanntenkreis kennengelernt habe, lebten zu dieser Zeit entweder noch zu Haúse oder haben einen Partner, der sie unterstützt und motiviert. Dennoch: Alle Achtung auch dann. Es sind sehr harte Jahre mit einer großen Doppelbelastung.

Meint ihr, dass es möglich ist, neben dem Jurastudium halbtags zu arbeiten?

Hallo,

ich brauche den Rat von einigen, die am Besten schon mitten im Jurastudium stecken! :) Natürlich dürfen sich auch gerne alle anderen äußern, was sie davon halten... ^^

Momentan arbeite ich im öD (mittlere Beamtenlaufbahn) und bin bis November 2016 noch Beamtin auf Probe, danach dann auf Lebenszeit. Eine Staatsanwältin bei uns hat mir erzählt, dass sie damals weiterhin im öD gearbeitet hat und nebenbei ihr Jurastudium absolviert hat...:work:

Was sagt ihr dazu? Ist das machbar? Jura studieren und noch um die 20 Stunden die Woche arbeiten?

Erschwerend hinzu kommt, dass zwischen meinem Arbeits- & Wohnort und dem Studienort ca. 80 km liegen - also eine gute Stunde Autofahrt. Als Studienorte würden für mich nur Bayreuth oder Nürnberg/Fürth in Frage kommen.:unsure:

Ich möchte schon seit meiner Kindheit Jura studieren und es geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Leider habe ich erst heute durch Zufall erfahren, dass man mittlerweile auch mit fachgebundener Hochschulreife (also 13te Klasse BOS) in Bayern Jura studieren kann. Das ging vorher eben nicht...:confused:

Nach der Realschule habe ich beim Rechtsanwalt gelernt (3 Jahre). Im Anschluss daran habe ich auf der BOS die 12te und 13te Klasse gemacht und habe dadurch meine fachgebundene Hochschulreife bekommen. Danach hab ich dann gleich die Ausbildung im öD (im Gericht) angefangen, weil ich hier damals einen Ausbildungsplatz bekam.

Nunja... Mittlerweile bin ich 26, hab eine Wohnung, etc. Also für mich käme es nicht in Frage nochmal alles "hinzuschmeißen", nach Bayreuth oder Nürnberg umzuziehen und meinen Beruf hier zu kündigen. Noch dazu müsste ich dann das Geld für die Ausbildung zurückzahlen wurde mir gesagt.... o_O

Danke schon mal für eure Hilfe :love:

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?