Ab wieviel Kranheitstagen kann der Arbeitgeber kündigen?

5 Antworten

Den ersten entscheidenden Punkt hast du schon einmal beantwortet, du hast Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber benötigt damit einen Kündigungsgrund.

Wichtig, und dies wird immer wieder übersehen, bleibt es, sollte der Arbeitgeber eine Kündigung aussprechen, muss diese fristwahrend angegriffen werden. Wird eine Kündigung nicht innerhalb von drei Wochen nach Zustellung angegriffen, ist die Kündigung rechtskräftig. Dies unabhängig von der Frage, wie wirksam die Kündigung möglicherweise war.

Bei dir geht es um die sogenannte krankheitsbedingte Kündigung. Hier ist zuerst einmal zu unterscheiden zwischen der langandauernden Erkrankung und den häufigen Kurzerkrankungen. Der nächste Schritt wäre, eine sogenannte negative Zukunftsprognose abzufragen. Darüber hinaus muss eine Interessenabwägung vorgenommen werden.

Hier dürfte es schon an dem ersten Schritt fehlen. Aufgrund der geschilderten Ausfallzeiten sehe ich noch nicht einmal häufige Kurzerkrankungen.

Darüber hinaus, aus der Praxis berichtet: Nur die allerwenigsten krankheitsbedingten Kündigungen sind überhaupt wirksam. Die Anforderungen, welche die Rechtsprechung im Laufe der Zeit entwickelt hat sind extrem hoch. Dies hat zur Folge, dass die meisten dieserhalb ausgesprochenen Kündigungen unwirksam sind und es entweder auf eine Weiterbeschäftigung oder häufig auf einen gerichtlichen Vergleich hinausläuft

Es handelt sich hier nicht um einen Kleinbetrieb und Du bist schon länger als sechs Monate beschäftigt. Diese Krankheitstage berechtigen nicht zu einer "Personenbedingten Kündigung".

Bei vielen Kurzerkrankungen geht der Gesetzgeber von einer Zeitspanne von drei aufeinanderfolgenden Jahren mit jeweils mehr als 30 Krankheitstagen aus, um personenbedingt kündigen zu können.

Ein Arbeitgeber kann aus jeden anderen Gründen kündigen, nicht nur aus krankheitsbedingten Gründen.

Sollte ein Arbeitgeber pauschale Krankentagen für seine Auffassung eine Kündigung auszusorechen , hat der dann ganz schlechte Chancen vor dem Arbeitgericht damit durchzukommen.

Wesentlich ist dabei, wenn keine Wiedereingliederung versucht worden ist, wenn der Mitarbeiter länger krank geschrieben war.

Möglich wäre es, wenn du dich an diesen Krankheitstagen in der Disco aufhalten würdest, oder bei Sportveranstaltungen teilnehmen würdest. 

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