ab wann buche ich Aufwendungen im Aufwandskonten und wann ist normale Konto?

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Du buchst in der Regel auch nach wie vor auf Rohstoffe. Aber eben nur wenn das wirklich der Fall ist. Also wenn Rohstoffe eingekauft werden.

Aufwendungen werden gebucht wenn Rohstoffe verbraucht werden. Meist gibt es als Beleg hier den sog. Materialentnahmeschein. Das sind also Rohstoffe die schon eingekauft wurden und lagerten und nun verbraucht werden.

In manchen Firmen bietet es sich auch an "aufwandsorientiert" zu buchen. Das ist dann der Fall, wenn Rohstoffe nicht gelagert werden, sondern immer gleich in die Produktion fließen. In dem Fall wird immer direkt auf das Aufwandskonto gebucht. Das Gegenteil wäre "bestandsorientiert".

auf deutsch kaufen - rohstoffe -soll verbraucht- afr-haben? wenn materialentnahmeschen ist (ME) dann ist AFR?

@ZuckerZicke30

Kaufe Rohstoffe (BA):

Rohstoffe (Soll) an Bank (Haben)

(Rohstoffe werden mehr und Bank wird weniger)

Verbrauche Rohstoffe (ME):

Aufw. Rohstoffe (Soll) an Rohstoffe (Haben)

(Der Aufwand ("Verbrauch") erhöht sich und die Rohstoffe vermindern sich)

Den Satz kannst dir merken: Aufwendungen verringern das EK, Erträge erhöhen es. Wenn ich Gehälter zahle wird mein EK kleiner - logisch. Wenn ich meine Rohstoffe verbrauche wird mein EK kleiner - auch logisch. Wenn ich Rohstoffe kaufe bleibt mein EK genau gleich - logisch weil ich zwar Geld dafür bezahle aber den Warenwert dafür erhalte. Damit ändert das nichts am EK und ist deshalb kein Aufwand.

Ausnahme nur bei Betrieben bei denen der Einkauf direkt verbraucht wird. Da wäre es unnötig doppelt zu buchen.

Wenn ich den GS habe...wir verkaufen Ware und bekommen es bar...war es doch vorher kasse an Ware warum ist es jetzt Umsatzerlöse?verstehe ich nicht

Der Warenbestand wird zu Einkaufspreisen erfasst.

Wenn ich jetzt vom Warenbestand in Verkaufspreisen runterbuche, komme ich irgendwann in die Situation, dass das Warenbestandskonto im Minus ist, ich aber noch Waren am Lager habe.

Das Warenbestandskonto hat also die Aussagekraft verloren, wieviele Waren zu Einkaufspreisen ich noch am Lager habe.

Deswegen wird der Erlös aus Warenumsätzen auf das Erlöskonto "Umsatzerlöse" zu Verkaufspreisen gebucht.

Damit mein Warenbestandskonto stimmt, wird noch parallel zu Einkaufspreisen gebucht:

Wareneinsatz (Aufwandskonto) an Warenbestand

In der GuV stehen sich nun Wareneinsatz und Umsatzerlöse gegenüber. Die Differenz zwischen beiden ergibt (hoffentlich) den Gewinn.

Wenn du Rohstoffe einkaufst, bebuchst du das Bestandskonto Rohstoffe, und zwar im Soll, weil es ein Aktivkonto ist.

Wenn die Rohstoffe weniger werden - aus welchem Grund auch immer (Verbrauch, Verkauf...) und wir das schon im laufenden Jahr erfassen wollen (und nicht erst am Jahresende durch die Inventur), dann müssen wir diese Bestandsminderung buchen.

Logisch, dass dann das Bestandskonto Rohstoffe ins Haben kommt, es wird ja weniger.

Aber was kommt ins Soll?

Da hat man sich Gedanken gemacht: Eine Minderung eines Aktivkontos scheint ja zunächst etwas schlechtes zu sein. Wenn nicht gleichzeitig ein anderes Aktivkonto erhöht oder ein Verbindlichkeitenkonto gemindert wird, kann es nur zu Lasten des Eigenkapitals gehen, und dort genauer im Gewinn, und ein Gewinn wird geschmälertdurch Aufwendungen.

Als hat man das Aufwandskonto "Rohstoffaufwendungen" erfunden.

Durch Buchung auf Rohstoffaufwendungen hat man drei Dinge erreicht:

Der Rohstoffabgang wird bestandstechnisch erfasst.

Die dadurch bedingte Gewinnminderung wird erfasst.

Alle Vorgänge werden zu den Einkaufspreisen erfasst

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