220V-Verkabelung nach Hausrenovierung - kann der Elektriker noch Steckdosen ohne Erdung "hinterlassen"?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es kommt drauf an, wie genau der Auftrag damals lautete. Wenn die alte Bakelit Dose geerdet ist (klassische Nullung) und die Verkabelung noch einwadfrei ist, spricht nichts dagegen, diesen Altbestand weiterhin zu nutzen.

Danke an dieser Stelle f. die Kommentare - habe mich inzwischen entschieden, eine anstehende Verlegung einer neuen Steckdose vom Elektriker machen zu lassen

Prinzipiell sind diese alten Dosen gerade im Keller nicht ohne. Kommt allerdings auch auf deinen Keller an bzw. ob der feucht oder trocken ist.

Wenn er feucht ist können die Kontakte korrodieren, gerade dann wenn die Dosen selten benutzt werden. Mein Vater hatte mal eine unangenehme Begegnung mit so einer Dose. Da hing ein elektrischer Heizofen an so einer Dose weil eine alte Wasseruhr im Keller aufgefroren war. War ein kalter Winter und ein Kellerfenster war kaputt...meine Oma hatte dann damals da einfach ein Kopfkissen reingesteckt...hält doch...dummerweise eben nicht.

Mein Vater hat den Stecker rausgezogen, bzw. wollte ihn rausziehen weil er gemerkt hat dass das Kabel ordentlich warm war, denn er hatte nur den Kunststoff in der Hand und die Metallpins vom Stecker haben noch in der Dose gesteckt...

Daraufhin wurden nicht nur Kellerfenster und Wasserleitung gemacht sondern auch die Elektrik im Keller....da waren sowohl die schwarzen Bakelit-Drehschalter als auch diese Steckdosen drin. Und die Lampen waren einfach die Fassung mit einem Blechschirm darüber.

Diese Dosen werden übrigens noch hergestellt, genauso wie die dazugehörigen Drehschalter. Sind allerdings sauteuer, da kostet eine Steckdose Feuchtraum (IP44) fast 70€.

Die Steckdosen sind Aufputz, eine Nachrüstung ist also jederzeit ohne großen Dreck und Aufwand möglich. Natürlich muss der Rest im Keller auch dreiadrig ausgeführt sein. Diese alten Steckdosen selber lassen sich selbstverständlich dreiadrig anschließen.

Die Schalter aus dieser Baureihe sind unzerstörbar durch normalen Gebrauch.

Das Bakelit bekommst du wieder schön glänzend indem du es mit Politur für Messing/Chrom aufpolierst, dabei kein Wasser benutzen (nicht nur wegen Strom). Dann glänzt es wieder wie neu.

die funktioniert auch noch die nächste 89 jahre , ohne fehler zu produzieren , da sein der fi schalter im hauskasten vor .

Bei zweiadriger Verkabelung nutzt dir der FI rein gar nichts.

@vierfarbeimer

faß an , dann merkst die reaktion oben.

@Kuestenflieger

Du scheinst nicht zu wissen, wie ein FI Schalter arbeitet. 

Ohne Schutzleiter ist der FI Schalter in einem Zweileitersystem wirkungslos. Ein FI Schalter bietet keinen Schutz gegen Stromschlag, wenn eine Person auf isolierendem Untergrund stehend, da hier kein Fehlerstrom auftritt.

@vierfarbeimer

Genau. Bei klassischer Nullung funktioniert nur ein Schukomat, also eine Steckdose mit integriertem FI.

@vierfarbeimer

"Bei zweiadriger Verkabelung nutzt dir der FI rein gar nichts."

FALSCH!

Bei einer klassischen Nullung einer zweiadrig verdrahteten Steckdose fließt ein Fehlerstrom bei Körperschluss in einem Gerät der Schutzklasse I direkt über den Neutralleiter ab, wodurch der LS-Schalter auslöst.

Eine RCD (früher FI genannt) als Personenschutz mit 0,03A Bemessungsfehlerstrom löst auch dann aus, wenn an einer Steckdose der Schutzkontakt nicht belegt ist. Ist auch logisch: Sonst gäbe es ja bei Geräten der Schutzklasse II (doppelt oder verstärkt isoliertes Gehäuse; ohne Schutzleiter) keinen Schutz im Fehlerfall.

Denn fließt im Fehlerfall bei Berührung ein Körperstrom über die Erde ab, so "bemerkt" der Summenstromwandler der RCD, dass der einfließende Strom ungleich dem abfließenden Strom ist und schaltet bei 50-100% des Bemessungsfehlerstroms ab.

Gleiches gilt auch für RCD als Brandschutz (>0,03A), nur dass hier kein Personenschutz mehr gegeben ist.

Was nicht geht: Eine RCD und die klassische Nullung einer Steckdose bei dreiadriger Verdrahtung. Denn hier würde der abfließende Strom von vornherein auf Neutralleiter und Schutzleiter aufgeteilt. Bei einer RCD mit 0,03A Bemessungsfehlerstrom heißt das, dass diese bei einem Gesamtstrom von 0,03A - 0,06A (6,9W - 13,8W) bereits auslöst. Man könnte also maximal eine kleine Energiesparleuchte an dieser Steckdose betreiben, bevor es ganz dunkel wird.

@electrician

Was du zum Schluss schreibst ist nicht ganz richtig, denn das passiert nur wenn die Installation zum Teil modernisiert ist (dreiadrig) und zum Teil noch zweiadrig mit klassischer Nullung und der Schutz und Neutralleiter irgendwo in dem Stromkreis der mit dem FI geschützt werden soll zusammengeführt sind. Damit die Funktion gegeben ist darf das nicht gemacht werden, der PEN dürfte in Abzweigdosen nur auf den N gelegt werden und nicht mit dem Schutzleiter zusammengeführt werden innerhalb des Stromkreises. Schutz- und Neutralleiter werden bei dieser Netzart ja eh zusammengeführt, aber die Trennung ist vor dem RCD und daher interessiert diesen das nicht. Allerdings funktioniert der Schutz durch den FI dann nur in dem Teil des Stromkreises der dreiadrig ausgeführt ist. Im zweiadrigen Teil funktioniert es weiterhin wie du schon schriebst (Schutz vor gefährlicher Berührungsspannung durch den Leitungsschutzschalter bei Körperschuss).

@germi031982

PS:

Aber die Geschichte mit nur auf N legen ist natürlich nicht zulässig, da ein FI immer zweipolig schaltet. Damit wäre im Fehlerfall der PEN auch abgeschaltet, obwohl unzulässig. Und ebenso unzulässig ist es den Neutral- und den Schutzleiter nach der Auftrennung wieder zusammenzuführen. Also muss man bei solchen Konstrukten wirklich Tabula Rasa machen und die komplette Installation modernisieren und nicht nur Teilstücke.

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