175 € Freibetrag für ehrenamtliche Tätigkeit bei Hartz 4?

4 Antworten

Du hast nur einmal einen Grundfreibetrag von 100 € !!! Hättest Du nur eine Nebeneinkunft von 75 € im Monat,wäre diese ohne Anrechnung auf Deine Bezüge vom Amt,da Du ja 100 € Grundfreibetrag hast.Nun hast Du aber noch eine Nebeneinkunft,wo Du 100 € bekommst und somit liegst Du 75 € über Deinem Grundfreibetrag.Auf diese 75 € hast Du noch einmal 20 % Freibetrag,das heißt,15 € im Monat.Du liegst also mit 60 € über Deinem Freibetrag auf diese zwei Nebeneinkommen und die werden Dir von Deinem bisherigen Leistungen vom Amt abgezogen.

Grundfalsch.

Der von dir erwähnte Grundfreibetrag bezieht sich auf Einkommen aus Erwerbstätigkeit, hier geht es aber um die Aufwandsentschädigung aus ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Ich kenne mich nur mit der Pflegeversicherung und drumherum aus. Ich habe mich schon oft gefragt, warum hier nicht mehr "Hartzler" etwas machen. Die Vergütung für die Pflege beträgt in Pflegestufe III 800 Euro - unversteuer! In Betreungsstufe I 100 Euro, Betreuungsstufe II 200 . Es ist öffentliches Geld, nicht zu versteuern.

Richtig.

Die Einnahmen sind anzugeben und max. 200 € bleiben generell anrechnungsfrei.

Von jedem Einkommen wird grundsätzlich ein Betrag von 100 € als Grundfreibetrag abgezogen; in den von Dir genannten Fällen erhöht sich dieser Betrag auf 200 €.

Die Neuänderung erfolgte im Hiblick auf die Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten (auch gegen eine Aufwandsentschädigung); ALG-II-Empfänger durften von den Vergünstigungen des Steuerrechts aus Gleichstellungsgründen nicht ausgeschlossen werden.

Auch ALG-II-Empfänger müssen also die Möglichkeit der ehrenamtlichen Tätigkeit gegen geringe Aufwandsentschädigung haben.

Du hast nicht geschrieben, was Du machst.

Nur der Vollständigkeit halber:

Solltest Du Vorstandsmitglied sein, dann muß die pauschale Aufwandsentschädigung zwingend in der Satzung verankert sein - ansonsten droht die Aberkennung der Gemeinnützigkeit.

Das kann ich mir nicht vorstellen !!! Wenn das so wäre,würden sich die Leute 3 oder 4 Nebenjobs suchen,wo Sie jeweils nur 100 € im Monat bekommen und die wären laut Deiner Aussage ja ohne Abzüge und Sie hätten zu Ihrem Einkommen noch Ihre ALG - 2 Bezüge.Das was Du meinst,ist die Anhebung des Taschengeld Satzes bei FSJ - lern,der wurde von 60 € auf 175 € im Monat angehoben,der ist ohne Anrechnung auf ALG - 2.Das darf auch ein ALG - 2 Bezieher ausüben ( FSJ - Jahr ) ist ER / Sie noch unter 25 Jahren,hat man sogar wieder Anspruch auf Kindergeld ( Wehrdienst und Zivildienst verlängern diesen Anspruch bis zu 27 Lebensjahr ) man erwirbt sich zudem wieder einen Anspruch auf ALG - 1 .

@isomatte

§ 11b SGB II Absetzbeträge

(2) Satz 1: "Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist anstelle der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen."

(2) Satz 3: "Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, gelten die Sätze 1 und 2 mit den Maßgaben, dass jeweils an die Stelle des Betrages von 100 Euro monatlich der Betrag von 200 Euro monatlich..."

Bei mehreren Tätigkeiten werden die Einkünfte zusammengerechnet und 100 € sind anrechnungsfrei; neu ist daß wenn EINE der Tätigkeiten den Voraussetzungen des § 3... entsprechen, erhöht sich dieser Betrag auf 200 €.

Das ist ein einmaliger anrechnungsfreier Betrag und wird nicht für jede Tätigkeit einzeln gewährt.

@DerSchopenhauer

Diese Regelung wurde in Rahmen der Ausweitung des Gesetzes zur Stärkung des Ehrenamtes verfassungsrechtlich notwendig, da ALG-II-Empfänger ja in der Regel keine Steuervorteile des § 3 EStG nutzen können; aus Gleichstellungsgründen mußte hier eine entsprechende andere Regelung geschaffen werden, die es auch ALG-II-Empfängern möglich macht, ohne Einbußen, ein Ehrenamt gegen eine geringe Vergütung auszuüben und zwar auch dann, wenn sie bereits ein anderes anrechenbares Einkommen haben.

Von jedem Einkommen wird grundsätzlich ein Betrag von 100 € als Grundfreibetrag abgezogen

Falsch.

Es muss sich um Erwerbseinkommen handeln, nur dann gibt es einmalig (!) 100€ Grundfreibetrag!

Und Ehrenämter haben 200€ anrechnugnsfreie Aufwandentschädigung.

Na dann mal auseinander gefieselt:

Man darf die Aufwandsentschädigung für Ehrenamt NICHT mit Erwerbseinkommen durcheinander bringen!

Da sind nämlich verschidene Freibeträge maßgeblich.

Für dich ist § 11b Abs 2 Satz 3+4 SGB 2 maßgeblich.

Da heisst es:

Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, gelten die Sätze 1 und 2 mit den Maßgaben, dass jeweils an die Stelle des Betrages von 100 Euro monatlich der Betrag von 200 Euro monatlich und an die Stelle des Betrages von 400 Euro der Betrag von 200 Euro tritt. § 11a Absatz 3 bleibt unberührt.

Auf Deutsch bedeutet das:

Für die Aufwandsentschädigung(en) gilt ein Freibetrag von 200€/mtl. Die entsprechenden Beträge (bei dir ja wohl zwei) werden dabei summiert.

WENN du nebenher noch Arbeitseinkommen hast, und wenn es nur ein Nebenjob ist, hast du auf dieses Arbeitseinkommen ZUSÄTZLICH den Grundfreibetrag von 100€ plus den ganzen rest an Anrechnung...

Das weiß ich sicher, weil genau das bei mir vorliegt!

Ich arbeite Teilzeit (Aufstocker) UND übe ein Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung aus.

Auf die Arbeit habe ich die üblichen Freibeträge und die Aufwandsentschädigung ist mit dem anderen Betrag anrechnungsfrei gestellt.

Hallo DEA.... stehe vor dem Gleichen Problem....581€ Erwerbseinkommen und 110€ Aufwandsentsch.(Gemeinnützig) ....Aussage vom Arbeitsamt: " das wird zusammengerechnet und dann wird erst der Freibetrag (100€) genommen....ist ja aber nicht rechtens..oder?

Abgeschlossene Direktversicherung tatsächlich in der Ansparphase „Hartz-4“ sicher?

Hallo, liebe Community...

Mein Arbeitgeber hat Ende Dezember 2011 eine Direktversicherung abgeschlossen. Der Versicherte bin ich. Bei einem Gespräch in der Firma versicherte mir ein Vertreter, auf meine Frage hin, dass die Direktversicherung in der Ansparphase „Hartz-4“ sicher sei und das das Jobcenter diesen Betrag nicht als Einkommen berechnen darf. Meine Partnerin, Tochter und ich beziehen seit Mitte 2011 aufstockendes ALG-2. Bei einem Gespräch, am 06.02.2014, im Jobcenter, teilte man mir mit, dass das Jobcenter in Zukunft bei allen Berechnungen nur noch den Mindesteigenbeitrag nach § 86 EStG („Riesterente“) des Beitrags berücksichtigen wird und die sogenannte „Schonfrist“ nach dem Ermessen des Jobcenter Halle abgelaufen wäre. Das Jobcenter Halle beruht sich dabei, auf den Leitsatz des Urteils B 4 AS 7/10 R.

Leitsatz: Beiträge an eine Pensionskasse der betrieblichen Altersversorgung aus Bruttoentgeltumwandlung sind als angemessene Beiträge bis zur ersten objektiv rechtlichen Möglichkeit der Änderung der Beitragshöhe nach Beginn des SGB 2-Leistungsbezugs (Schonfrist) in tatsächlicher Höhe vom zu berücksichtigenden Einkommen abzusetzen, danach bis zur Höhe des Mindesteigenbeitrags nach § 86 EStG ("Riesterrente").

Dies hätte zu folge, dass das Jobcenter die Leistungen kürzt und wir wenigere Leistungen erhalten!

Ich frage euch, ob die von mein Arbeitgeber abgeschlossene Direktversicherung tatsächlich in der Ansparphase „Hartz-4“ sicher ist und bei Berechnungen zum ALG-2 den Beitrag nicht nur nach Mindesteigenbeitrag (§ 86 EStG) zu berücksichtigen ist, da es sich um eine Direktversicherung handelt und nicht eine Pensionskasse... Vielen Dank, für euere Hilfe und Antworten :-)

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