14-Tägiges Widerrufsrecht für Onlineveträge auch bei Vertragsverlängerungen/-wandlungen gültig?

1 Antwort

A) Gemäß § 312d BGB besteht das Widerrufsrecht bei Verträgen im Fernabsatz ab dem Zeitpunkt der form- und fristgemäßen Zustellung der Widerrufserklärung. Der Beginn der tatsächlichen Inanspruchnahme der abgeschlossenen Leistung ist hingegen insofern irrelevant, als es darauf gem. BGB nicht zwingend ankommt. Dies ist auch konform zu ähnlichen Angeboten, z.B. bei Printmedien.

B) Bei sog. Testabonnements beginnt das Vertragsverhältnis mit dem Tag der Bereitstellung der entsprechenden Dienstleistung.

Hier wäre - wenn überhaupt - eine Unwirksamkeit nur in 2 Fällen möglich: Entweder weil die Widerrufserklärung eben nicht form- und fristgemäß zugestellt wurde, oder aber weil die Abonnementforderung nicht gesetzeskonform in den AGB o.ä. verschleiert worden wäre. Für beides besteht aber Deiner eigenen Schilderung nach kein Anzeichen. Der Betreiber ist auch nicht verpflichtet, Dich per Email vorab vom Ende des Testzeitraums zu unterrichten. Dies unterliegt Deiner eigenen Sorgfaltspflicht.

Fazit: Die Forderung ist m.E. der Sache und auch der Höhe nach berechtigt. Ein Anspruch auf Rückerstattung auch anteiliger Beträge besteht nicht; dies wäre allenfalls auf Kulanz des betreibers möglich. => Abo schriftlich zum nächstmöglichen Termin kündigen.

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