Zweitstudium?

2 Antworten

Anlage N, Werbungskosten. Einen Verlustvortrag bekommst Du dann, wenn die Werbungskosten höher sind als die Summe der positiven Einkünfte eines Jahres.

Wenn einmal ein VV festgestellt wurde, bist Du zur Abgabe von Erklärungen für die nächsten Jahre verpflichtet. Es kann durchaus dazu kommen, dass ein VV teilweise oder gänzlich wirkungslos verpufft:

Angenommen, jemand sammelt VV von 9.000 € in den Jahren 1-3 an. Jan bis Aug 04 geht er auf Reisen, weder arbeitet noch studiert er. Oktober 04 tritt der Jemand seine erste Stelle an und verdient 3500 brutto.

Dann wird der Verlustvortrag in vollem Umfang gegen die Einkünfte gerechnet - und führt zu keiner Steuerminderung, weil die Steuerlast 04 auch ohne den VV 0 € gewesen wäre.

(Und nein, es gibt kein Wahlrecht, den VV erst bei den Einkünften 05 anzusetzen!).

Nicht falsch verstehen - so ein VV kann sich auch erheblich auswirken, das ist aber längst nicht in jedem Fall so.

Danke für die hilfreichen Ausführungen.

Eine Nachfrage habe ich noch: während meines Zweitstudiums erziele ich gar keine steuerpflichtigen Einkünfte aus einer bezahlten Tätigkeit. Dazu lässt mir das Medizinstudium keine Zeit. Meine Eltern unterstützen mich monatlich in Höhe des gültigen BaföG-Satzes. Daneben habe ich noch steuerfreie Einkünfte aus einer Tätigkeit als studentische Hilfskraft. Insofern stehen meine Ausbildungskosten (Werbungskosten) gar keine positiven Einkünfte gegenüber. Kann ich meine Ausbildungskosten trotzdem zu 100% als Verlustvortrag geltend machen?

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Fangen wir mit dem Formular an, es ist das gleiche wir das für die Einkommensteuererklärung, aber das Kreuz wird bei "Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags gemacht"

und ja, Du kannst die Kosten des Studiums als Werbungskosten ansetzen.

Ab dem ersten Jahr mit Verlust musst Du durchgehend eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Du kannst das Jahr in dem abgezogen wird nicht wählen. Jedes Jahr, in dem der Gesamtbetrag der Einkünfte positiv ist, wird soviel vom Verlustvortrag genutzt, bis das Gesamtbetrag der Einkünfte auf null ist,

Woher ich das weiß:Berufserfahrung
 - (werbungskosten, Zweitstudium)

Danke, dass klingt doch sehr vielversprechend.

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Eine Nachfrage habe ich noch: während meines Zweitstudiums erziele ich gar keine steuerpflichtigen Einkünfte aus einer bezahlten Tätigkeit. Dazu lässt mir das Medizinstudium keine Zeit. Meine Eltern unterstützen mich monatlich in Höhe des gültigen BaföG-Satzes. Daneben habe ich noch steuerfreie Einkünfte aus einer Tätigkeit als studentische Hilfskraft. Insofern stehen meine Ausbildungskosten (Werbungskosten) gar keine positiven Einkünfte gegenüber. Kann ich meine Ausbildungskosten trotzdem zu 100% als Verlustvortrag geltend machen?

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@Leppid
Daneben habe ich noch steuerfreie Einkünfte aus einer Tätigkeit als studentische Hilfskraft.

Die sind nicht steuerfrei. Die sind nur so gering, dass keine Lohnsteuer abgezogen wird.

Du bekommst dort bestimmt eine Jahreslohnsteuerbescheinigung, auf der Dein Jahresbrutto zu sehen ist. Nur wenn Deine Werbungskosten höher sind, gibt es einen Verlustvortrag.

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@wfwbinder

Danke. Jetzt habe ich es verstanden. Ich rechne also meine Ausbildungskosten für das Zweitstudium gegen meine Einnahmen als studentische Hilfskraft auf. Ein negativer Saldo führt zu einem Verlustvortrag. Richtig?

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