Zwei Minijobs, Amt streicht alle Bezüge?

2 Antworten

Lies mal dies und schau, ob Dir diese Diskussion etwas bringt:

Hartz IV Forum - Mit ALG2: Besser ein Minijob, weil zwei nicht gehen?

https://hartz.info/index.php?topic=108276.0

Das Amt kann Deiner Mutter ja nur das an Einnahme anrechnen, die sie insgesamt bekommt. DAS muss sie also beim Amt klären.

Ein Problem gibt es allerdings im ersten Monat bei einer Arbeitsaufnahme:

  • Hartz IV wird im voraus gezahlt (was Ende Februar / Anfang März gezahlt wurde, war für Monat März), und
  • Arbeitslohn wird am Ende des Monats bezahlt.

Wenn der Arbeitslohn Ende März auf dem Konto gutgeschrieben wird, berechnet das Amt es so, als seien beide Zahlungen im März eingegangen. Dass aber der Arbeitslohn, der im März auf das Konto ging, doch für April ist, ist Jobcentern schnuppe, und für März wird kein Hartz IV gezahlt. Das wird Zuflussprinzip genannt. Fließt das erste Gehalt nicht im März, sondern zum Beispiel am 1. oder 2. April aufs Konto, wird für März Hartz IV gezahlt.

Möglicherweise gilt dies mit dem Zuflussprinzip aber auch gar nicht, weil ja vermutlich Deinbe Mutter weiterhin Hartz IV bedarf, und sie sich so gar nicht vollständig abgemeldet hat (wie bei einer Arbeitsaufnahme, von der sie vollständig leben kann). In ihrem Falle müsste sie vielleicht nur nachweisen, was sie wirklich eingenommen hat, damit ihr Einkommen aufgestockt wird.

Nun aber zu dem zuviel berechneten Einkommen, 2 x 450 € anstatt der wirklich erhaltenen 2x 360 €. - Um klarer zu sehen, wie die Abrechnung wirklich aussehen müsste bei 2 x 360 € hilft Dir vielleicht auch dieser

Hartz IV-Rechner

http://www.geldsparen.de/content/finanzen/Soziales/ALG2rechner.php

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Deine Mutter schreibt an das Jobcenter, zum Beispiel wie:

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A n f a n g

Absender Muztter

Datum

Adresse Jobcenter

Betreff: Aktennummer

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte/r Frau/Herr ...,

wie ich Ihnen mitteilte, habe ich jetzt zwei Minijobs. Bei beiden wird mir monatlich 360 Euro ausgezahlt, insgesamt also 720 Euro. Sie aber gehen so vor, als bekäme ich 2 x 450 = 900 Euro.

Weil meine Miete ... Euro beträgt, verbleibt mir zum Leben lediglich eine Summe von ... Euro, also weniger als der Regelsatz für Hartz IV Bezieher.

Ich bitte um Neuberechnung der Angelegenheit.

Hochachtungsvoll

(Unterschrift Mutter)

E n d e

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So, Pandora, das ist die eine Sache.

Möglicherweise gibt es für Deine Mutter aber eine noch bessere Lösung, nämlich Wohngeld. Es ist nämlich so: Wenn jemand mindestens 80% Einkommen hat von der Summe, die Hartz IV wäre, kann Wohngeld beantragt werden. Wohngeld zu beziehen ist angenehmer als Hartz IV. Hier hast Du einen

Wohngeld Rechner

http://www.geldsparen.de/content/finanzen/Soziales/Wohngeldrechner.php

Prüfe mal, ob dies bei Deiner Mutter zutrifft. - Zu klären wäre dann nur mit beiden Ämtern, wie vorgegangen werden kann, damit keine Versorgungslücke entsteht.

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Egal wie die Sache letztlich aussieht: Deine Mutter sollte zum Jobcenter nicht alleine hingehen, sondern sich begleiten lassen von einem Ämterlotsen, auch Beistand genannt (dazu gleich mehr).

Lassen sich "Kunden" von einem Ämterlotsen begleiten, sind viele Jobcenter-Mitarbeiter korrekter und freundlicher.

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Leite bitte meine Hinweise für Arbeitslose (ALG 1 und ALG 2 / Hartz IV) und Aufstocker sowie Grundsicherungsbezieher an Deine Mutter weiter. - Sie wird leicht erkennen, was auf ihre Situation zutrifft. Darin gehe ich auch auf die Ämterlotsen ein:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird - sind es mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen. (Achtung! Anlagen immer als Kopie einreichen. Falls ausnahmsweise mal ein Original verlangt wird, dann davon für die eigenen Unterlagen eine Kopie machen.) - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit

jobcenter unterlagen verloren

und lies auch dies:

Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-betroffene.php

und

Die häufigsten Hartz IV Fehler der Jobcenter

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/die-haeufigsten-hartz-iv-fehler-der-jobcenter.php

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Deinen ePersonalausweis musst Du nicht kopieren lassen, alles Wichtige kann davon abgeschrieben werden:

Wann ist das Kopieren des Personalausweises erlaubt

https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/wann-ist-das-kopieren-des-personalausweises-erlaubt/

und

LDI NRW: Personalausweis kopieren oftmals nach DSGVO verboten!

https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/ldi-nrw-personalausweis-kopieren-oftmals-nach-dsgvo-verboten/

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Deine zur Bearbeitung Deiner Sache erforderlichen Bankbelege legst Du vor - sie werden eingesehen, aber NICHT fotokopiert - lies dazu dies:

Hinweise zur datenschutzgerechten Ausgestaltung der Anforderung von Kontoauszügen bei der Beantragung von Sozialleistungen

https://www.datenschutzzentrum.de/artikel/1109-Hinweise-zur-datenschutzgerechten-Ausgestaltung-der-Anforderung-von-Kontoauszuegen-bei-der-Beantragung-von-Sozialleistungen.html

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Immer wieder kommt es vor, dass Jobcenter / Sozialämter eine aktuelle Mietbescheinigung vom Vermieter verlangen, obwohl Mietvertrag und letzte Mietanpassung eingereicht sowie Bankbelege mit den Mietezahlungen vorgelegt wurden - dazu:

Jobcenter Regensburg: Vermieterbescheinigungen verstoßen gegen Datenschutz

https://kanzlei-hhs.de/jobcenter-regensburg-vermieterbescheinigungen-verstosen-gegen-datenschutz/

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand / Ämterlotsen als Begleitung mitzunehmen. Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

  • Ämterlotsen
  • Behördenlotsen
  • Behördenbegleiter
  • Hartz IV Mitläufer

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

In Hamburg z.B. bietet die Diakonie Begleitung durch Ämterlotsen an.

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

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A C H T U N G ! - sehr wichtig für Hartz IV-Bezieher:

Folge den Dir aufgegebenen Mitwirkungspflichten wie Bewerbungen schreiben, an Maßnahmen / Fortbildungen teilnehmen (auch falls Dir eine der Maßnahmen blöd, unsinnig oder für Dich unangemessen erscheinen mag). In solch einem Fall wende Dich an eine Arbeitsloseninitiative / Arbeitslosenberatung / Rechtsberatung. - Bezüglich fehlender Mitwirkung wurde das Gesetz für Hartz IV-Bezieher krass verschärft, und das kann sehr schmerzhafte finanzielle Folgen für Dich haben!

Das Jobcenter kann dann ihren "Kunden" berechnen, was das Jobcenter hätte sparen können, hätte der "Kunde" die Anweisung befolgt und dadurch Arbeit gefunden - und das nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für künftige Jahre. (Das ist also ein Schauen-wir-mal-in-die-Glaskugel-Gesetz, völlig gaga, leider aber real.) Und das kann sehr, sehr, sehr teuer für den "Kunden" werden.

U n d :

Sollst Du im Jobcenter eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) unterschreiben, unterschreibe sie nicht dort, nimm sie mit nach Hause!! - Geh auf YouTube und gib dort ein: Eingliederungsvereinbarung. - So bekommst Du viele wertvolle Infos zu diesem Thema.

Hey cyracus,

niemand versteht, welcher ... Dich reitet, ständig solch unnütze und langatmige Machwerke einstellen zu müssen.

Gerade die von Dir angesprochene Klientel kann damit absolut nichts anfangen - ist also das Gegenteil von hilfreich.

Und zudem stellst Du auch noch Links ein, die keinen interessieren.

Lerne Dich auszudrücken.

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https://www.hartz4.de/minijob/

Schau hier. Das war nicht sehr klug. Es wäre günstiger, einen Halbtagesjob zu finden und Hartz 4 zu überwinden.

Nunja, was in dem Link steht weiß ich ja bereits. Also dass man mit zwei Minijobs versicherungspflichtig wird. Allerdings verdient sie ja dann trotzdem noch ein gutes Stück unter dem Regelsatz. Der Punkt war halt, dass das Amt einfach glatt jeweils 450 Euro anrechne (die sie ja nicht hat) und de zweiten Job einen Monat früher als der Lohn überhaupt kommt.

Natürlich würde sie gerne Vollzeit oder Teilzeit arbeiten und Hartz4 überwinden. Sie ist jetzt 60 geworden, da stellt sich das nunmal etwas schwieriger dar.

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@Pandora3492

Oftmals können wir nur mit dem Kopf schütteln, was in Jobcentern so abgeht. Es kann Dusseligkeit sein, völlige Überlastung (in vielen Jobcentern herrscht Personalmangel, viele sind nicht genug ausgebildet), oder einige Jobcenter-Mitarbeiter werden auch gedrängt, Auf-Teufel-komm-Raus Gelder einzusparen, egal wie.

Deshalb mein Vorschlag mit dem Ämterlotsen.

Naja, und wenn ihre Miete nicht sehr hoch ist, kann sie vielleicht sogar "umsatteln" auf Wohngeld - siehe meine Antwort.

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