Zwei Kinder erben eine Wohnung - eins davon hat Wohnrecht, bekommt das andere folglich mehr Erbe?

3 Antworten

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Oh, ein Sachverhalt, den man zerlegen muss.

  1. Die Tante vererbt. Hat sie keinen eigenen Kinder?

  2. das Wohnrecht wurde schon vor 3 Jahren eingetragen, also vor dem Erbfall.

  3. Gibt es ein Testament? Oder sind die beiden die einzigen Verwandten?

  4. Wenn es ein Testament gibt, ist es Absicht, dass der eine Erbe die halbe Wohnung erbt udn der andere auf jeden Fall darin wohnen soll.

  5. auf jeden Fall ist es so, dass dieses Wohnrecht den Wert der Wohnung vermindert und somit weniger ERbschaftsteuer anfällt.

  6. Eine Wohnung mit eingetragenem Wohnrecht zu verkaufen ist schwierig. Eine Wohnungshälfte mit einem Wohnrecht praktisch unmöglich.

  7. Die beiden sollten sich einigen. Entweder gemeinsam vermieten. Oder was ich persönlich machen würde, der, der das Wohnrecht hat übernimmt die Wohnung komplett udn zahlt den anderen aus.

toll erläutert

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Erbtante

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. In diesem Falle heißt das: Nichten und Neffen haben kein Pflichtteilsrecht. Die Tante kann nach freiem Belieben über ihren Nachlaß verfügen, sie könnte auch nur eines der Geschwisterkinder als Erben einsetzen oder garkeins. Folge ist, dass die Geschwister den Taschenrechner wegpacken können. Sie stehen vor der Entscheidung, das Erbe so anzunehmen wie es ihnen vermacht wurde oder aber, das Erbe auszuschlagen.

Das lebzetig eingetragene Wohnrecht hat nun mit dem Eigentumserwerb durch Erbfolge nichts zu tun.

Ihr beide habt Miteigentumsanteil an einer Wohnung. Das schliesst einen Fremdverkauf in zweierlei Hinsicht aus: Erstens hätte der Wohnrechtinhaber ein Vorkaufsrecht, zweitens wäre ein freihändiger Verkauf damit kaum möglich.

Dies war durchaus gewollt, um genau den Besitzübergang an einen Failienangehörigen zu gewährleisten und einen Fremdverkauf zu verhindern :-).

Da macht man dem Wohnrechtinhaber ein Kaufangebot seines Miteigentumsanteils, das 70% des Wertes entspricht: Mehr bekommst du bei einer Teilungsversteigerung nämlich nicht :-)

G imager761

schuldrechtliches Wohnrecht

An die Wissenden,

es wurde schriftlich und bislang ohne Grundbucheintragung ein lebenslanges Wohnrecht vereinbart. Es soll -bzw. muss laut Vertrag ins Grundbuch 1. Ranges eingetragen werden. Das Haus ist vollkommen lastenfrei. Was würde geschehen wenn der Wohnrechtgeber vor Eintragung ins Grundbuch sterben würde? Die Erben wollen dies Haus nicht behalten, wollen dieses verkaufen, was sie frei zugeben. Diese würden das Haus ohne uns zu informieren, inerhalb der Familie, also Eltern zu Kind verkaufen. Würde mir eine Entschädigung zustehen, kann ich gerichtlich dagegen angehen,was würde mir zustehen wenn es so ablaufen würde? Ich habe gehört, dass der neue Besitzer (Käufer) dies nicht annehmen muss und mir das Haus kündigen kann. Ich bitte um Rat.

Danke an ALLE.

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