Zwangsversteigerung, Räumungsklage?

4 Antworten

Wie Dir schon geschrieben wurde ist es möglich, Räumung der Wohnung ohne Räumungsklage zu erwirken.

Allerdings ist der Bewohner nicht schutzlos:

https://dejure.org/gesetze/ZPO/765a.html

Geschickt vorgehende Schuldner schaffen es, mit solchen Anträgen die Räumungsvollstreckung zumindest auf Monate, manchmal sogar auf Jahre, hinaus zu zögern.

Zudem mußt Du Dir bewußt sein, daß ein Gerichtsvollzieher erst dann tätig wird, wenn Du Kostenvorschuß für die Räumung bezahlst. Wie viel ist regional unterschiedlich. Es ist damit zu rechnen, dass zwischen 1000 und 2000 Euro pro Zimmer der Wohnung anfallen.

Natürlich hast Du gegen den Schuldner Anspruch auf Erstattung der gesamten Auslagen. Allerdings dürfte bei jemand dessen Wohnung zwangsversteigert wurde kein Geld zu holen sein.

Die hohen Kosten beziehen sich aber auf Gerichtsvollzieher plus Spedition plus Einlagerungskosten, nehme ich an? Der GV kann aber auch nur den Vorbesitzer verweisen, das dürfte auf den ersten Blick wesentlich günstiger sein.

Mein zwangsgeräumter Nachbar hat die Wohnung mit zwei Koffern verlassen, das hat eine halbe Stunde gedauert. Anschliessend wurden die Möbel/sonstigen Sachen 8 Wochen in der Wohnung belassen und dann kostengünstig geräumt. Was natürlich auch mit dem Risiko verbunden ist, sich als Vermieter schadensersatzpflichtig zu machen ("und wo ist mein Rembrandt?"). Bei Kompletträumung durch den GV wird ja alles protokolliert. Je nach Ausgang stellt sich dann erst im Nachhinein heraus, welche Variante günstiger gewesen wäre.

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@Andri123

Du meinst das Berliner Modell:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Berliner_Modell_(Recht)

Die Problematik wird da aufgezählt:

Unpfändbarer Hausrat muss herausgegeben werden.

Zudem muss versucht werden durch öffentliche Versteigerung die hinterlassenen Gegenstände zu verwerten.

Nicht jeder Eigentümer ist zugleich im Besitz einer Lagerhalle, m.a.W., das Inventar steht noch längere Zeit in der Wohnung und die kann nicht genutzt werden.

Da müßte man vorab überschlagen, was günstiger ist.

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@Privatier59

Ja.

Das ist einfach ein Überraschungspaket insgesamt. Und die zusätzlichen Kosten sind schwer kalkulierbar, sollten aber in irgendeiner Weise mit einkalkuliert werden. Mal abgesehen von den Nerven.

Und abgesehen davon, was der Vorbesitzer noch so alles in der Wohnung abbaut oder unbrauchbar machen könnte, wenn er vielleicht nicht ganz so begeistert ist von Zwangsversteigerung und Räumung.

Ich persönlich würde tunlichst die Finger lassen von solchen vermeintlichen Schnäppchen. Aber das ist Geschmackssache.

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@Andri123

Das Verhalten von gescheiterten Hausbesitzern ist wirklich schwer einschätzbar. Das geht von völlig korrekter Abwicklung bis zu Wahnsinnstaten wie absichtlich gelegten Bränden oder vorsätzlich verursachten Gasexplosionen. Wer seine Nerven schonen will sollte besser ganz regulär kaufen. Anders als früher scheint es ja wohl auch so zu sein, dass man nur noch ganz selten echte Schnäppchen ergattern kann.

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Du bekommst ihn über eine Räumungsklage raus.

Allerdings kann er nicht mit Kündigungsschutz und Ähnlichem kontern.

Woher ich das weiß:Recherche

Hallo,
ich habe Dir eben eine Freundschaftsanfrage und eine PN geschickt. Bitte im 'Postfach' (ganz oben) nachsehen. Damit Du meine PN lesen kannst, musst Du die Freundschaftsanfrage bestätigen.

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