Zwangsversteigerung des 1/2 Mitanteils einer ETW möglich?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Für Zwangsversteigerungen braucht man nicht die Zustimmung von Miteigentümern.

Grundsätzlich könnte die Zwangsversteigerung also betrieben werden. Nur, wer interessiert sich denn schon für so etwas?

Es sei denn natürlich, die Gläubiger der Forderung hätten nicht nur viel Geld, sondern auch viel Zeit und einen langen Atem.

Dann nämlich könnten die die Sache etappenweise angehen:

Zuerst ersteigern die selber den Miteigentumsanteil und verwerten dann per Teilungsversteigerung die ganze Wohnung.

Ja, sie haben einen sehr langen Atem (und guten Anwalt) und Geld durch den Pflichtteil auch. Das wäre für uns allerdings sehr krass, denn schließlich wurden die Pflichtteilsberechtigten vom Erblasser testamentarisch vom Erbe ausgeschlossen. In letzter Konsequenz würde das bedeuten, dass mein Lebensgefährte unterm Strich nichts vom Erbe hätte und die Pflichtteilsberechtigten letztlich doch die Wohnung bekämen. In mittlerweile von uns durchrenoviertem Zustand. Das wäre eine Karikatur deutschen Rechts.

Was bedeutet "Teilungsversteigerung"?

0
@lilatiger

Teilungsversteigerung kann jeder Miteigentümer einer Immobilie zur Auflösung der Eigentümergemeinschaft betreiben. Es ist eine Form der Zwangsversteigerung für die man kein Urteil braucht.

1
@Privatier59

Vielen Dank schon mal, Privatier59!

Ich habe da noch zwei Fragen: könnte ich mir ein Vorkaufsrecht ins Grundbuch eintragen lassen und somit verhindern, dass die Pflichtteilsberechtigten im Falle einer Zwangsversteigerung den Mitanteil erwerben?

Wäre der Fall anders, wenn mein Lebensgefährte und ich verheiratet wären und ohne Bruchteilsangabe gemeinsam im Grundbuch stehen würden? Also wenn wir keine getrennten Anteile hätten?

0
@lilatiger

Die Pflichteilsberechtigten haben nur noch mehr/weitere Rechte und die Möglichkeit an die Wohnung zu kommen, weil IHR fast alles verkehrt gemacht habt!

Wenn absehbar ist, dass ihr vor Gericht verlieren werdet, dann beendet den Prozess und einigt euch mit den Pflichtteilsberechtigten. Das erspart euch Gerichtskosten.

0
@Alarm67

Was hätten wir denn anders machen können? Die einzige Möglichkeit wäre ja gewesen, die Wohnung direkt nach dem Tod des Erblassers zu verkaufen? Oder hätte es da Alternativen gegeben? Könntest du bitte konkret benennen, was wir alles falsch gemacht haben? Das würde mir weiterhelfen.

0
@Privatier59

Okay, dann gäbe es also nur noch die Möglichkeit, dass mir mein Lebensgefährte auch den 2. Anteil verkauft, bevor es zur Zwangsversteigerung kommt, um die Wohnung zu behalten?

0
@Alarm67

... Übrigens ist das mit dem „einigen und Prozess beenden“ ja leichter gesagt als getan. Denn „einigen“ heißt doch in diesem Fall schlicht und einfach, dass auf die Schnelle mehrere Tausend € hermüssen. Wo soll die denn mein Lebensgefährte (und ich auch) hernehmen? Das ist doch gerade der Knackpunkt.

0
@lilatiger

naja... was man hätte anders machen können, was bringt Euch das jetzt...garnix...ihr habt ja keine zweite Chance...

die Pflichtteilsberechtigten werden sich gefreut haben...eine halbe ETW ist praktisch nicht zu verkaufen...insgesamt ist der ETW Markt in der Stagnation...

Ihr hättet das gleich verkaufen sollen bzw warten sollen bis die Verjährung zum Pflichtteilsanspruch abgelaufen wäre und nicht noch den Wert dieser selben durch Modernisierung sollen...

Wenn sie jetzt noch taktisch klug handeln und wissen, das ihr zahlungsunfähig seid, warten sie ab, bis es zwangsversteigert wird... und da keiner eine ETW mit 2 Besitzern ersteigert, werden sie die ETW zum Mindestpreis ersteigern...und ihr hättet darüber hinaus noch die ETW verloren und womöglich, wenn nur einer da ist der bietet, noch Schulden dazu...

Ok das Kind ist in den Brunnen gefallen...ich würde Euch auch raten den Prozess zu beenden..so spart ihr wenigstens die Prozesskosten und Gerichtskosten...ne andere Möglichkeit sehe ich auch nicht...

0
@lilatiger

Zahlen müsst ihr scheinbar ja so oder so!

Egal ob Geld da ist.

Jetzt könnt ihr "nur noch" die zusätzlichen Kosten reduzieren.

Beendet den Prozess und sprecht/einigt euch mit den Gegnern.

Ratenzahlung?

Die Mietzahlungen gehen erst mal an die Pfluchteilsberechtigten, bis alles abgezahlt ist?

Oder, oder, oder, ...

Einen Prozess weiterzuführen, obwohl man ahnt, dass man verliert, ist einfach nur Schwachsinn!

0
@tellerchen

Ich finde es bemerkenswert, dass hier so getan wird, als wäre man etwas plemplem und hätte groben Unfug gemacht, aber keine wirklichen Alternativen aufgezeigt werden. Natürlich wollten wir auch die „Verjährungsfrist“ abwarten. Aber der Pflichtteil ist SOFORT fällig. Heißt: es wurde ein Gutachter beauftragt, der die ETW auf 70.000 geschätzt hat. Also musste mein Lebensgefährte binnen 2 Wochen 35.000€ zahlen. Ein Verkauf hätte 3-4 Monate gedauert und wenn er sie z.B. für 90.000 € verkauft hätte, hätte er 45.000 € auszahlen müssen plus 30% Erbschaftssteuer, weil er nicht verwandt war mit dem Erblasser.

Daher lag es schon nahe, dass ich die Hälfte kaufe und wir eben die Verjährungsfrist abwarten, um die Wohnung dann in ein paar Jahren weiterzuverkaufen.

Aber die Pflichtteilsberechtigten haben ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, das den Wert der Wohnung mit 110.000 beziffert. Also wollen sie nochmal 20.000 haben. Allerdings weist dieses Gutachten unserer Meinung nach Mängel auf und die Wohnung war /ist niemals so viel wert.

Wie also soll man denn jetzt „den Prozess beenden“? Das ist ja keine „Lösung“, die ihr mir hier vorschlagt.

0
@Alarm67

Die Mieteinnahmen gehen an die Bank, die mir den Kredit für den Kauf gegeben hat.

hahaha „Prozess beenden“ guter Witz, den habe ich jetzt schon öfter gehört!

gut finde ich auch „oder oder oder“

Danke!

0
@lilatiger

Und jetzt beweist Du gerade, warum bei euch alles verkehrt läuft!

Herzlichen Glückwunsch!

Und Danke!

0
@lilatiger

Schon mal was von der Dreimonatseinrede nach Paragraph 2014 BGB gehört?

Er hätte nicht sofort zahlen müssen!

1
@Alarm67

Ich bin keine Anwältin und kenne mich im Erbrecht nicht aus. Aber laut Anwalt meines Lebensgefährten, den er sich nehmen musste, war der Betrag sofort fällig. Sonst wäre direkt gepfändet bzw. zwangsvollstreckt worden. Im Übrigen haben die Pflichtteilsberechtigten sofort einen Anwalt eingeschaltet, ohne auch nur 1 Mal mit uns direkt gesprochen zu haben. Eine Einigung setzt immer 2 Seiten voraus.

0
@lilatiger

Ich sehe, dass hier auch niemand einen sinnvollen Lösungsvorschlag für die derzeitige Situation hinbekommt. Aber trotzdem danke für eure Kommentare!

0
@lilatiger

es gibt keine Lösung... ich hatte nur auf deine Infos in dem ersten Beitrag geschrieben, von dem was du hier später geschrieben hattest, weiss ja niemand, solange du es nicht schreibst...und so schlecht ich das jetzt auch finde was die Pflichtteilsberechtigten da mit euch machen...die pressen euch aus wie ne Zitrone... und es ist auch nicht gesetzlich verwerflich, alle Rechte....durchzusetzen, die scheinen sich schon seit längerem gut darauf vorbereitet zu haben... oder haben nen guten Winkeladvokaten.. der sie vertritt... also eine Lösung, die Euch zu euerm Recht verhilft sehe ich leider nicht... ich nehme deinen Beitrag sehr ernst... von plemplem von mir keine Rede...

das Kind ist schon in den Brunnen gefallen, was kann man da noch machen..allenfalls die Kosten bei Euch noch zu minimieren, was anderes fällt mir da nicht ein...sorry...

0
@tellerchen

Danke, Tellerchen. Ich wollte nicht unhöflich auf deinen Beitrag sein. Aber wir haben uns auch echt schon den Kopf zerbrochen. Das Letzte, was wir wollten, war ein Prozess (auch wegen der angeschlagenen Gesundheit meines Lebensgefährten). Aber solche Summen zu zahlen und sich mit dem Schlamassel auseinanderzusetzen, wo ja der Erblasser meinem Freund etwas Gutes tun wollte, ist erstmal heftig.

0
@lilatiger

Mir hilft es jedenfalls schon mal weiter zu wissen, dass man es nicht zur Zwangsversteigerung kommen lassen sollte. Danke an die Beteiligten schon mal für diese Erkenntnis!

0
@Alarm67

Selbst unser Testamentsvollstrecker, ein Steuerberater, fragte mich, was das ist, Dreimonatseinrede 😜😁😎

0
@lilatiger

ja verstehe ich... alles gut... sorry ich hab da wirklich keine Lösung... und ich nehm das sehr ernst.. bin auch vor paar Jahren erbe geworden... aber Pflichtteilsanspruch wurde bis heute nicht an mich gestellt.. da bei mir eventuelle Anspruchssteller.. schon selber was geschenkt bekommen hatten, deswegen ist der Pflichtteilsanspruch ... wenn er denn gestellt würde... gleich null.. so wollte das die person auch, die mir das vererbt hatte..mein Glück war, das der Notar damals in der Schenkungsurkunde der Pflichtteilsberechtigten geschrieben hatte...das die Schenkung damals auf den Pflichtteil angerechnet wird... wenn der Notar das damals nicht geschrieben hätte, säße ich im selben Boot wie Ihr... von daher nehme ich das Thema hier sehr ernst... ich hatte eben Glück, das der Notar damals den Passus da mit reingeschrieben hatte... einfach nur Glück...

0

Danke für den Stern!

Wenn ich die lange Diskussion sehe, dann erlaube ich mir die Bemerkung, dass es natürlich Mittel und Wege gäbe eine Inanspruchnahme zu verhindern. Die aber sind "halbseiden". Was mir einfällt wäre, die Wohnung zu verkaufen. Der Lebensgefährte hebt seine Hälfte in bar ab und lässt sie irgendwo verschwinden. Allerdings müßte er danach irgendwann die Vermögensauskunft abgeben, dabei lügen und die Konsequenzen in jeder Hinsicht in Kauf nehmen.

Ich erwähne das nur um zu verdeutlichen, dass der Spielraum für legale Maßnahmen sehr schmal und im Grunde genommen nicht vorhanden ist.

0

Hier wurden mehrerer Fehler hintereinander gemacht:

  1. Das Du den Anteil an einer Wohnung abkaufst ohne zu wissen, das natürlich eine Teilungsversteigerung beantragt werden kann, ist schon ein großer Fehler.
  2. offensichtlich wurde das ganze auch nicht mit notariellem Vertrag und Eintrag im Grundbuch gemacht, sonst hätte man dies alles zuvor klären können.
  3. Dann diese Wohnung auch noch bevor Rechtssicherheit herrscht aufwendig zu renovieren ist ein weiterer großer Fehler.
  4. Die sanierte Wohnung dann noch zu vermieten ist das nächste Problem. Die werden dann auch die Miete haben wollen.

Dir jetzt in dieser verfahrenen Situation einen Rat zu erteilen, ist nahezu unmöglich.

Rechtsberatung ist angesagt.

Ein generelles Vorkaufsrecht auf den restlichen Anteil an der Wohnung hast Du nicht, es sei denn es wurde vertraglich vereinbart. Eine Heirat ändert an der Situation nichts.

Ob ein Verkauf sinnvoll ist, kann nur ein Anwalt sagen.

Hallo hildefeuer,

doch, natürlich waren wir bei einem Notar (meines Wissens nach kann man in Deutschland gar keine Immobilie ohne notariellen Vertrtag kaufen / verkaufen) und ich bin auch im Grundbuch eingetragen.

Eine Teilungsversteigerung hätte mich zu dem Zeitpunkt des Kaufs auch nicht abgeschreckt, da der andere Miteigentümer ja mein Lebensgefährte ist und ein weiterer zukünftiger Verkauf der Wohnung dann einvernehmlich laufen würde. Allerdings möchten wir die Wohnung beide erst einmal behalten. Denn ein Verkauf würde den Pflichtteil noch weiter in die Höhe schrauben. Sie haben ein Recht auf 50% des Erlöses.

Das Problem ist die weitere Forderung der Pflichtteilsberchtigten, der wir zurzeit nicht nachkommen können.

Übrigens ist der Erblasser schon im Dezember 2018 verstorben. Die Wohnung nicht zu renovieren un dnicht zu vermieten, hätte bedeutet, dass wir seit 2 Jahren keine Mieteinnahmen gehabt hätten, die laufenden Kosten aber weiterhin jeden Monat hätten zahlen müssen (Hausgeld). Ob das schlauer gewesen wäre?

0

Was möchtest Du wissen?