Zwangsversteigerung - was muss man alles beachten, wenn man mitsteigern will? Fachleute?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich rate Dir dringend, Dich mehrfach vor der Versteigerung Deiner Wunschimmobilie als Zuschauer zu anderen Versteigerungen zu begeben. Nur so lernst Du kennen wie das im Saal faktisch abläuft.

Es ist bei einer Zwangsversteigerung alles ganz anders als bei einem Verkauf:

Das fängt damit an, dass Dir der Eigentümer keine Besichtigung der Immobilie zu erlauben braucht. Viele tun das auch nicht. Wenn man Glück hat, konnte wenigstens der Gerichtsgutachter einen Blick in das Objekt werfen. Das Gutachten kann man in den Räumen des Gerichts einsehen.

Vor der Versteigerung muß man 10% des geschätzten Verkehrswertes bei der Justizkasse einzahlen. Wers nicht macht, braucht erst garnicht zum Termin zu gehen.

So mancher Weg zum Termin ist ohnehin vergeblich. Manchmal werden Termine kurzfristig abgesagt. Die Gründe sind verschiedenster Art.

Es wird verdammt schwierig, eine zu ersteigernde Immobilie mit Bankkredit zu finanzieren. Wegen der Unmöglichkeit einer vorherigen Wertschätzung wird die Bank anderweitige Sicherheiten verlangen. Auch muß man den Darlehensvertrag so gestalten, dass man wegen der genannten Unwägbarkeiten jederzeit aussteigen könnte. Die Billigheimer am Hypothekenmarkt winken da gleich ab. Alles wäre denen zu kompliziert.

Überleg Dir ganz sorgfältig, wieviel Du bieten willst und setz Dir unbedingt ein Limit. Denk immer dran: Es gibt keine Gewährleistung. Du kannst also unglaublich viel Geld sinnlos versenken.

Wenn Du Hilfe willst: Immobilienmakler kennen sich oft aus. Allerdings kostet das dann auch sehr viel Geld zusätzlich.

Zwangsversteigerung: Vorteile

Kaufpreis oft deutlich unter geschätztem Verkehrswert.

Keine Notarkosten.

Keine Maklerprovision.

Zwangsversteigerung: Risiken:

Keine Garantie, keine Gewährleistung.

Kein Rücktrittsrecht etwa wegen Baumängeln.

Bewohner der Immobilie müssen Gutachter nicht ins Haus lassen.

Weiteres wissenswertes kannst Du hier lesen:

http://www.immowelt.de/immobilien/versteigerungen.aspx

Wenn Du bei der Versteigerung nicht den Zuschlag bekommst, dann gilt: ausser Spesen nichts gewesen.

Zuerst sollte man sich schon mit der finanzierenden Bank in Verbindung setzen, denn bei einem Zuschlag wird man sofort zur Kasse gebeten.

Man sollte sich auch immer ein oberes Limit setzen, das man auch strikt einhält - ansonsten verfällt man allzugerne in einen Bieterrausch und erwirbt ds Objekt zu teuer.

Man sollte sich auch über die örtllichen Gegebenheiten und die ortsüblichen preise informieren.

Wenn möglich sollte man eine Objektbegehung durchführen und hierzu einen Sachverständigen hinzuholen um einen realistischen Objektwert zu ermitteln. Einerzur Verfügung gestellten Expertise würde ich prinzipiell mißtrauen, denn oftmals ist der Auftraggeber der Gläubiger oder der Eigentümer; beide wollen ein maximales Versteigerungsergebnis.

Verteilungstermin nach Zwangsversteigerung

Hallo,

wir haben zum 26.09.2014 ein Haus in einer Zwangsversteigerung ersteigert. Den Zuschlagsbeschluss haben wir erst zum 04,10.2014 erhalten. Der Verteilungstermin ist zum 13. November 2014 festgesetzt. Das Darlehen zur Finanzierung des Darlehens setzt sich aus zwei Darlehen von zwei Banken zusammen. Die Deutsche Bank und die WI-Bank in Hessen (Hessen-Darlehen, Landesbürgschaft). Die Deutsche Bank hat uns bereits eine Zusage erteilt.

Die WI-Bank kann uns bis zum 13. November unter entsprechenden Bedingung eine Darlehenszusage machen, aber das Geld nicht auszahlen. Das führt dazu, dass wir zum Verteilungstermin die Geldsumme nicht überwiesen haben werden. Das Gericht lehnt eine Verschiebung des Termins ab.

Schlimmstens droht die Übertragung der Forderungen der Gläubiger. Wie sieht es mit der Praxis aus? Was kann ich machen?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?