Wie funktioniert die Zuzugsbesteuerung für Grenzgänger?

1 Antwort

Entschuldige bitte, aber das ist ein seltsamer Sachverhalt, der viele Fragen offen lässt, die für die Beurteilung wichtig sind.

1. Was zu verstehen ist, Du ziehst von der Schweiz weg. Also ist es in der Schweiz wegzubesteuerung. Die Einkünfte in der Schweiz werden dort besteuert. Einkünfte in Deutschland, die in der Schweiz dem Progressiosnvorbehalt unterliegen könnten, gibt es nicht. Es könnte höchstens sein, dass das eine Gehalt mit anteiligem Weihnachtsgeld in Deutschland steuerpflichtig ist, dann würde das in der Schweiz dem Progressionsvorbehalt unterliegen.

2. Die Auszahlung aus der schweizer Pensionskasse ist es eine Einmalzahlung, oder eine Rente? die Rente wäre, wenn sie aus der gesetzlichen Altersversorgung kommt, auf Dauer in der Schweiz zu versteuern. Wenn es eine private Rentenkasse ist, wäre das was anderes.

3. Ziehst Du wirklich für einen Monat nach Deutschland und lagerst nach einem Monat Deine Möbel ein und gehst auf Weltreise? Die frage ist für mich nämlich, ob Du überhaupt einen Wohnsitz in Deutschland begründest. Ein Wohnsitz ist eine Wohnung, die darauf ausgerichtet ist einen Aufenthalt auf Dauer zu gestatten. Für einen Monat Wohnung anmieten, die Möbel einrichten udn dann nach einem Monat die Wohnung aufzugeben erscheint extrem unwahrscheinlich udn aufwändig. Wäre es nicht klüger udn billiger im Hotel zu wohnen?

4. Wie lässt Du Dir während der Weltreise Post zukommen? Bei einem Freund? Rentenbescheide, Bankauszüge, Steuerbescheide usw. müssen Dich ja auch erreichen.

5. Die Bezüge des Septembers in der Schweiz könntest Du dort ggf. steuerfrei bekommen, wenn Du denen eine Ansässigkeitsbescheinigung Deines deutschen Finanzamtes vorlegst.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Vielen Dank für die schnelle Antwort,

Ein paar Antworten zu ihren Rückfragen:

1. In der Schweiz bin ich mit B Bewilligung nur quellenbesteuert, d.h. dort kann ich gar keine Steuererklärung einreichen, das wäre nur mit C Bewilligung möglich und die bekommt man frühestens nach 5 Jahren Aufenthalt als EU Bürger. Verstehe ich richtig, dass ein Einkommen aus der Schweiz in Deutschland dann nicht dem Progressionsvorbehalt unterliegt auch wenn ich bei der Auszahlung in Deutschland wohnhaft bin?

2. Das ist eine Einmalzahlung. Man kann sich den Teil der über dem Mindestrentenbeitrag in die Pensionskass eingezahlt wurde bei definitivem Verlassen der Schweiz auszahlen lassen.

3. Um das definitive Verlassen der Schweiz nachzuweisen benötige ich einen neuen Wohnsitz im Ausland (die Verfahrensweise mit dem Pensionskassengeld unterscheidet sich je nach Wegzugsland, deswegen ist eine Anmeldebestätigung nötig). Auch einige Versicherungen und andere Verträge kann ich nur sonderkündigen wenn ich das damit nachweise. Auch technisch ist das nicht besonders schwierig, da ich bei meinen Eltern zur Untermiete einziehen kann und dort auch die Möbel usw. unterbringen kann.

4. Dafür werde ich meinen Eltern eine Generalvollmacht ausstellen und alles an deren Adresse senden lassen.

5. siehe 1.

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@yaldaboath

OK, dann ist es wohl in Deutschland eine Frage der Zuzugsbesteuerung. Aber ich sehe da, auch wenn es dem Progressiosnvorbehalt unterliegt, keine Steuer, weil ich keine inländischen Einkünfte sehe. und wenn ich auf Einkünfte von 0,- Euro 30 % Steuer anwende, bleibe ich trotzdem bei 0,- Euro.

Einzige Unsicherheit ist die Zahlung aus der Pensionskasse, da müsst ich suchen, aber es klingt für mich nicht nach Rentenzahlung, sondern nach einer Beitragserstattung udn das wären keine Einkünfte.

Leider fehlen auch die Summen, also wieviel Beitrag wurde gezahlt und wieviel Geld wird ausgezahlt, dann könnte man Rückschlüsse ziehen.

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Muss Arbeitgeberanteil zur Krankentaggeldversicherung als geldwerter Vorteil versteuert werden ?

Ich bin Grenzgänger, arbeite in der Schweiz und wohne in Deutschland, wo ich voll steuerpflichtig bin. Teil meines Arbeitsvertrages in der Schweiz ist die garantierte Lohnfortzahlung entsprechend dem arbeitsvertraglich geregelten Gehalt bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit (also z.B. bei Krankheit). Mein schweizer Arbeitgeber hat eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung für alle Mitarbeiter abgeschlossen. Da jeder Mitarbeiter aus dieser Versicherung Leistungen einfordern kann sieht das deutsche Finanzamt das als geldwerten Vorteil und schlägt pauschal 1% des Bruttoarbeitslohnes als angenommene Arbeitgeberbeiträge auf mein Gehalt (die schweizer Firma erlaubt keinen Einblick in den Versicherungsvertrag, so dass weder das Finanzamt noch ich weiss, was wirklich für Beiträge gezahlt werden). Dafür sieht das Finanzamt dann alle Leistungen der Krankentaggeld-Versicherung als steuerfrei an.

Inzwischen habe ich diese Informationen: "Mit Urteil vom 29.04.2009, Az. : X-R-31/08 hat der Bundesfinanzhof ( BfH ) entschieden, dass im Urteilsfall auch ein Anspruch des Arbeitnehmers an die Versicherungsgesellschaft gem. Art. 87 VVG bestand, so dass die Prämienzahlungen als Arbeitlohn zu versteuern waren. Eine diesbezügliche Steuerfreistellung gem. § 3 Nr. 62 EStG scheidet aus, da der Arbeitgeber nach schweizer Recht nicht obligatorisch zur Zahlung des Versicherungsbeitrags verpflichtet ist."

"Diese Leistungen unterliegen auch nicht dem sog. Progressionsvorbehalt gem. § 32 b (1) Nr. 1b EStG d.h. die Leistungen werden nicht zur Steuersatzerhöhung herangezogen und somit vollständig der deutschen Besteuerung entzogen."

Diese Konstellation macht Sinn für Selbständige, aber doch nicht für Beschäftigte in einer Firma. In der jetzigen Logik des deutschen Finanzamtes müsste ich aber jedes Jahr mindestens ein paar Tage krank sein, damit ich nicht draufzahlen muss. Ich habe beim Finanzamt die Regelung erfragt, falls ich mal (was ich nicht hoffe) das ganze Jahr krank sei - dann wäre mein komplettes Jahresgehalt steuerfrei.

Ist das wirklich korrekt ...? Gibt es ähnliche Erfahrungen ?

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Lebensmittelpunkt in Österreich und Deutschland, Arbeit in Deutschland, Österreich und Schweiz, wie richtig Lohnsteuer berechnen?

Hallo und schon mal vielen Dank für eure Antworten! Meine Arbeiten und Aufenthalte 2016: Von Januar bis September 2016 war mein Nebenwohnsitz und Lebensmittelpunkt in Österreich, dort war ich auch bis Ende September als Student inskribiert. Mein Hauptwohnsitz ist seit jeher mein Elternhaus in Deutschland, jedoch seit vielen Jahren nicht mein Lebensmittelpunkt. Im Januar habe ich in Österreich gearbeitet und den Lohn auch in Österreich versteuert. Im Januar und Februar habe ich als Werksstudent in Deutschland gearbeitet und meinen Lohn in Deutschland versteuert. Von März bis Ende Juni habe ich dann ein Praktikum in der Schweiz absolviert. Ich hätte meinen Verdienst in der Schweiz versteuert, er war mit 2000 CHF/Monat jedoch so niedrig, dass steuerfrei. Ich habe dabei nicht in der Schweiz gewohnt, sondern war Grenzgänger mit einer Ferienwohnung in Deutschland. Dabei bin ich jedoch fast jedes Wochenende nach Österreich gefahren, durch die Arbeitstage (5 Werkstage) war ich jedoch von März bis Juni die meiste Zeit in Deutschland. Seit Mitte September habe ich meinen Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt in einer eigenen Wohnung in Deutschland, ich arbeite in Deutschland, versteuere hier und habe keinen Wohnsitz mehr in Österreich. Krankenversichert war ich von Januar bis Mitte September in Österreich, seit Mitte September in Deutschland. Es wurde mir verwährt, mich während meines Praktikums in Deutschland pflichtzuversichern, da mein Praktikum ja in der Schweiz war. Meine Frage ist nun, was muss ich berücksichtigen bei einem Lohnsteuerausgleich in Deutschland? Wie berechne ich meinen Fall richtig? Vielen Dank und schöne Feiertage!

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