Frage von neuerstudent, 87

Zu niedrig kalkulierte Nebenkosten bei bekannter voraussichtlicher Höhe, besteht Zahlungsverpflichtung?

Bei der Nebenkostenabrechnung 2015 wurde u. a. eine Erstattung des Energieversorgers auf die Mieter umgelegt, was dazu führte, dass die Vorauszahlungen für 2016 viel zu niedrig kalkuliert wurden. Jetzt verlangt der Vermieter von mir eine Nachzahlung in Höhe von knapp 250€. Ehrlich gesaht sehe ich es nicht ein, den Fehler dieses Großkotzerns jetzt ausbaden zu müssen, zumal ich erstens das Geld derzeit nicht aufbringen kann und zweitens mir selbst eine Ratenzahlungsvereinbarung nichts bringen würde, weil ich hoffentlich vor Ablauf dieser von diesen Verbrechern loskomme.

Kennt sich in so einem speziellen Fall vielleicht jemand aus, wie es mit der Pflicht zur Zahlung aussieht?

Antwort
von williamsson, 27

Also mit Beschimpfungen und Beleidigungen erreichst Du gar nichts! Du wirst die Nebenkosten zahlen müssen. Wie Du Dich mir dem Vermieter einigst wird sich zeigen, Bedenke aber, ein Umzug würde Dich mehr als 250,--€ kosten und ehrlich, wenn Du so knapp bist - wer will Dich dann als Mieter?

 Sieh zu das Du die paar Euro auftreibst und wenn Du einen Monat Zeitung austragen must. Verbau Dir nichts, in Deinem Interesse, A bisserl was geht immer!

Kommentar von neuerstudent ,

Bisserl was geht immer geht eben nicht, sonst säße ich ja nicht vor diesem Dilemma.

Und der Umzug wird sich nicht vermeiden lassen, sofern das mit der neuen Stelle klappt. Denn über 100 km pendeln ohne Auto ist nicht praktikabel. 

Antwort
von Mikkey, 21

Dass die Erstattung des Energieversorgers auf die Nebenkostenabrechnung umgelegt wird, ist völlig normal (wäre auch Betrug, wenn dies nicht geschähe).

Eine NK-Nachzahlung von 250€ für ein ganzes Jahr ist völlig im Rahmen. Es gibt immer Schwankungen nach oben oder unten, die sich in dem Bereich bewegen.

Ich schlage meistens dem Mieter eine angemessene Abschlagszahlung vor, auch Erhöhungen oder Senkungen entstehen auf diese Weise. Wenn er der Meinung ist, 20€ mehr oder weniger zahlen zu wollen, dann macht er das.

Kommentar von neuerstudent ,

Grob überschlagen hätte ich bei vernünftiger Kalkulation sogar eine Erstattung erwarten dürfen. 

Was mir ganz einfach nicht einleuchten will ist die Tatsache, dass diese Zahlung laut Vermieter aus einem Versicherungsfall stammt, korrekt auf die Mieter umgelegt wurde, aber bei der Neukalkulation eben nicht berücksichtigt wurde, dass die Kosten wieder in regulärer Höhe anfallen werden. 

Beim Wasserverbrauch wurde bei der Kalkulation auch nicht auf ein ganzes Jahr hochgerechnet, sodass mir jetzt klar ist, warum die Vorauszahlung nicht mal annähernd kostendeckend war. 

Kann ich als Mieter nicht erwarten, dass die Kosten realistisch berechnet werden? Ich meine damit nicht auf den Cent genau, aber 250€ halte ich mit dem derzeitigen Stand des Zustandekommens einfach nicht mehr für "normal". Da sitzt mMn einer in der Abteilung, der nur stur alles in den Computer hackt und nicht weiter hinterfragt. 

Kommentar von Mikkey ,

Leider kann man gegen eine derartige "Schönung" der Nebenkosten nichts machen. Es ist ja nicht einmal eine wirklich unangemessene Abschlagszahlng festgelegt worden.

Antwort
von Primus, 40

Weìßt Du, viele Mieter gehen dazu hin, bei zu niedrig angesetzen Vorauszahlungen den Pauschalbetrag zu erhőhen, eben damit im Anschluss keine Nachzahlung auf den Tisch flattert.

Monatlich ca.20 € mehr zahlen ist meist eher machbar, als bei der Abrechnung dann 250 € auf den Tisch legen zu műssen.

Es sind keine Verbrecher am Werk, sondern Du allein bist dafűr verantwortlich.

Kommentar von neuerstudent ,

Ich bin erst 2015 eingezogen, habe also keinen Vergleich gehabt und bin davon ausgegangen, dass ich halt besonders sparsam war. 

Jetzt weiß ich warum und bin stinksauer. 

Die Erläuterung, weshalb dort Verbrecher am Werk sind, würde den Rahmen sprengen, die Bezeichnung hat schon ihre Richtigkeit. 

Antwort
von Juergen010, 33

Um´s vorweg zu sagen: Wenn Du dagegen vorgehen willst, brauchst Du einen langen Atem und eine gehörige Portion Fachwissen um nicht in die diversen rechtlichen Fallen zu tappen.

Es ist nichts Neues, dass montliche NK-Vorrauszahlungsbeträge vermieterseits "schöngerechnet" werden.

Andererseits ist es aber auch Pflicht des Vermieters, niedrigeren realen Nebenkosten nach einer Abrechnung in sofern Rechnung zu tragen, dass er die Nebenkostenvorrausszahlung senkt.

Von daher ist anscheinend ja alles mit rechten Dingen zugegangen. Mal schlägt das Pendel in die eine, mal in die andere Richtung.

Aber mal ehrlich: Faktisch regst Du dich über eine Nachzahlung auf, deren Zustandekommen du nur rudimentär nachvollziehen kannst.

Sofern der Vermieter korrekt für das Jahr 2016 abgerechnet hat, wirst Du an der Nachzahlung nicht vorbeikommen. Im Übrigen müsste das Problem ja alle Mieter betreffen, die 2016 im Haus wohnten.

Ich finde es eher erstaunlich, dass man als Neumieter davon ausgeht, dass sich an den Nebenkosten nichts ändern wird. Gerade wenn man keine gesicherten Vergleichzahlen aus dem Haus beim Einzug vorliegen hat, ist es geradezu fahrlässig davon auszugehen, dass es zu keiner Nachzahlung kommen wird.

Bester Rat wohl: Wende dich zeitnah an einem Mieterschutzverein und lass die NK-Abrechnung für 2016 überprüfen. Die können dir dann auch sagen, ob und wieviel Du an den Vermieter zahlen sollst.

Kommentar von neuerstudent ,

Ich finde es ganz einfach dreist, dass die Einmalzahlung ganz selbterklärend dafür verwendet wird, die Vorauszahlung zu senken. Das muss doch klar sein, dass man die im Folgejahr nicht wieder miteinkalkulieren kann. Dann lieber begründen, warum der Betrag konstant bleibt, bevor die Kosten gesenkt werden. Die realen Kosten haben sich praktisch nicht verändert. 

Und nein, ich finde es überhaupt nicht erstaunlich, dass sich die Nebenkosten ändern, auch wenn ich das vorher nie erlebt habe. Mir geht der Umgang dieses Großunternehmens einfach gegen den Strich. So lange die Rendite stimmt, kann man die Mieter ja ausnehmen wie Weihnachtsgänse.  

Kommentar von LittleArrow ,


So lange die Rendite stimmt, kann man die Mieter ja ausnehmen wie Weihnachtsgänse.  

Hier klingt nicht nur Frust, sondern noch auch keine Ahnung heraus. An den Nebenkosten verdient der Vermieter nichts, sondern legt noch selber die Verwaltungskosten obendrauf und hat jede Menge Ärger mit den Mietern, z. B. mit Dir.

Mein Tipp an alle Vermieter: Macht eine realistische Betriebskostenvorschau für das kommende Jahr und vermeidet bestimmte Personengruppen als Mieter.

Ich bin nun mal gespannt, wie Du Deinen kommenden Wohnungswechsel finanzieren willst. Denn auf die kommende Nebenkostenabrechnung 2017 musst du noch lange warten;-)

Kommentar von neuerstudent ,

Das lass mal meine Sorge sein. Die Abrechnung ist mir ehrlich gesagt momentan ziemlich egal. Im Gegensatz zu meinen Nachbarn weiß ich nich zumindest zu benehmen, mittlerweile erachte ich eine Mietminderung nicht mehr für vollkommen abwegig. Aber darum geht es nicht. Ich muss mich hier auch nicht anpöbeln lassen von Menschen, die mich och nie gesehen haben und die auch sonst nicht wissen, was sonst noch alles im Argen liegt. 

Dieser Wohnungsanbieter wirbt damit, dass er der größte Anbieter auf dem deutschen Markt ist. Da können die einzelnen Mieter schon mal auf der Strecke bleiben. Danke für nichts. 

Diese Abrechnung ist auch nur das Tüpfelchen auf dem i einer ganzen Serie an Schweinereien, die ich mit diesem Vermieter erleben muss.

Antwort
von Snooopy155, 57

Mit haltlosen Beschimpfungen erreichst Du gar nichts. Dass dieser Fehler Dir zu mehr Geld im Geldbeutel Monat für Mnat gesorgt hat, das vergißt Du ganz nebenbei. Da Du die Ursache der zu nidrig angesetzten Nebenkosten klar erkannt hast, hättest Du ja auch entsprechende Rücklagen über das Jahr hinweg ansparen können.
Deine Pflicht die Nachzahlung zu leisten steht außer Frage - Du hast ja schließlich diese Nachforderung verursacht und die Nebenkostenabrechnung wurde Dir ja fristgerecht ausgehändigt.

Wenn der Vermieter sich auf keine Ratenzahlung einläßt, dann überweise ihm halt einfach den ausstehenden Betrag in 3 Raten ohne lange nachzufragen.

Kommentar von neuerstudent ,

Nachdem ich erst 2015 eingezogen bin, habe ich leider keinen Vergleich dazu gehabt und musste LEIDER davon ausgehen, dass diese Berechnung stimmt. Die Ursache wurde mir JETZT bekannt, da ich erstmalig Vergleiche ziehen konnte und diese Unstimmigkeit auffiel. 

Und ja, es sind dort Verbrecher am Werk, aber dies hier zu erläutern würde den Rahmen sprengen. 

Die Idee mit den drei Raten ist süß gemeint, aber nicht mal das zu realisieren. 

Kommentar von Snooopy155 ,

Hinter der Idee mit der Ratenzahlung steckt der Versuch einfach die Zahlungsbereitschaft zu zeigen. Dass Nebenkosten oftmals schöngerrechnet werden hat System, denn der Mieter vergleicht in der Regel ja nur die Vollkosten und vergißt dass die Nebenkostenpauschale deutlich nach oben oder unten abweichen kann.

Prüfe doch die Möglichkeit beim Stromversorger einen Anbieterwechsel vorzunehmen - oftmals gibt es da Wechselprämien; dann hättest Du schon das Geld für eine erste Rate.

Antwort
von Gaenseliesel, 8

Fakt ist, 

solange lt. Verbrauchsabrechnung (bzw. deinem Zähler selbst) keine Fehler nachweisbar sind, wirst du um die Zahlung nicht umhin kommen ! Hast du denn deinen Verbrauch schon einmal selbst nachgerechnet und ist die Berechnung in sich stimmig ?

Völlig gleichgültig ist es letztlich und wäre es auch vor einem Gericht, ob oder wie sehr du deinen Vermieter ins Herz geschlossen hast oder ob du mit seiner Art der Abrechnungsmethode konform gehst. 

Das bestehende Mietverhältnis zu kündigen ist legitim, entbindet dich auf lange Sicht aber nicht vom Grundübel der Zahlungsverpflichtung. Hierüber eine gütlich Einigung zw. Vermieter und Mieter (ohne emotionale Ausraster) zu erreichen, ist allemal von Vorteil ! Diese Möglichkeit hast du offensichtlich verspielt, so zumimdest entnehme ich es deiner aufgebrachten Fragestellung. 

" @neuerstudent " ......verrät, du bist noch sehr jung und evtl. etwas unerfahren in der Situation als Mieter., kann das sein ?  Mit jedem neuen Mietverhältnis wirst du aber garantiert schlauer ! 

Alles Gute ! 

Kommentar von neuerstudent ,

An sich bin ich bereits 32, allerdings erst das zweite eigene Mietverhältnis, vorher gab es nie Probleme mit dem Vermieter, da sich dieser um die Belange wirklich gekümmert hat und kein Großunternehmen mit anderen Imteressen als seine Mieter dahinter saß. Eigentlich sollte man meinen, dass gerade die halbwegs vernünftig kalkulieren, aber mit der neuen Abrechnung bin ich auch diesbezüglich wieder schlauer geworden.

Leider ist diese Empfindung nicht nur meinerseits so, sondern z. T. auch objektiv greifbar. Ehrlich gesagt graust es mir jetzt schon vor dem Auszug.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Ok, somit bist du im selben Alter wie mein Jüngster. Dem hätte es aus Unerfahrenheit ebenso ergehen können, das will ich nicht gänzlich ausschließen. 

Er würde aber in vergeichbar finanzieller Notlage, von uns als Eltern garantiert Unterstützung finden. Evtl. kannst auch du in dieser momentanen Zwangslage familiär (Freundeskreis) unterstützt werden ? Man muss nur bereit sein, das Problem offen anzusprechen. 

Solch ein überdimensionaler Betrag ist es nun auch wieder nicht. Ein Nichtzahlen würde das Problem für dich jedenfalls eher vergrößern. 

Bleib cool, es gibt weitaus Schlimmeres im Leben ! 

Gruß  ! 

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